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Wahlen·1. Juni

Kolumbiens Stichwahl am 21. Juni: Rechtsextremer De la Espriella überrascht linken Cepeda in polarisierter erster Runde

Abelardo de la Espriella, ein rechtsextremer Außenseiter, gewann die erste Runde der kolumbianischen Präsidentschaftswahl mit historischen 43,7 % und bereitet damit eine tief polarisierte Stichwahl am 21. Juni gegen den linken Iván Cepeda vor, der mit 40,9 % zurücklag.

Die kolumbianische Präsidentschaftswahl ist nach einem überraschenden Ergebnis der ersten Runde am Sonntag in eine volatile und tief polarisierte zweite Runde eingetreten. Abelardo de la Espriella, ein 47-jähriger rechtsextremer Anwalt und politischer Außenseiter, errang mit 10.361.499 Stimmen (43,74 %) einen historischen Sieg – die höchste jemals in einer kolumbianischen ersten Runde erzielte Stimmenzahl. Er besiegte Iván Cepeda, den 63-jährigen Senator und Kandidaten der regierenden linken Pacto Histórico, der 9.688.361 Stimmen (40,90 %) erhielt. Der Vorsprung von 673.138 Stimmen schockierte eine Nation, in der Umfragen durchweg einen Vorsprung Cepedas vorhergesagt hatten.

Eine historische und polarisierende Wahl

Die Wahl verzeichnete die höchste Wahlbeteiligung in der ersten Runde seit 24 Jahren: 57,84 % der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Die Stimmen konzentrierten sich stark auf die Extreme: Ein Index zur Messung der Polarisierung zwischen zwei Kandidaten stieg von 0,59 im Jahr 2022 auf 0,73. Die politische Mitte brach zusammen: Die zentristischen Kandidaten Sergio Fajardo und Claudia López kamen zusammen auf knapp 5 %, während die traditionelle rechte Kandidatin Paloma Valencia, unterstützt vom ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe, nur etwa 7 % erhielt. Valencia und Uribe haben De la Espriella für die Stichwahl ihre Unterstützung zugesagt.

Wir können weder die Fortsetzung einer nutzlosen und korrupten Regierung noch die Errichtung des Neokommunismus zulassen.

Paloma Valencia

Betrugsvorwürfe und eine Debatten-Herausforderung

Die Zeit nach der Wahl war sofort von Kontroversen geprägt. In der Wahlnacht weigerten sich sowohl Präsident Gustavo Petro als auch Cepeda, die vorläufigen Ergebnisse anzuerkennen, und behaupteten Unregelmäßigkeiten. Cepeda nahm die Behauptung am Montagmorgen teilweise zurück und erklärte: „Wir haben keine Unregelmäßigkeiten gefunden, die ausreichen, um von Betrug zu sprechen.“ Petro hingegen verschärfte seine Rhetorik in den sozialen Medien, verglich De la Espriella mit historischem Faschismus und beschuldigte dessen Kampagne des Stimmenkaufs.

Wir haben keine Unregelmäßigkeiten gefunden, die ausreichen, um von Betrug zu sprechen.

Iván Cepeda

Cepeda forderte De la Espriella dann offiziell zu einer Fernsehdebatte heraus. De la Espriella antwortete, indem er Cepeda einen „Feigling“ nannte und verlangte, dass er zunächst die Wahlergebnisse anerkenne. Er beschuldigte die Linke, „einen Plan zum Diebstahl der Wahlen“ durchzuführen.

Erkenne zuerst das Ergebnis der Wahlen an und lass uns sofort debattieren. Das läuft nicht mit Verhandlern, wie du sie von deiner Begleitung der FARC und anderer Banditen gewohnt bist; das ist von Angesicht zu Angesicht mit dem Volk und ohne Bedingungen.

