
SNB unterstützt strengere Eigenkapitalvorschriften für UBS – Bank verfügt bereits über ausreichende Reserven
Die Schweizerische Nationalbank erklärte in ihrem jährlichen Stabilitätsbericht, dass die UBS über ausreichend Kapital verfügt, um die vorgeschlagenen strengeren Regeln zu erfüllen. Damit unterstützt sie das Bestreben der Regierung, ausländische Tochtergesellschaften vollständig mit Eigenkapital zu hinterlegen.
Schweizer Banken bleiben trotz schwierigerer Bedingungen robust
Der am Donnerstag veröffentlichte Finanzstabilitätsbericht der Schweizerischen Nationalbank zeichnet das Bild eines widerstandsfähigen Bankensektors. Die SNB erklärte, die Schweizer Banken seien gut positioniert, um die aktuellen makroökonomischen und finanziellen Herausforderungen zu bewältigen, und verwies auf solide Kapitalpuffer und Rentabilität. Das Kreditwachstum habe sich beschleunigt und bleibe robust, so die Notenbank, und die Einführung der finalen Basel-III-Regeln im Januar 2025 habe die Kreditvergabe nicht beeinträchtigt.
Der Schweizer Bankensektor ist gut positioniert, um das derzeit anspruchsvolle makroökonomische und finanzielle Umfeld zu bewältigen.
Die Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Behörden die Regulierung nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023 und ihrer Übernahme durch die UBS weiter umgestalten, wodurch das zusammengeschlossene Institut zur einzigen verbleibenden global systemrelevanten Bank der Schweiz wurde.
UBS erfüllt bereits geforderte Kapitalanforderungen, so die SNB
Der am meisten beachtete Teil des Berichts betrifft die UBS. Die Regierung unter der Leitung von Finanzministerin Karin Keller-Sutter möchte, dass die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften vollständig mit hartem Kernkapital (CET1) hinterlegt. Die SNB unterstützte diesen Ansatz ausdrücklich, bezeichnete ihn als „gezielt und verhältnismäßig“ und argumentierte, dass die derzeitige Teilkapitalisierung die Muttergesellschaft für Verluste ausländischer Einheiten anfällig mache und ihre Fähigkeit einschränke, in einer Krise zu stabilisieren.
Die Notenbank veröffentlichte auch Pro-forma-Berechnungen einschließlich Rücklagen, die zeigen, dass die UBS bereits über ausreichend Kapital verfügt, um die vorgeschlagenen Anforderungen zu erfüllen.
Nach den Pro-forma-Berechnungen der Behörden und unter Einbeziehung der Rücklagen verfügt die UBS bereits über ausreichend Kapital, um die vorgeschlagenen Anforderungen zu erfüllen.
Die UBS selbst hält die Maßnahmen, insbesondere die vollständige Eigenkapitalhinterlegung von Auslandstöchtern, für unverhältnismäßig und besteht darauf, dass international wettbewerbsfähige Regulierung erhalten bleiben müsse.
Inländische Banken: leichter Gewinnrückgang, aber die meisten verkraften Schocks
Der Bericht untersuchte auch die inländisch orientierten Banken. Ihre Rentabilität sank 2025 aufgrund niedrigerer Zinserträge und geringerer Margen leicht. Stresstests zeigten dennoch, dass die meisten dieser Banken dank ihrer Kapitalpuffer adversen Szenarien standhalten könnten. Die SNB warnte, dass diese Banken besonders anfällig für einen deutlichen Zinsanstieg in Verbindung mit Preiskorrekturen am Schweizer Immobilienmarkt seien, und wies darauf hin, dass der sektorale antizyklische Kapitalpuffer derzeit mit dem gesetzlichen Höchstwert von 2,5 % festgelegt sei.
Bei den drei inländisch orientierten systemrelevanten Banken sank die Rentabilität der Raiffeisen Gruppe, während sich die PostFinance und die Zürcher Kantonalbank verbesserten. Die Kapitalisierungsquoten von Raiffeisen und ZKB lagen deutlich über den regulatorischen Anforderungen; die Leverage Ratio der PostFinance hingegen erreichte nur knapp die Schwelle.
Lehren aus der Credit Suisse und institutionelle Unterstützung
Die Forderung nach einer vollständigen Eigenkapitalhinterlegung ausländischer Tochtergesellschaften spiegelt die Lehren aus der Credit Suisse-Krise wider. SNB-Vizepräsident Antoine Martin erläuterte, dass die Schwäche des derzeitigen Regimes während dieser Episode offensichtlich wurde, als der Verkauf ausländischer Einheiten die Kernkapitalquote der Credit Suisse weiter geschwächt hätte. Auch der Internationale Währungsfonds unterstützte die Vorschläge der Regierung in der vergangenen Woche.


