
Chefin der spanischen Steuerbehörde tritt nach Einkommensteuerkampagne zurück, Gewerkschaft warnt vor blockierten Reformen
Soledad Fernández Doctor, Generaldirektorin der spanischen Steuerbehörde, wird in den kommenden Tagen nach mehr als vier Jahren im Amt zurücktreten. Der Schritt war geplant und erfolgt nach dem Ende der Einkommensteuerkampagne am 30. Juni, doch die wichtigste Gewerkschaft warnt, dass zentrale interne Reformen unvollendet bleiben.
Ein geplanter Abgang
Soledad Fernández Doctor, die seit Juni 2022 die staatliche Steuerbehörde leitet, wird ihren Posten kurz nach einem vor Monaten gestellten Wechselwunsch verlassen. Das Finanzministerium unter der Leitung von Arcadi España erklärte, der Übergang sei vereinbart und bewusst bis zum Abschluss der Einkommensteuerkampagne 2025 verschoben worden, die am Dienstag endete. Zwei weitere hochrangige Persönlichkeiten – die Direktoren der Bereiche Erhebung und der Finanz- und Steuerinspektion – haben sich ebenfalls um Auslandsposten beworben, ihre Abgänge sind jedoch noch nicht bestätigt.
Die Generaldirektorin hat nach großartiger Arbeit über vier Jahre hinweg vor Monaten ihren Abgang beantragt, und es wurde vereinbart, jede Änderung bis zum Ende der Einkommensteuerkampagne zu verschieben.
Gewerkschaftlicher Widerstand
Die Steuertechniker-Gewerkschaft Gestha zeigte sich überrascht über den Zeitpunkt und warnte, dass die Veränderung eine Phase der Unsicherheit eröffne, die wichtige Reformen verzögern könnte. Gestha bestreitet die Behauptung des Ministeriums, dass die wichtigsten Teile des Strategieplans 2024-2027 abgeschlossen seien, und weist darauf hin, dass das Kapitel über Personalressourcen – das die Personalstruktur, die Stellenklassifizierung, die Leistungsbewertung und die Karriereentwicklung umfasst – noch unvollendet ist.
Eine erneute Verschiebung der ausstehenden Reformen würde die Verschlechterung der Organisationsstruktur der AEAT verlängern und die Frustration einer Belegschaft verstärken, die dringend stabile Lösungen benötigt, um die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen einer Institution zu bewältigen, die eine Stütze des Staates ist.
Politischer Hintergrund
Die Erneuerung der Führung erfolgt nach einer turbulenten Zeit für die Behörde. Fernández Doctors Amtszeit fiel zusammen mit dem Leak von Steuerdaten über den Partner der Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso, Verhandlungen mit der katalanischen Regierung über eine mögliche Übertragung der Steuerverwaltungsbefugnisse an Katalonien und der jüngsten öffentlichen Aufmerksamkeit für einen Steuerfall, der den ehemaligen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero betrifft. Oppositionskommentatoren haben einen „konvulsiven Horizont“ für die Institution beschrieben.
Die Liste der Großschuldner
Zum Ende der Einkommensteuerkampagne veröffentlichte die Behörde ihre 13. Jahresliste der wichtigsten Steuerschuldner. Der geschuldete Gesamtbetrag belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 15,4 Milliarden Euro, ein Rückgang von 4,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Regierung argumentiert, dass die Meilensteine des Strategieplans – ein neues Modell für den Steuerzahlerservice, vereinfachte Dokumente und ein System zur vorbeugenden Einhaltung – bereits vorhanden oder nahezu abgeschlossen seien.


