Superzellen-Gewitter zieht von Deutschland nach Westpolen; Unwetterwarnungen fürs Wochenende
Ein aus Deutschland kommendes Superzellen-Gewitter erreicht am Nachmittag Westpolen. Erwartet werden starker Regen, großer Hagel und Böen bis 90 km/h. In Norddeutschland wurde der Bahnverkehr durch Blitzeinschläge unterbrochen.
Superzelle erreicht Polen
Am Freitagnachmittag, den 19. Juni, zog ein Superzellen-Gewitter von Nordostdeutschland nach Westpolen. Gegen 13:30 Uhr lag der Sturm über Prenzlau (Deutschland), um 14:00 Uhr überquerte er die Grenze bei Stettin. Das polnische Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft (IMGW) warnte vor einer gut organisierten Gewitterzelle, die in die Region eindringt. Der tvnmeteo.pl-Wetterfachmann Damian Zdonek erklärte, dass die Auswirkungen des Sturms am Freitag auf die westlichen Landesteile beschränkt blieben.
Am Freitag beschränkt sich das Spektrum der Gewitter mit Starkregen (bis zu 20-40 Liter pro Quadratmeter) und möglichem Hagel auf Westpolen.
Der Sturm brachte heftige Blitze, Niederschlagsmengen von 30-40 Litern pro Quadratmeter pro Stunde und Böen von 70-90 km/h. Um 15:00 Uhr wurden Gewitter in der Woiwodschaft Westpommern gemeldet, insbesondere im Gürtel Daleszewo-Gryfino-Gardziec. Der IMGW gab Warnungen der Stufe 1 für Teile der Woiwodschaften Westpommern, Großpolen, Lublin und Niederschlesien heraus. Spätere Prognosen deuteten darauf hin, dass der Sturm bis etwa 16:30 Uhr Choszczno erreichen würde.
Ausblick aufs Wochenende
Die Temperaturen in ganz Polen stiegen am Freitag im Westen auf 33 °C. Der Samstag soll mit 34 °C im Westen und 24 °C an der Ostseeküste noch heißer werden. Die Hitze wird weitere Unwetter begünstigen. Für Samstagmorgen wird Ruhe vorhergesagt, aber am Nachmittag und Abend werden sich in Westpolen neue Gewitterzellen entwickeln. Diese bringen Starkregen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter pro Stunde, Hagel mit einem Durchmesser von mehr als 2-3 cm und Böen von bis zu 90 km/h. Die Unwetter ziehen von West nach Ost und erreichen spätabends einen Streifen von Pommern bis Schlesien.
Deutsche Bahn unterbrochen
Bevor das Sturmsystem nach Polen zog, hatte es bereits in Deutschland erhebliche Störungen verursacht. Das Nachrichtenportal t-online berichtete von einem vollständigen Stillstand des Zugverkehrs auf den wichtigen Strecken Hamburg-Hannover und Hamburg-Bremen nach Blitzeinschlägen in elektrische Anlagen. Technische Teams arbeiteten ununterbrochen an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Eine schrittweise Wiederaufnahme des Bahnverkehrs wurde erwartet. Ein Zeitplan für die vollständige Wiederherstellung wurde nicht genannt.
- Schweres Superzellen-Gewitter zieht über Prenzlau in Nordostdeutschland hinweg
- Sturm überquert die Grenze nach Polen in Richtung Stettin
- Gewitter brechen in Westpommern nahe Daleszewo-Gryfino-Gardziec aus
- Bahnverkehr auf wichtigen deutschen Strecken Hamburg-Hannover und Hamburg-Bremen nach Blitzeinschlägen eingestellt
- Sturm erreicht Choszczno (IMGW-Prognose)
- Neue Gewitterzellen entwickeln sich in Westpolen und ziehen nach Osten
- Unwetter erreichen spätabends den Streifen Pommern-Schlesien
- Kaltfront trifft ein; stärkste Gewitter im Streifen Ermland-Masuren-Masowien-Łódź-Schlesien erwartet
Kaltfront am Sonntag
Am Sonntag zieht eine Kaltfront von Nordwesten heran und verdrängt die tropische Luftmasse durch deutlich kühlere Atlantikluft. Der IMGW rechnet mit der stärksten Gewittertätigkeit in einem Streifen von Ermland und Masuren über Masowien und die Region Łódź bis nach Schlesien. Mit dem Eintreffen der Front soll die Hitzewelle allmählich enden. Die Meteorologen warnen, dass auch beim Durchzug der Front Unwetter mit Hagel und starken Böen möglich bleiben.


