
Selenskyj lehnt Kriegswahlen ab und warnt: Russland plant Mobilisierung von 300.000 Soldaten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte am 23. August 2026 vor Journalisten Forderungen von Mychajlo Fedorow nach Wahlen während des Krieges ab und warnte, dass Moskau nach September 300.000 Rekruten anstrebe, um in Donezk vorzurücken.
Opposition gegen Kriegswahlen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wandte sich am 23. August 2026 an Journalisten, um die Abhaltung nationaler Wahlen während des Krieges gegen Russland abzulehnen. Seine Äußerungen folgten öffentlichen Bemerkungen des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow Anfang der Woche, der die Behörden aufgefordert hatte, den Weg für Wahlen zu öffnen. Selenskyj erklärte direkt, dass die Organisation eines Wahlkampfs während eines aktiven bewaffneten Konflikts das Land gefährden würde. Er wies die Vorstellung zurück, dass ein Wahlzyklus unter den gegenwärtigen Bedingungen sicher ablaufen könne, und betonte, dass die logistischen und defensiven Anforderungen des Krieges Vorrang vor politischen Wettbewerben hätten. Selenskyj erklärte, dass die Durchführung landesweiter Wahlen während Feindseligkeiten den Staat schweren Sicherheitsbedrohungen aussetzen und entscheidende Aufmerksamkeit von der Landesverteidigung ablenken würde.
Gefahr der inneren Spaltung
Während seines Gesprächs mit Journalisten erläuterte Selenskyj, dass ein politischer Wahlkampf während des Krieges die innere Solidarität zerbrechen würde. Er warnte, dass die politische Reibung und Konkurrenz, die einem Wahlzyklus innewohnen, die geschlossene Haltung untergraben würden, die zur Verteidigung des Landes erforderlich sei.
Ich glaube, dass in einem solchen Krieg die Wahlen selbst ein enormes Risiko darstellen.
Selenskyj beschrieb die Aussicht auf Kriegswahlen als einen Tsunami, der die Ukraine spalten würde, anstatt ihre Regierungsführung zu unterstützen. Er erklärte, dass Wahlkämpfe gesellschaftliche Spaltungen und politische Konfrontationen zu einem Zeitpunkt erzeugen würden, an dem das nationale Überleben von innerer Stabilität abhänge. Der Präsident wiederholte, dass die Einführung von Parteidebatten während der anhaltenden Kämpfe das Land von innen spalten und seinen kollektiven Widerstand schwächen würde.
Russische Mobilisierung im September 2026
Über innenpolitische Fragen hinaus erläuterte Selenskyj nachrichtendienstliche Schätzungen zur russischen Militärrekrutierung und Truppenbildung. Er erklärte, dass die russische Regierung plane, nach Abschluss ihrer Parlamentswahlen im September 2026 zusätzliche 300.000 Soldaten für den Krieg in der Ukraine zu mobilisieren. Laut dem ukrainischen Präsidenten hat Moskau diese Mobilisierungswelle so terminiert, dass sie unmittelbar nach der Abstimmung beginnt. Der Zustrom von 300.000 neu mobilisierten Soldaten soll die derzeit auf ukrainischen Schlachtfeldern operierenden russischen Einheiten verstärken und ihr offensives Tempo aufrechterhalten.
- Der ehemalige Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow ruft dazu auf, den Weg für Wahlen zu öffnen.
- Wolodymyr Selenskyj lehnt Kriegswahlen ab und skizziert russische Mobilisierungspläne.
- Russische Parlamentswahlen gehen der geplanten Mobilisierung von 300.000 Soldaten voraus.
- Russland könnte Hunderttausende Soldaten rekrutieren, um die Provinz Donezk einzunehmen.
Langfristige Ziele in der Provinz Donezk
Die ukrainische Führung skizzierte auch russische Militärpläne, die über den Herbst bis ins Jahr 2027 reichen. Selenskyj erklärte, dass Russland im Jahr 2027 Hunderttausende zusätzlicher Soldaten rekrutieren könnte, um seinen Feldzug langfristig aufrechtzuerhalten. Den Geheimdienstbewertungen zufolge ist diese anhaltende Rekrutierung darauf ausgelegt, Russlands Hauptziel zu erreichen: die vollständige Einnahme der gesamten Provinz Donezk in der Ostukraine. Der verlängerte Rekrutierungszeitraum spiegelt Russlands operatives Engagement wider, durch mehrjährige Truppenstationierungen und fortgesetzte Verstärkungen die vollständige Kontrolle über die östliche Provinz zu erlangen.


