
Südkoreas Lee Jae-myung schlägt Friedensvertragsverhandlungen zur formellen Beendigung des Koreakriegs vor
Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung nutzte den 81. Jahrestag der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft, um zu formellen Verhandlungen mit Pjöngjang zur Beendigung des Koreakriegs aufzurufen, der seit dem Waffenstillstand von 1953 technisch gesehen noch immer andauert.
Friedensvertragsvorschlag
Am 15. August 2026 hielt der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung eine Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialbesatzung (1910-1945) und nutzte den Anlass, um formelle Verhandlungen mit Pjöngjang vorzuschlagen. Der Koreakrieg, der zwischen 1950 und 1953 geführt wurde, endete nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag, was bedeutet, dass der Konflikt technisch gesehen seit über 70 Jahren andauert. Lee rief beide Seiten dazu auf, Gespräche zu beginnen, um den instabilen Waffenstillstand durch das zu ersetzen, was er als „Friedensordnung“ bezeichnete, und dabei Nordkorea und alle anderen direkt beteiligten Parteien einzubeziehen.
Der südkoreanische Präsident forderte beide Koreas auf, gegenseitige Drohungen beiseite zu legen und sich an den Verhandlungstisch zu setzen.
Legen wir unsere Absichten beiseite, einander zu bedrohen, und beginnen wir als direkt beteiligte Parteien Gespräche zur Beendigung dieses langen Krieges.
Nukleare Dimension und Politikwechsel
Lee deutete an, dass der vorgeschlagene Dialog auch Maßnahmen zur Begrenzung der Nuklearkapazitäten Nordkoreas umfassen könnte, eine Haltung, die im Gegensatz zu der härteren Linie steht, die sein Vorgänger gegenüber dem Regime von Kim Jong-un verfolgte. Nordkorea hat seinen Status als Atommacht wiederholt als „unumkehrbar“ bezeichnet. Frühere Atomverhandlungen, die vom US-Präsidenten Donald Trump initiiert wurden, scheiterten nach dem letzten Gipfeltreffen mit Kim Jong-un, das 2019 in Hanoi stattfand. Lee versprach, dass Seoul nachhaltige Schritte unternehmen werde, um die Spannungen abzubauen und mehrere Schutzschichten gegen eine mögliche militärische Eskalation aufzubauen.
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Pjöngjangs Ablehnung und militärische Spannungen
Nordkorea hat alle Dialogvorschläge von Lee Jae-myung konsequent abgelehnt. Kim Jong-un hat die Wiedervereinigungspolitik aufgegeben, Südkorea zum feindlichsten Staat erklärt und die Verstärkung der Grenzverteidigung angeordnet. Pjöngjang hat zudem Südkoreas Pläne für atomgetriebene U-Boote und die gemeinsamen Militärübungen von Seoul und Washington kritisiert, die es als Provokationen betrachtet.
Diese Woche verurteilte Nordkorea die gemeinsamen Militärmanöver „Ulchi Freedom Shield“ zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten, die für August geplant sind, und drohte damit, seine Abschreckungsmaßnahmen auf eine „neue Stufe“ zu heben. Pjöngjang betrachtet die jährlichen Großmanöver als Vorbereitung für eine Invasion seines Territoriums.
Breiterer regionaler Kontext
Über die innerkoreanische Dimension hinaus sprach Lee in seiner Rede die Beziehungen zu Japan an und erklärte, dass beide Länder Probleme der Vergangenheit angehen müssten, während sie die Perspektive für die Zukunft offen hielten. Er äußerte die Hoffnung auf eine neue 60-jährige Periode des Friedens und Wohlstands gemeinsam mit Japan, das er als „engen Nachbarn“ bezeichnete.
Nordkorea hat sich auch direkt an der russischen Militäraggression in der Ukraine beteiligt, indem es Truppen zur Unterstützung des Kremls sowie Waffen- und Munitionslieferungen entsandte. Der Koreakrieg wurde ursprünglich durch einen Angriff des Nordens ausgelöst, der von der UdSSR und China unterstützt wurde, und der Waffenstillstand von 1953 fror den Konflikt nahe dem 38. Breitengrad ein, wo er seither verharrt.


