
Somalischer Schiedsrichter Omar Artan erhält keine Einreise in die USA und verpasst WM-Debüt 2026
Omar Abdulkadir Artan, 2025 zum besten Schiedsrichter Afrikas gekürt, wurde am Wochenende die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert. Damit platzt sein Traum, als erster Somalier ein WM-Spiel zu leiten.
Ein historisches Debüt vorzeitig beendet
Omar Abdulkadir Artan, vom Afrikanischen Fußballverband (CAF) zum besten männlichen Schiedsrichter des Jahres 2025 gekürt, sollte als erster Somalier eine Partie bei einer Weltmeisterschaft leiten. Er war als einer von 52 Unparteiischen für das Turnier nominiert, das am Donnerstag beginnt. Dieser Meilenstein zerschlug sich, als die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) ihm am Samstag am Miami International Airport die Einreise verweigerte, nachdem er mit einem Flug aus Istanbul eingetroffen war.
Was an der Grenze geschah
Ein CBP-Sprecher erklärte, ohne Artan namentlich zu nennen, ein somalischer Staatsbürger habe sich einer routinemäßigen zusätzlichen Überprüfung unterzogen und sei aufgrund von Sicherheitsbedenken für einreiseunfähig erklärt worden. Die Behörde berief sich auf damals vorliegende Informationen aus den Bereichen Strafverfolgung, nationale Sicherheit und Einwanderung. Artan besaß laut Medienberichten und Aussagen von Ciise Aden Abshir, einem ehemaligen Kapitän der somalischen Nationalmannschaft, der heute das Sportministerium berät, ein gültiges Visum und einen Diplomatenpass.
Einreiseentscheidungen werden von Fall zu Fall auf der Grundlage von Informationen aus den Bereichen Strafverfolgung, nationale Sicherheit und Einwanderung getroffen, die zum Zeitpunkt der Überprüfung vorliegen.
FIFA und Somalia reagieren
Die FIFA bestätigte, dass Artan weder trainieren noch bei der WM als Schiedsrichter eingesetzt wird, und erklärte, sie sei nicht in die Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes eingebunden; die Behörden hätten mitgeteilt, dass sich sein Status vorerst nicht ändern werde. Das somalische Ministerium für Jugend und Sport erklärte, es habe umfangreiche diplomatische Bemühungen und Verhandlungen mit den USA und der FIFA unternommen, jedoch keine Lösung erreichen können.
Leider war es trotz dieser entschlossenen Bemühungen nicht möglich, eine Lösung zu finden.
Der Schiedsrichter spricht
Artan gab über die FIFA eine Erklärung ab, in der er betonte, er sei weiterhin positiv gestimmt und konzentriere sich auf die nächsten Herausforderungen seiner Schiedsrichterkarriere. Er dankte der FIFA und der CAF für ihre Unterstützung und wünschte seinen Kollegen viel Erfolg beim Turnier.
Trotz der Umstände bin ich guter Dinge und konzentriere mich auf die nächsten Herausforderungen meiner Schiedsrichterlaufbahn.
Weiterer Einwanderungskontext
Die Trump-Administration verhängte im Juni 2025 ein weitreichendes Einreiseverbot für Bürger aus zwölf Ländern, darunter Somalia. Das Verbot war bereits im Vorfeld der WM ein Anlass zur Sorge. Abshir sagte der AFP, die Verweigerung schade nicht nur Artan persönlich, sondern untergrabe auch das Bekenntnis des Fußballs zu Fairness und dem Geist des Fairplay.