
St. Gallen dreht Rückstand und schlägt den FC Zürich 2:1 zum Super-League-Auftakt
Lukas Görtler erzielte den Ausgleich und bereitete Andrin Hunzikers Siegtreffer in einem Vier-Minuten-Rausch vor, als St. Gallen Umeh Emmanuels Führungstreffer zum 2:1-Sieg im ausverkauften Kybunpark drehte.
Frühe Zürcher Kontrolle bleibt unbelohnt
Marcel Kollers erstes Super-League-Spiel als Trainer des FC Zürich seit sechs Jahren begann vielversprechend. Seine Mannschaft war in der ersten Stunde die bessere, verteidigte in einem strukturierten Block und schaltete schnell über direkte Bälle auf Philippe Kény und die Außenstürmer um. Kény vergab vor der Pause drei klare Chancen: eine von Lawrence Ati Zigi gehalten, eine in letzter Sekunde geblockt, eine weitere daneben. Emmanuel brach den Bann schließlich in der 50. Minute, als er einen Sololauf mit einem platzierten Schuss an Heinz Lindner vorbei abschloss.
Maassens Dreifachwechsel dreht die Partie
St. Gallens Trainer Enrico Maassen reagierte in der 60. Minute mit einem Dreifachwechsel und brachte Andrin Hunziker, Enoch Owusu und Diego Besio. Der Zug veränderte das Spiel. Hunziker köpfte aus kurzer Distanz knapp drüber, Besio vergab wenig später eine weitere Gelegenheit. Der Ausgleich fiel in der 70. Minute durch Kapitän Lukas Görtler, der eine einstudierte Eckballvariante verwertete – eine Standardschwäche, die der Schweizer Cupsieger aus der Vorsaison mitgenommen hatte.
Vier Minuten entscheiden
Görtlers Jubel war eindeutig: Er peitschte das Heimpublikum an, und St. Gallen stürmte nach vorne. Knapp 240 Sekunden nach dem Ausgleich schlug der Kapitän eine Flanke von der Seite, und Hunziker nickte den Ball unerreichbar für Lindner zum 2:1 ins Tor. Das Tor war ein Traumdebüt für den Neuzugang. Zürich, das mit mehreren jungen Spielern begonnen hatte, konnte bis zur sechsten Minute der Nachspielzeit nicht antworten, als Emmanuel erneut gefährlich wurde.
Kollers Handschrift trotz Niederlage erkennbar
Die Gäste reisen mit Grund zum Optimismus ab. Ihre erste Halbzeit zeigte die Konturen von Kollers Ansatz: kompaktes Verteidigen gefolgt von schnellen Umschaltbewegungen, langen Diagonalbällen auf Kény und Flanken von der Seite. Torhüter Lindner, einer von nur zwei Neuzugängen und Vertreter des verletzten Silas Huber, hielt solide und hatte bei beiden Gegentoren keine Abwehrchance. Zürich empfängt am 1. August Servette im Letzigrund, während St. Gallen am Donnerstag zum Europa-League-Qualifikationsspiel nach Lissabon zu Benfica reist – mit Rückenwind durch diesen Sieg und das 2:1 gegen die Portugiesen unter der Woche.
Sonstiges am ersten Spieltag
Lugano besiegte Aufsteiger Vaduz im ersten Ligaspiel im neuen Stadion mit 2:1. Die deutschen Verteidiger Antonios Papadopoulos und Lukas Mai trafen beide per Eckball zur 2:0-Pausenführung, ehe YB-Leihgabe Lutfi Dalipi den Anschlusstreffer erzielte. Vaduz‘ Torhüter Tim Schaffran sah in der 82. Minute wegen eines Notbremse-Fouls die Rote Karte. Auch die Young Boys gewannen und besiegten Sion.
- Philippe Kény vergibt drei klare Chancen für Zürich
- Umeh Emmanuel erzielt per Sololauf die 1:0-Führung für Zürich
- Maassen wechselt für St. Gallen dreifach
- Görtler gleicht per einstudierter Eckballvariante aus
- Hunziker köpft Görtlers Flanke zum 2:1-Siegtreffer ein


