
Fidelidade begleicht vier Todesfallansprüche aus Entgleisung der Lissabonner Seilbahn – Kosten erreichen 2,3 Millionen Euro
Knapp ein Jahr nach der Entgleisung der Glória-Seilbahn in Lissabon mit 16 Toten und 24 Verletzten hat der Versicherer Fidelidade vier Todesfallansprüche beglichen und Gesamtkosten von 2,3 Millionen Euro übernommen.
Aufwendungen des Versicherers und Ansprüche der Todesopfer
Knapp ein Jahr nach dem Unfall vom 3. September mit der Lissabonner Glória-Seilbahn gab der städtische Verkehrsversicherer Fidelidade bekannt, dass er rund 2,3 Millionen Euro für unfallbedingte Kosten aufgewendet habe. Die Entgleisung der Seilbahn forderte 16 Todesopfer und verletzte 24 Fahrgäste aus 15 verschiedenen Nationalitäten. Nach Angaben des Unternehmens decken die Ausgaben abgeschlossene Vergleichsvereinbarungen sowie Bestattungskosten, Rückführungen von Opfern, ärztliche Konsultationen, chirurgische Eingriffe, Krankenhausaufenthalte, Rehabilitation, Transport und entgangene Verdienste ab. Von den Familien der 16 verstorbenen Opfer haben vier mit dem Versicherer Entschädigungsvereinbarungen abgeschlossen – ein abgeschlossener Fall mehr als Anfang August. Sieben weitere Entschädigungsansprüche für Todesopfer befinden sich noch in aktiven Verhandlungen zwischen den Familienvertretern und dem Versicherer.
- Abgeschlossene Vergleiche
- 4 Schadensfälle
- In aktiver Verhandlung
- 7 Schadensfälle
- Warten auf ausländische Unterlagen
- 3 Schadensfälle
- Gerichtsverfahren eingereicht
- 1 Schadensfälle
- Arbeitsgerichtsverfahren
- 1 Schadensfälle
Rechtsstreitigkeiten und grenzüberschreitende Komplikationen
Rechtsstreitigkeiten und komplexe grenzüberschreitende Dokumentationsanforderungen haben die Lösung der verbleibenden Todesfallansprüche verlangsamt. Eine Familie leitete ein förmliches Gerichtsverfahren ein, nachdem sie sich nicht auf den vom Versicherer vorgeschlagenen Vergleich einigen konnte. Ein separater Fall, der den Tod der Santa-Casa-da-Misericórdia-Mitarbeiterin Ana Paula betrifft, wird ausschließlich nach den Bestimmungen für Arbeitsunfälle bearbeitet, wobei vorläufige Renten gezahlt werden, bis das Arbeitsgericht seine Prüfung abgeschlossen hat. Ihre Familie forderte 1 Million Euro Schadensersatz mit der Begründung mehrfacher Verluste, des Leidens vor dem Tod und der finanziellen Auswirkungen ihres entgangenen Gehalts. In drei weiteren Todesfällen teilte Fidelidade mit, dass noch keine formellen Vergleichsangebote vorgelegt werden könnten, da wesentliche Dokumente und die spezifischen rechtlichen Rahmenbedingungen der beteiligten Länder noch ausstünden.
- Todesopfer
- 16 Personen
- Verletzte
- 24 Personen
Verzögerte Begutachtung der verletzten Fahrgäste
Der Entschädigungsprozess für die 24 verletzten Überlebenden bleibt in allen Fällen ins Stocken geraten, da keines der Opfer die klinische Stabilisierung erreicht hat. Fidelidade erklärte, dass die portugiesischen Rechtsstandards eine Stabilisierung des Gesundheitszustands und der körperlichen Folgeschäden erfordern, bevor Gutachter die endgültigen finanziellen Schäden berechnen können. Der Versicherer wies darauf hin, dass die besonderen medizinischen Umstände jedes überlebenden Fahrgasts jeden Fall in einem unterschiedlichen Behandlungsstadium befänden. Da die langfristigen Folgen und medizinischen Anforderungen noch nicht vollständig beziffert werden könnten, sei keinem der Verletzten ein endgültiges Vergleichsangebot unterbreitet worden. Fidelidade lehnte es ab, konkrete klinische oder personenbezogene Daten zu den Verletzten preiszugeben, und berief sich auf Datenschutz- und Vertraulichkeitsverpflichtungen.
Unabhängige Kommission und Aufsicht
Um die Vergleichswerte ohne Ermessensspielraum festzulegen, richtete Fidelidade eine unabhängige technische Kommission ein, die mit der Bewertung jedes Entschädigungsvorschlags beauftragt ist. Das Unternehmen legte die Kernkriterien dar, die den endgültigen Abschluss aller offenen Akten bestimmen.
Der Abschluss der Verfahren hängt im Wesentlichen von der klinischen Stabilisierung der Opfer, der Sammlung der für die Schadensbewertung erforderlichen Elemente und, bei Entschädigungsverfahren, der Einigung zwischen den Parteien ab.
Die Anwesenheit von Opfern aus 15 Ländern führt weiterhin zu unterschiedlichen Verfahrensanforderungen und rechtlichen Hürden für jede einzelne Akte. Der Versicherer nannte kein voraussichtliches Abschlussdatum für die Erledigung aller ausstehenden Ansprüche und wies darauf hin, dass sich jeder einzelne Vorgang in einem anderen Stadium befinde.


