Regierung · Madrid

Spanisches Innenministerium nach Journalisten-Dossier mit Rücktrittsforderungen konfrontiert

Das spanische Innenministerium räumte ein, eine interne Akte mit politischen Bewertungen von 280 Journalisten erstellt zu haben. Die Opposition fordert den Rücktritt von Fernando Grande-Marlaska und hat Strafanzeige erstattet.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von europa press, El Confidencial, LaVanguardia und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Madrid · Spanien
Wie es dazu kam
  1. Februar 2024Das Kommunikationsbüro des Innenministeriums erstellt das Medien-Dossier mit Profilen von Kommentatoren
  2. 8. September 2026El Confidencial veröffentlicht Details der 280 Journalisten umfassenden Akte
  3. 9. September 2026Opposition fordert Rücktritte, Iustitia Europa reicht Strafanzeige ein

Enthüllung des Medien-Dossiers

Ein Bericht von El Confidencial enthüllte, dass das Kommunikationsbüro des spanischen Innenministeriums ein internes Dossier mit dem Titel „Tertulianos. Radio y Televisión“ erstellt hatte, das mehr als 280 Journalisten, Kommentatoren und Analysten nach ihrer vermeintlichen politischen Ideologie und redaktionellen Haltung gegenüber der Regierung einordnete. Das über 50 Seiten umfassende Dokument, das zwischen Ende 2023 und Februar 2024 zusammengestellt wurde, enthielt Einzelakten mit Fotos, beruflichem Hintergrund und Etiketten wie „PSOE-nah“, „konservative Tendenz“, „unabhängig“ oder „regierungsunterstützend“. Fünf Journalisten und Kolumnisten der Zeitung LA RAZÓN, darunter deren Direktor Francisco Marhuenda und Vizedirektorin Carmen Morodo, wurden in der Akte erfasst, ebenso wie Kommentatoren wie Toni Bolaño, Elisa Beni und Sergio Barbosa. Auch Polizeigewerkschaften kritisierten das Ministerium dafür, Ressourcen für ideologische Erfassung statt für operative Alarmmeldungen zu verwenden.

Regierungsreaktion und ministerielle Verteidigung

Innenminister Fernando Grande-Marlaska äußerte sich während einer parlamentarischen Kontrollsitzung im Abgeordnetenhaus zu dem Dossier und bestritt, dass es sich um eine schwarze Liste handele oder eine unangemessene Absicht verfolge. Das Innenministerium bezeichnete das Dokument als internes Konsultationspapier, das keine Einschränkungen der journalistischen Tätigkeit bedeute, obwohl sein Kommunikationsbüro sich bei den betroffenen Medienvertretern entschuldigte. Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte in einem Interview auf TVE, er habe vor der Veröffentlichung nichts von dem Dossier gewusst, bezeichnete die Zusammenstellung als unglücklichen internen Arbeitsentwurf und verteidigte zugleich das Bekenntnis seiner Regierung zur Pressefreiheit.

„Ich halte das Dokument für sehr unglücklich, mehr kann ich nicht sagen. Was ich Ihnen, den Journalisten und natürlich den Medienmitarbeitern garantieren kann, ist, dass die spanische Regierung die Autonomie und Unabhängigkeit der Medien respektiert.“

Pedro Sánchez, Ministerpräsident von Spanien

Opposition fordert Rücktritte

Oppositionsführer und Regionalpolitiker verurteilten das Dossier. Der Vorsitzende der Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, bezeichnete es als schwarze Liste, und Generalsekretär Miguel Tellado forderte während der Parlamentssitzung den Rücktritt von Grande-Marlaska. Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida wies die Darstellung der Regierung zurück, es handele sich um ein routinemäßiges Referenzdokument, und argumentierte, dass die Einstufung von Reportern über das Mandat des Ministeriums hinausgehe.

„Dieser Innenminister muss zurücktreten. Wenn er es wusste, muss er zurücktreten, und wenn er es nicht wusste, dann weil er inkompetent ist.“

José Luis Martínez-Almeida, Bürgermeister von Madrid

Auch Regionalpräsidenten kritisierten den Bericht. Der andalusische Präsident Juanma Moreno verglich die ideologische Erfassung mit Praktiken unter Francisco Franco, während die aragonesische Vizepräsidentin Mar Vaquero die Einordnung mit Methoden autoritärer Systeme gleichsetzte. Kritik kam auch aus den eigenen Reihen der Sozialisten: Die stellvertretende Generalsekretärin der andalusischen PSOE, María Márquez, erklärte, sie unterstütze die Kategorisierung von Journalisten nach ihren politischen Ansichten nicht.

Strafanzeige in Madrid eingereicht

Die politische Partei Iustitia Europa reichte beim Bereitschaftsdienst des Madrider Instruktionsgerichts Strafanzeige ein und beantragte eine gerichtliche Untersuchung, wer das Dossier in Auftrag gegeben habe und wie die Daten verwendet wurden. Die rechtliche Eingabe behauptet Verstöße gegen Artikel 197.2 des spanischen Strafgesetzbuchs wegen unbefugten Zugriffs und Nutzung geschützter personenbezogener Daten. Die Partei betonte die erschwerenden Umstände gemäß Artikel 197.5 bezüglich Daten, die die persönliche Ideologie offenbaren, sowie Artikel 198 über rechtswidrige Handlungen von Amtsträgern. Die Beschwerde fordert das Gericht auf, festzustellen, welche Beamten Zugang zu dem Material hatten und welche praktische Verwendung aus den gesammelten Aufzeichnungen gemacht wurde.

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