
Spanische extreme Rechte und Linke vereinen sich, um Marokkos Ausschluss von der WM 2030 zu fordern, angesichts des Endspiel-Austragungsstreits
Die FIFA dementierte Berichte, wonach Präsident Gianni Infantino Marokko das Finale der WM 2030 versprochen habe, während spanische Parteien von Vox bis Sumar nach der Migrationskrise in Ceuta den Ausschluss Marokkos aus der gemeinsamen Ausrichtung forderten.
FIFA-Dementi und spanisches Vertrauen
Die spanische Regierung zeigte sich zuversichtlich, dass das Finale der WM 2030 auf spanischem Boden ausgetragen wird, nachdem die FIFA einen britischen Medienbericht dementiert hatte, wonach Präsident Gianni Infantino Co-Gastgeber Marokko das Finale angeboten habe. Sportministerin Milagros Tolón sagte gegenüber Cadena Ser, dass Spanien das Endspiel „verdient“ habe, und verwies auf den Status Spaniens als amtierender Weltmeister der Männer und Frauen sowie darauf, dass Spanien und Portugal die Bewerbung angeführt hatten, bevor Marokko beitrat. Die FIFA erklärte, es sei „falsch und irreführend zu behaupten, der FIFA-Präsident habe ein Versprechen in Bezug auf die Ausrichtung des FIFA-Weltpokals 2030 gemacht“ und dass eine Entscheidung zu gegebener Zeit getroffen werde. Tolón sagte, die spanische Regierung sei „überrascht“ über den Bericht und wies darauf hin, dass das nächste Treffen mit der FIFA für September angesetzt sei.
Wir sind die amtierenden Weltmeister der Männer und Frauen, und Spanien und Portugal haben die Bewerbung für die WM 2030 angeführt, der Marokko später beigetreten ist.
Politischer Gegenwind aus dem gesamten Spektrum
Der Times-Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, verschärfte die ohnehin schon hohen Spannungen nach einer Migrationskrise in Ceuta am 30. und 31. Juli, als 72.000 Einwanderer die spanische Enklave in Nordafrika betraten. Spanische Parteien aus entgegengesetzten politischen Lagern vereinten sich und forderten den Ausschluss Marokkos aus der gemeinsamen Ausrichtung der WM 2030. Die rechtsextreme Partei Vox reichte am Donnerstag einen Antrag im Abgeordnetenhaus ein, in dem sie verlangte, dass die Sportkommission über den Ausschluss Marokkos berät, und bezeichnete das Land als „keinen loyalen Partner“ unter Verweis auf die „äußerst ernsten Vorfälle“ in Ceuta. Das linksgerichtete Bündnis Sumar reichte am Mittwoch einen ähnlichen Vorschlag ein und argumentierte, dass Marokko nicht das Prestige, die wirtschaftlichen Vorteile und die internationale Legitimität der Ausrichtung einer WM erhalten dürfe, solange Zweifel an der Rolle Rabats in der Krise bestünden. Auch Podemos, Teil der Koalition von Premierminister Pedro Sánchez, schloss sich dem Aufruf über Parteichef Pablo Fernández an, der auf X schrieb, dass Spanien die WM nicht mit einer Diktatur wie Marokko gemeinsam organisieren solle. Die portugiesische Partei Livre rief ebenfalls dazu auf, dass die iberischen Nachbarn ohne Marokko ausrichten sollen.
Die äußerst ernsten Vorfälle, die sich am 30. und 31. Juli in Ceuta ereignet haben, haben die Grundlagen des Vertrauens und der Zusammenarbeit, auf denen eine gemeinsame Kandidatur zwangsläufig beruht, völlig zerstört.
- Spanien und Portugal beginnen gemeinsame WM-Bewerbung, nachdem sie erkennen, dass die 55 Stimmen der UEFA nicht ausreichen würden
- FIFA vergibt WM 2030 an Spanien, Portugal und Marokko
- Migrationskrise in Ceuta beginnt: 72.000 Einwanderer betreten die spanische Enklave am 30. und 31. Juli
- FIFA dementiert britischen Medienbericht, wonach Infantino Marokko das Finale 2030 versprochen habe
- The Times berichtet, Infantino habe Marokko das Finale im Austausch für Unterstützung angeboten; Sumar reicht Vorschlag im spanischen Parlament ein
- Vox reicht Antrag auf Ausschluss Marokkos ein; spanische Beamte bestehen darauf, dass das Finale Spanien gehört
Stadien und konkurrierende Bewerbungen
Marokko hofft, das Finale im geplanten 115.000 Sitzplätze umfassenden König-Hassan-II.-Stadion bei Casablanca auszutragen, das nach Angaben der marokkanischen Behörden das größte Fußballstadion der Welt werden soll. Spanien hat mindestens zwei mögliche Spielorte: das Santiago Bernabéu von Real Madrid und das Camp Nou des FC Barcelona. Der Präsidialrat der Region Madrid, Miguel Ángel García Martín, beanspruchte Madrid als den „besten Ort“ für das Finale und verwies auf das Santiago Bernabéu und das Metropolitano als geeignete Stadien. Laut LaSexta hatte Infantino dem spanischen Fußballverband (RFEF) eine offizielle Zusage gemacht, dass das Finale im Santiago Bernabéu stattfinden werde, und RFEF-Präsident Rafael Louzán erklärte im Januar, dass Spanien die WM leiten und das Finale ausrichten werde.
Rubiales‘ Behauptungen und FIFA-Politik
Der ehemalige RFEF-Präsident Luis Rubiales, der den Verband von 2018 bis 2023 leitete und von der FIFA wegen des nicht einvernehmlichen Kusses an Jenni Hermoso bei der Frauen-WM 2023 für drei Jahre gesperrt wurde, sagte gegenüber MARCA, er habe einen Plan gehabt, das Finale im Santiago Bernabéu auszutragen. Rubiales behauptete, die Bewerbung habe 2018 begonnen, als Spanien und Portugal erkannten, dass die 55 Stimmen der UEFA nicht ausreichen würden und die Unterstützung Marokkos nötig sei. Er beschuldigte Premierminister Pedro Sánchez, den Plan nach einem Treffen mit Infantino ruiniert zu haben, und sagte, Sánchez habe nachgegeben, um die Anerkennung zu erhalten, und habe zugestimmt, Uruguay, Paraguay und Argentinien in die Bewerbung aufzunehmen, was Rubiales zufolge immer abgelehnt worden war. LaSexta berichtete, dass Druck von Donald Trump und die bevorstehenden FIFA-Wahlen im März 2027 die Entscheidung beeinflussen könnten, da Infantino versuche, angesichts der Kritik an seiner Führung, einschließlich seines Versuchs, die WM zu privatisieren, Unterstützung zu sammeln.