Abelardo de la Espriella

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Die Kandidaten und ihre Basis

De la Espriella, ein Bewunderer von Donald Trump, hat seine juristische Karriere mit der Verteidigung umstrittener Mandanten wie Alex Saab, einem Strohmann von Nicolás Maduro, aufgebaut. Er wirbt mit einem „harten Kurs“ in der Sicherheitspolitik, inspiriert von El Salvadors Nayib Bukele, und nutzt die weit verbreitete Unzufriedenheit mit Petros gescheiterter „Totaler Frieden“-Politik angesichts der schlimmsten Gewaltwelle seit einem Jahrzehnt. Cepeda, ein Symbol der ideologischen Linken und Architekt dieser Friedenspolitik, wird von Gegnern als gefährlich weich gegenüber Kriminalität und bewaffneten Gruppen angesehen.

Ein harter Kurs ist das, was gebraucht wird. Wir haben bereits gesehen, dass der totale Frieden ein totaler Fehlschlag war.

Víctor Castellanos

Der Weg zum 21. Juni

Die Stichwahl am 21. Juni wird ein Wettstreit zwischen zwei antagonistischen populistischen Visionen sein. De la Espriella geht mit Rückenwind und der Unterstützung der traditionellen Rechten ins Rennen. Cepeda muss seine Basis über Petros Kernanhänger hinaus erweitern, um den Rückstand aufzuholen. Das Ergebnis wird tiefgreifende Auswirkungen auf die politische Landschaft Lateinamerikas haben und könnte der populistischen Linken der Region nach Niederlagen in Argentinien, Ecuador, Bolivien und Chile einen weiteren Schlag versetzen.

Ergebnisse der ersten Runde (vorläufig) · Stimmen
Abelardo de la Espriella
10.361.499
Iván Cepeda
9.688.361
Paloma Valencia
1.640.000
Sergio Fajardo
1.000.000
Andere
580.000
Abelardo de la Espriella
10361499 Stimmen
Iván Cepeda
9688361 Stimmen
Paloma Valencia
1640000 Stimmen
Sergio Fajardo
1000000 Stimmen
Andere
580000 Stimmen
Weg zur Stichwahl
  1. 31. Mai 2026Erste Runde abgehalten; De la Espriella gewinnt 43,74 %, Cepeda 40,90 %.
  2. 31. Mai, 22:00Petro und Cepeda weigern sich, die vorläufigen Ergebnisse anzuerkennen, und behaupten Unregelmäßigkeiten.
  3. 1. Juni, 10:00Cepeda nimmt Betrugsvorwürfe zurück, sagt, es wurden keine größeren Unregelmäßigkeiten gefunden.
  4. 1. Juni, 12:00Petro greift De la Espriella auf X an und vergleicht ihn mit dem Faschismus.
  5. 1. Juni, 14:00Cepeda fordert De la Espriella zu einer Debatte heraus; De la Espriella verlangt zuerst die Anerkennung der Ergebnisse.
  6. 21. Juni 2026Präsidentschafts-Stichwahl angesetzt.
Bogotá · Barranquilla
Abelardo de la EspriellaIván CepedaGustavo PetroPaloma ValenciaÁlvaro UribeSergio FajardoClaudia LópezVíctor CastellanosFelipe Botero
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8 Quellen

  • El legado de Gustavo Petro: Colombia, más polarizada que nunca
    EL MUNDO·1. Juni
  • Claves de la victoria del candidato de extrema derecha en Colombia y qué puede pasar en la segunda vuelta
    eldiario.es·1. Juni
  • Petro entra al choque en la segunda vuelta presidencial de Colombia
    EL PAÍS·1. Juni
  • Populismo y polarización en Colombia
    El Periódico·1. Juni
  • Elecciones en Colombia, un país que se juega su alma
    EL PAÍS·1. Juni
  • De la Espriella sorprende y la institucionalidad cruje en Colombia
    La Razón·1. Juni
  • Los colombianos encaran con sorpresa y "miedo" el balotaje entre la ultraderecha y la izquierda
    RFI·1. Juni
  • Colombia: Cepeda reta a De la Espriella a un debate; el derechista lo desafía a reconocer los resultados
    France 24·1. Juni

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Foto: Abelardo de la Espriella, CC0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Foto: Agência Senado, CC BY 2.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)Archivbild, 2021
Foto: Agência Senado from Brasilia, Brazil, CC BY 2.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)Archivbild, 2023
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