
Seltene Kopie der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776, das einzige Exemplar außerhalb Amerikas, unter erbeuteten Schiffspapieren in britischen Archiven entdeckt – pünktlich zum 250. Jahrestag
Ein Freiwilliger, der Marineakten im britischen Nationalarchiv katalogisierte, entdeckte einen äußerst seltenen Exeter-Druck der Unabhängigkeitserklärung. Es ist das einzige erhaltene Exemplar außerhalb der Vereinigten Staaten – just in dem Moment, da sich Amerika auf die Feierlichkeiten zu 250 Jahren seit seiner Gründung vorbereitet.
Ein zufälliger Fund
Ein Freiwilliger namens Michael Scurr stieß Anfang des Jahres auf das Dokument, als er die Korrespondenz von Kapitänen der Royal Navy aus dem 18. Jahrhundert in den National Archives in Kew, West-London, sortierte. Die BBC datiert den Moment auf Februar 2026, während Reuters und andere von Mai sprechen. Scurr erinnerte sich, dass der Morgen ganz gewöhnlich war, bis er ein Papier entfaltete, das mit den berühmten Worten „In Congress, July 4, 1776“ begann.
Ein so bedeutendes historisches Dokument auszugraben und zu bearbeiten, war aufregend, besonders in diesem wichtigen Jubiläumsjahr.
Das einzige Exemplar seiner Art außerhalb der USA
Das Blatt gehört zum sogenannten Exeter-Druck, der zwischen dem 16. und 19. Juli 1776 in Exeter, New Hampshire, hergestellt wurde – nur wenige Tage nachdem der Kontinentalkongress die Erklärung in Philadelphia verabschiedet hatte. Nur elf Exemplare dieser eiligen Auflage sind bekanntermaßen erhalten, und das neu identifizierte Exemplar ist das erste, das außerhalb der Vereinigten Staaten gefunden wurde. Graham Moore, Kurator am Archiv, bezeichnete es als „eine der seltensten bekannten Versionen“ und betonte, dass das Dokument „nicht zur Aufbewahrung bestimmt war – es wurde schnell gedruckt und weit verbreitet.“
Dies ist das einzige bekannte Exemplar, das im Rahmen einer Militäraktion beschlagnahmt wurde. Dank der bürokratischen Abläufe des Krieges … können wir eine ungewöhnlich reichhaltige Hintergrundgeschichte präsentieren, die die meisten erhaltenen Erklärungen nicht haben.
- Drucker in Exeter, New Hampshire, produzieren zwischen dem 16. und 19. Juli die Eilauflage der Unabhängigkeitserklärung.
- Kapitän Eleazer Johnson erwirbt ein Exemplar in der Nähe von Portsmouth, New Hampshire, bevor er nach Europa segelt.
- Die Royal Navy kapert die Dalton vor der Küste Portugals (einige Quellen nennen Spanien) nach einer siebenstündigen Verfolgungsjagd; das Dokument wird als Prise beschlagnahmt.
- Die Unabhängigkeitserklärung wird in den Aufzeichnungen des Admiralitätsgerichts schlicht als „weiteres Dokument“ vermerkt und archiviert.
- Freiwilliger Michael Scurr identifiziert das Dokument während der Katalogisierung von Papieren von Kapitänen der Royal Navy (einige Berichte datieren die Entdeckung auf Mai).
- Das Nationalarchiv gibt den Fund am Vorabend des 250. Jahrestages der amerikanischen Unabhängigkeit bekannt.
Eine Kriegsreise und Kaperung
Das Exemplar wurde an Bord des amerikanischen Freibeuters Dalton unter Kapitän Eleazer Johnson befördert, der es vermutlich in der Nähe von Portsmouth, New Hampshire, erworben hatte, um seine Mannschaft zu inspirieren. Die Dalton segelte nach Europa, um britische Schiffe anzugreifen, wurde jedoch am 24. Dezember 1776 nach einer siebenstündigen Verfolgungsjagd von der Royal Navy aufgebracht. Die genauen Angaben zum Ort unterscheiden sich: Reuters und Focus zufolge geschah dies vor der Küste Portugals, während Mediafax von der Küste Spaniens spricht. Das Schiff und seine Papiere – einschließlich der Unabhängigkeitserklärung – wurden nach Plymouth in England gebracht.
Bürokratische Bewahrung
Nach den Prisenregeln des 18. Jahrhunderts mussten erbeutete Dokumente dem Admiralitätsgericht vorgelegt werden, damit britische Kapitäne ihren Anteil beanspruchen konnten. Die Unabhängigkeitserklärung wurde in den Akten schlicht als „weiteres Dokument“ verbucht und lag zweieinhalb Jahrhunderte lang ungestört. Moore merkte an, dass das Archiv aufgrund der über 3.600 während des Unabhängigkeitskrieges beschlagnahmten amerikanischen Schiffe einen riesigen Bestand an noch unerforschtem Material beherbergt.
Es ist eine außergewöhnliche Entdeckung, und die extreme Seltenheit des Dokuments macht es umso bedeutender.
Zeitpunkt und weiterer Kontext
Das Nationalarchiv gab den Fund am 3. Juli 2026 bekannt, am Vorabend des amerikanischen Semiquincentennial. Das Ausstellungsteam hatte sich im Vorfeld des Jahrestages mit der Katalogisierung von Offizierspapieren aus dem Krieg befasst – ein Projekt, das den vergessenen Druck zutage förderte. Das Dokument wurde seither einer behutsamen Konservierung unterzogen – Stabilisierung des Papiers und Reparatur eines kleinen Risses –, damit Forscher es sicher handhaben können. Es wird nun für Studien zur Verfügung gestellt, wobei die Archivare hervorheben, wie das Exemplar die Geschwindigkeit veranschaulicht, mit der die Kolonisten die Nachricht von der Unabhängigkeit in der atlantischen Welt zu verbreiten suchten.


