
Achter Tag der Suche nach zwei Schwestern aus einem Heim in den Abruzzen – Vater wirft Betreibern Fahrlässigkeit vor
Ermittler durchsuchen Höhlen, verlassene Häuser und den Lago di Barrea nach der 16-jährigen Alisya und der 12-jährigen Sarah, die in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni aus ihrem Heim in Civitella Alfedena verschwanden.
Eine großangelegte Suche im Nationalpark Abruzzen
Acht Tage nachdem Alisya und Sarah Di Giacinto das Heim „Ofh Hope“ in Civitella Alfedena verlassen haben, fehlt von den Schwestern jede Spur. Feuerwehrleute mit Tauchern, Drohnen und Spürhunden haben den Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise durchkämmt, wobei der Schwerpunkt auf dem Lago di Barrea (insbesondere in der Nähe der beiden Brücken), verlassenen Häusern, Höhlen und Bergpfaden lag. Der Suchradius wurde über das Dorf hinaus auf Villetta Barrea, Opi, Villalago, Passo Godi sowie die Straßen in Richtung Castel di Sangro und Avezzano ausgeweitet.
Zwei parallele Ermittlungsverfahren
Die Staatsanwaltschaft Sulmona hat zwei Verfahren eingeleitet: eines wegen Kindesentziehung gegen Unbekannt und ein zweites, das am 14. Juni hinzugefügt wurde, wegen Aussetzung von Schutzbefohlenen gegen die Betreiber der Einrichtung „Ofh Hope“. Der Vater, Stefano Di Giacinto, unterstützt durch den Anwalt Francesco Riccardi, hat formell Beschwerde eingelegt, da das Heim über keine Alarm- oder Videoüberwachungssysteme verfüge und das Personal die Familie erst mit Verzögerung informiert habe. Das Zimmer der Schwestern wurde versiegelt; zudem zeichneten Kameras im Ort mehrere Fahrzeuge auf, die in der Nacht des Verschwindens zwischen 2 und 5 Uhr morgens passierten.
Es stimmt absolut nicht, dass Alisya und Sarah mich nicht sehen oder von mir hören wollten. Am Mittwoch vor ihrem Verschwinden haben sie mich über WhatsApp kontaktiert.
Eine durch Gerichtsbeschlüsse gespaltene Familie
Die Mädchen kamen vor drei Jahren in das Pflegesystem, nachdem sich ihre Eltern in einem turbulenten Prozess getrennt hatten. Alisya und Sarah waren etwa zwei Jahre lang in verschiedenen Einrichtungen untergebracht und wurden erst vor einem Jahr in Civitella Alfedena wieder zusammengeführt. Am 28. Mai entzog das Jugendgericht Cassino der Mutter das Sorgerecht – das aufgrund von Konflikten zuvor ausgesetzt war – und übertrug es dem Vater. Die Mutter, Valentina D’Acunto, veröffentlichte später Briefe, in denen die beiden Teenager schrieben: „Ohne dich halte ich es nicht mehr aus“, und appellierte direkt an ihre Töchter, Kontakt aufzunehmen. Die Ermittler prüfen zudem das Scheidungsurteil der Eltern und befragen Personen aus dem Umfeld der Mädchen, darunter den erwachsenen Freund der Mutter.
Acht Tage ohne Spur
Trotz eines Rund-um-die-Uhr-Einsatzes von Zivilschutz, Carabinieri und freiwilligen Helfern gibt es kein physisches Lebenszeichen der Mädchen. Der Hund „Italo“ der Hundestaffel hat wiederholt eine Fährte in Richtung der Berge angezeigt. Am 15. Juni wurden weitere Hundestaffeln erwartet und die behördenübergreifende Koordination verstärkt. Der Staatsanwalt Stefano Iafolla erklärte, dass weiterhin alle Hypothesen im Raum stünden, einschließlich freiwilligen Verschwindens, Entführung oder eines tragischen Ausgangs.
Ich habe Anzeige gegen das Heim erstattet, um zu klären, ob Fahrlässigkeit vorlag. Es ist wertvolle Zeit verloren gegangen.
Wichtige Ereignisse
- Jugendgericht Cassino entzieht der Mutter das Sorgerecht und überträgt es dem Vater
- Schwestern verschwinden über Nacht aus dem Heim „Ofh Hope“ in Civitella Alfedena
- Vater erstattet formell Anzeige wegen Aussetzung von Schutzbefohlenen gegen die Betreiber des Heims
- Suchgebiet auf Passo Godi ausgeweitet; Taucher und Hunde setzen die Suche in der Region fort


