
Spanische Polizei verhaftet albanischen Gefängnisausbrecher Toma Taulant in Tarragona
Spanische Behörden haben den 42-jährigen Toma Taulant in Tarragona festgenommen, nachdem er aus vier europäischen Gefängnissen ausgebrochen war, und setzten ihn in Untersuchungshaft, um seine Auslieferung an Italien zu ermöglichen.
Festnahme in Katalonien
Beamte der spanischen Nationalpolizei nahmen den 42-jährigen albanischen Staatsbürger Toma Taulant in der nordostspanischen Stadt Tarragona fest und beendeten damit eine achtmonatige internationale Fahndung. Die Behörden gaben die Festnahme am 26. August 2026 bekannt, nach einer Operation im Stadtteil Campclar. Polizeiangaben zufolge erfolgte die Festnahme am 21. August, während italienische Ermittlungsquellen den Einsatz auf den 23. August datieren. Taulant, der aufgrund eines von der italienischen Staatsanwaltschaft ausgestellten europäischen Haftbefehls gesucht wurde, lebte seit Januar 2026 in Tarragona, nachdem er aus italienischem Gewahrsam geflohen war. Ermittler der Wirtschafts- und Finanzkriminalitätseinheit von Tarragona verfolgten ihn mehrere Tage lang, bevor sie seine Identität anhand von Europol-Beschreibungen, markanten Tätowierungen und einer Gesichtsnarbe bestätigten.
Konfrontation während der Festnahme
Die Festnahme erfolgte, während Taulant in einem Volkswagen Golf zusammen mit vier Landsleuten unterwegs war. Als die Polizei das Fahrzeug stoppte, leistete Taulant direkten Widerstand. Ein Mitfahrer griff die Festnahmeeinheit an, verletzte zwei Polizisten und floh zusammen mit den anderen Insassen in eine nahegelegene Menschenmenge. Bei der anschließenden Durchsuchung der Umgebung stellte die Polizei eine zurückgelassene Sig-Sauer-Pistole sicher, die ein Zeuge in nahegelegenen Büschen entsorgt gesehen hatte. Taulant führte gefälschte Ausweisdokumente mit sich, die mit einer früheren Polizeiakte in Girona wegen Waffen- und Sprengstoffbesitzes in Verbindung standen. Die Beamten beschlagnahmten außerdem zwei 500-Euro-Scheine, die im Verdacht der Fälschung standen und zur forensischen Prüfung an die Bank von Spanien weitergeleitet wurden.
Die spanische Polizei beschrieb die Umstände des kriminellen Hintergrunds des Flüchtigen in einer offiziellen Mitteilung.
Es klingt wie aus einem Film, aber manchmal ist die Realität seltsamer als die Fiktion.
Vier Gefängnisausbrüche
Taulant erhielt in den europäischen Medien den Spitznamen „Ausbruchszauberer“, nachdem er aus vier Haftanstalten in Italien und Belgien ausgebrochen war. Sein erster dokumentierter Ausbruch gelang ihm 2009 aus einem Gefängnis in der umbrischen Stadt Terni. 2013 floh er aus einer Haftanstalt in Parma, Italien, bevor er im selben Jahr ein zweites Mal aus dem Gefängnis Lantin in Belgien entkam. Bei dem belgischen Ausbruch überwand Taulant die Sicherheitsmauer mit Hilfe einer menschlichen Pyramide, die von Mitinsassen gebildet wurde. Sein jüngster Ausbruch ereignete sich am 7. Dezember 2025 im Hochsicherheitsgefängnis Opera bei Mailand, wo er die Gitterstäbe seiner Zelle durchsägte und sich mit geknoteten Bettlaken zu Boden ließ.
- Aus einem Gefängnis in Terni, Italien, ausgebrochen
- Aus einem Gefängnis in Parma, Italien, ausgebrochen
- Aus dem Gefängnis Lantin in Belgien mit einer menschlichen Pyramide von Insassen ausgebrochen
- Aus dem Hochsicherheitsgefängnis Opera in Mailand mit geknoteten Bettlaken ausgebrochen
- Von der spanischen Polizei in Tarragona, Spanien, festgenommen
Auslieferungsverfahren
Vor seiner Flucht aus der Mailänder Haftanstalt im Dezember 2025 verbüßte Taulant eine Freiheitsstrafe, die bis 2048 dauern sollte. Seine Verurteilungen in Italien umfassen Straftaten wie schweren Raub, Diebstahl und Drogenhandel. Nach seiner Festnahme in Tarragona lehnte ein spanischer Richter die Freilassung gegen Kaution ab und ordnete seine sofortige Überstellung in das Gefängnis Mas d'Enric in Tarragona an. Taulant bleibt in der katalanischen Einrichtung in Haft, während die spanischen und italienischen Justizbehörden die bilateralen Auslieferungsverfahren abschließen, um ihn nach Italien zurückzuführen und seine Reststrafe zu verbüßen.


