
Seilbahn kollidiert mit Baukran in Alpe d'Huez – 23 Verletzte
Eine Seilbahnkabine mit 50 Insassen prallte beim Verlassen einer Bergstation der Pic-Blanc-Bahn in den französischen Alpen gegen den ausgefahrenen Ausleger eines Baukrans. Drei Fahrgäste erlitten schwere Verletzungen, die Behörden leiteten eine Sicherheitsuntersuchung ein.
Kollision auf der Pic-Blanc-Strecke
Eine Seilbahnkabine mit rund 50 Fahrgästen prallte am Mittwoch, dem 26. August 2026, gegen 09:30 Uhr gegen den Ausleger eines Baukrans im französischen Alpenort Alpe d'Huez. Der Zusammenstoß ereignete sich auf der Pic-Blanc-Seilbahnstrecke, als die Kabine eine Bergstation verließ. Quellenberichten zufolge lag die Station auf einer Höhe zwischen 2.300 und 2.700 Metern über dem Meeresspiegel. Die Kabine traf den Gelenkarm des Krans, der für Bauarbeiten in der Nähe stationiert war. Durch die Wucht des Aufpralls wurden die Fahrgäste nach vorne geschleudert, die Kabine neigte sich stark zur Seite, sodass die Insassen das Gleichgewicht verloren und über den Kabinenboden rutschten.
Da muss zwangsläufig ein Fehler passiert sein. Die Untersuchung wird zeigen, wo dieser Fehler lag, aber klar ist: Dieser Kran hätte niemals ausgefahren sein dürfen.
Reaktion des Betriebspersonals und Stabilisierung der Kabine
Nach der Kollision leitete die Seilbahnführerin ein Rückwärtsmanöver ein, um der Schräglage der Kabine entgegenzuwirken. Seilbahnsysteme sind so konstruiert, dass sie bei abrupten Bremsmanövern stabil bleiben, doch der physische Zusammenstoß mit der schweren Baumaschine hatte das Gleichgewicht der Kabine beeinträchtigt. Durch die Rückwärtsfahrt brachte die Betriebsführerin die Kabine wieder in eine waagerechte, ausbalancierte Position und verhinderte so ein weiteres Verrutschen der Fahrgäste. Der Bürgermeister von Alpe d'Huez, Jean-Yves Noyrey, lobte die schnelle Reaktion der Betriebsführerin und wies auf die große Panik unter den Fahrgästen hin, als die Kabine kippte.
Sie dachten, sie würden sterben, aber die Betriebsführerin reagierte gut, indem sie die Kabine durch Rückwärtsfahrt wieder in die Waagerechte brachte.
Notfallmaßnahmen und Verletztenzahlen
Bei dem Zusammenstoß wurden 23 Fahrgäste verletzt. Die Regionalbehörden der Präfektur Isère stuften drei der Verletzten aufgrund schwerer Traumata als absolut notfallmedizinisch ein, 13 wurden als relativ notfallmedizinisch eingestuft. Die Mehrheit der übrigen Opfer erlitt Gehirnerschütterungen und akute Schockzustände. Die Einsatzkräfte entsandten rund 30 Feuerwehrleute und sieben Bergrettungsspezialisten zur Unterstützung der Insassen. Die meisten Verletzten wurden in der örtlichen Arztpraxis in Huez medizinisch untersucht. Fünf Personen, darunter eine schwangere Frau, die vorsorglich aufgenommen wurde, wurden vom Rettungsdienst an das Universitätsklinikum Grenoble überstellt. Bürgermeister Noyrey erklärte, die Mehrheit der eingelieferten Personen sei medizinisch freigegeben worden und habe das Krankenhaus am Mittwochabend wieder verlassen können.
- Verletzte insgesamt
- 23 Personen
- Relativ notfallmedizinische Verletzungen
- 13 Personen
- An Universitätsklinikum Grenoble überstellt
- 5 Personen
- Absolut notfallmedizinische schwere Verletzungen
- 3 Personen
Ermittlungen und Einsatzmaßnahmen
Die Präfektur Isère und die Gemeindebehörden gaben den Vorfall am Donnerstag, dem 27. August 2026, nach Abschluss der ersten Maßnahmen vor Ort öffentlich bekannt. Die französische Gendarmerie leitete Ermittlungen ein, um die betrieblichen Versäumnisse zu klären, die dazu führten, dass der Kran die Trasse der Luftseilbahn blockierte. Erste Einschätzungen deuten darauf hin, dass der Kranführer beim Betrieb der Maschine möglicherweise nicht auf den Fahrplan der darüber verlaufenden Seilbahn geachtet hat. Fabrice Boutet, Generaldirektor des Seilbahnbetreibers SATA, erklärte gegenüber dem Sender Ici, der Kran hätte während des Betriebs niemals in den Fahrweg ausgefahren werden dürfen.
- Seilbahn kollidiert nach Verlassen der Station in Alpe d'Huez mit einem Kranausleger
- Die meisten eingelieferten Fahrgäste erhalten medizinische Freigabe und werden entlassen
- Präfektur Isère und Betreiber SATA geben den Zusammenstoß bekannt und leiten Ermittlungen ein


