
St. Gallen schockt Benfica mit 2:1 in der Europa-League-Qualifikation – Tom Gaals später Kopfball lässt Portugals Giganten staunen
Tom Gaals Kopfball in der 80. Minute bescherte dem Schweizer Cupsieger St. Gallen einen 2:1-Hinspielsieg über den portugiesischen Rekordmeister Benfica, der auf sechs WM-Spieler verzichten musste.
## Spielzusammenfassung Der FC St. Gallen bescherte dem ausverkauften Sitterstadion eine denkwürdige Europapokalnacht und besiegte den portugiesischen Rekordmeister Benfica im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League mit 2:1. Aliou Baldé brachte den Schweizer Cupsieger in der 37. Minute in Führung, als er nach intensivem Pressing und einem Ballgewinn aus spitzem Winkel einschoss. Benfica glich sieben Minuten später durch Rafa Silva aus, der einen der wenigen gut herausgespielten Angriffe der Gäste vor der Pause abschloss. Die Entscheidung fiel in der 80. Minute, als Lukas Daschner einen Freistoß von der linken Seite hereinbrachte und Tom Gaal, der 25-jährige deutsche Innenverteidiger mit einer Größe von 1,93 Metern, am höchsten stieg und den Ball durch die Beine von Torhüter Anatoliy Trubin köpfte. St. Gallen hatte 17 Torschüsse gegenüber 14 von Benfica und erzielte 1,74 Expected Goals gegenüber 1,32 der Gäste – ein verdienter Sieg.
- Aliou Baldé eröffnet den Torreigen für St. Gallen aus spitzem Winkel.
- Rafa Silva gleicht für Benfica aus.
- Tom Gaal köpft den Siegtreffer nach einem Freistoß von Lukas Daschner.
Reaktion der portugiesischen Medien
Das Ergebnis löste in Portugal Empörung aus. Die Sportzeitung A Bola bezeichnete die Niederlage als „skandalös“ und fügte hinzu: „Zu sagen, es sei schrecklich gewesen, wäre für Benfica noch ein Kompliment!“ Dieselbe Zeitung merkte an: „Die gute Nachricht für Benfica ist, dass es wohl nicht schlimmer werden kann.“ Die Zeitung Record fragte, ob der Kader und die Führung überhaupt bemerkt hätten, dass die Saison bereits begonnen habe. Afonso Couto, Moderator des Podcasts 90+ 3, sagte den Zuhörern: „Wir haben eine der schlechtesten europäischen Leistungen Benficas der letzten Jahre gesehen.“
Zu sagen, es sei schrecklich gewesen, wäre für Benfica noch ein Kompliment!
Fehlende Spieler und Benficas Probleme
Benfica reiste ohne sechs Spieler in die Schweiz, die bei der Weltmeisterschaft im Einsatz waren und erst kürzlich nach Lissabon zurückgekehrt waren. Amar Dedic, Tomas Araujo, Richard Rios, Dodi Lukebakio, Fredrik Aursnes und Andreas Schjelderup standen nicht zur Verfügung, sodass Trainer Marco Silva in seinem ersten Pflichtspiel als Chefcoach mit einem dezimierten Kader auskommen musste. Die portugiesische Mannschaft, die in der letzten Saison unter José Mourinho ohne eine einzige Niederlage Dritter in der Primeira Liga geworden war, tat sich schwer, klare Chancen zu kreieren, und wurde immer wieder von St. Gallens Torhüter Lawrence Ati Zigi gestoppt.
St. Gallens Mannschaftsleistung
Kapitän Lukas Görtler beschrieb den Sieg als vergleichbar mit früheren europäischen Höhepunkten gegen Fiorentina und Trabzonspor. Er scherzte nach dem Spiel: „Gegen Real Madrid hätten wir heute unentschieden gespielt“ und bezog sich damit auf die Tatsache, dass Benficas letzte Niederlage gegen die spanischen Giganten erfolgt war. Trainer Enrico Maassen hatte seinen Spielern in der morgendlichen Videoanalyse gesagt: „Wir sind jetzt drei Jahre zusammen. Wir wissen genau, was wir können und was wir brauchen.“ Die Mannschaft, die in der Schweizer Super League Zweiter wurde und letzte Saison den Cup gewann, behielt ihren Kern und ergänzte ihn mit vielversprechenden Neuzugängen – eine Stabilität, die sich in einer dominanten ersten Halbzeit zeigte. Sportchef Roger Stilz bestätigte, dass eine Rückkehr des ehemaligen Verteidigers Leonidas Stergiou angesichts der Kadertiefe derzeit nicht nötig sei.
Gegen Real Madrid hätten wir heute unentschieden gespielt.
Wie es weitergeht
Das Rückspiel findet am Donnerstag, 30. Juli, im Estádio da Luz in Lissabon statt (21:00 Uhr Ortszeit). Ein Unentschieden würde St. Gallen in die dritte Qualifikationsrunde bringen und die Hoffnung auf eine europäische Gruppenphase im Herbst am Leben erhalten. Benfica bleibt trotz des Rückstands im Hinspiel auf heimischem Boden Favorit, aber die Schweizer haben sich eine echte Chance auf eine Überraschung erarbeitet.
- Torschüsse (St. Gallen)
- 17
- Torschüsse (Benfica)
- 14
- Expected Goals (St. Gallen)
- 1.74
- Expected Goals (Benfica)
- 1.32
