
Tausende protestieren in Lausanne und Genf und fordern Schweizer Klimaschutz nach Sommerhitze
Am Samstag versammelten sich Demonstranten in Lausanne und Genf, um die Bundesbehörden zu CO2-Einsparungen und zur Umsetzung von Hitzeanpassungsmassnahmen aufzufordern.
Teilnehmerzahlen in der Romandie
Tausende Menschen gingen am Samstag in Lausanne und Genf auf die Strasse, um gegen das politische Versagen beim Klimaschutz nach einem von schweren Hitzewellen geprägten Sommer zu protestieren. In Lausanne bezifferte die Nachrichtenagentur Keystone-SDA die Teilnehmerzahl zunächst auf rund 6.000 Menschen, bevor weitere Demonstranten dazustiessen, sodass die Menge nach Polizeiangaben auf etwa 12.000 anwuchs. In Genf schätzten die Organisatoren die Beteiligung auf rund 7.000 Menschen, die Polizei zählte 3.000 Teilnehmer. Die Märsche in beiden Städten wurden von Transparenten mit der Aufschrift «Ersticken ist nicht unabwendbar» angeführt, begleitet von Plakaten mit den Aufschriften «Es gibt keinen Planeten B», «Das Flugzeug der Zukunft ist der Zug» und «Wir sind durchgebraten». Die Teilnehmenden erstreckten sich über alle Generationen, darunter zahlreiche Kinder mit selbstgemalten Schildern mit Slogans wie «Wir wollen spielen, nicht schwitzen» und «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, macht eure, um die Erde zu retten.»
- Lausanne (Polizei)
- 12000 Personen
- Lausanne (Keystone-SDA erste Schätzung)
- 6000 Personen
- Genf (Organisatoren)
- 7000 Personen
- Genf (Polizei)
- 3000 Personen
Reden und Kritik an der Bundesführung
Während des Marsches durch die Lausanner Innenstadt hielt der Demonstrationszug mehrmals für Reden von Personen an, die in direkt von Hitzewellen betroffenen Sektoren – vor allem Landwirtschaft und Bildung – arbeiten. Die Redner riefen die Öffentlichkeit wiederholt dazu auf, den Druck auf die Regierungsbehörden aufrechtzuerhalten, damit diese auf die steigenden Temperaturen reagieren. Bundesrat und Umweltminister Albert Rösti geriet dabei direkt in die Kritik, erntete wiederholt Buhrufe aus der Menge und inspirierte Plakate wie «Rösti auf unsere Teller, nicht in den Bundesrat.» In Genf hielt die Präsidentin der Schweizer Grünen, Lisa Mazzone, eine Rede, in der sie rechte Politiker verurteilte, die Klimanotmassnahmen leugneten und ablehnten. Mazzone rief die Menge dazu auf, sich vor den Nationalratswahlen 2027 und darüber hinaus zu mobilisieren.
Die Verantwortlichen sitzen in den Banken, den Handelsfirmen, im Parlament und im Bundesrat.
Forderungen des Bündnisses
Mehr als 100 Vereinigungen und Parteien unterstützten die Demonstrationen unter dem Bündnisbanner «Kein Sommer bei 50 Grad». Die Organisatoren bezeichneten die Hitzebedingungen des Sommers 2026 als notwendigen Schock, um gesetzgeberische Massnahmen voranzutreiben, und argumentierten, dass die bestehenden Klimapläne unzureichend und zu langsam seien. Die Demonstranten forderten sofortige Klimaanpassungsprogramme sowie Reduzierungen der Kohlendioxidemissionen. Die Bündnisgruppen warnten, dass ohne eine politische Kursänderung die Sommertemperaturen in der Schweiz bis 2050 50 Grad Celsius erreichen könnten. Pardis Pouranpir, Kommunikationsleiterin der Klima-Allianz Schweiz, erklärte, das Bündnis sei als Reaktion auf erschreckende Hitzewellen gebildet worden, die die Bevölkerung, die Umwelt und die Landwirtschaft beträfen.
Wir haben das Instrument der Demonstration als Ausgangspunkt gewählt, der es der Bevölkerung ermöglicht, sich zu versammeln und sich um gemeinsame Forderungen betroffen zu fühlen und so beispielsweise politische Mehrheiten zugunsten von Veränderungen zu schaffen.
Landesweiter Protestfahrplan
Die Veranstaltungen in Lausanne und Genf bilden die Auftaktphase einer breiteren Mobilisierung in der gesamten Schweiz. In der Deutschschweiz fand die erste Versammlung am Freitagabend in St. Gallen statt. Weitere Demonstrationen sind für den 25. September in mehreren städtischen Zentren geplant, darunter Zürich, Bern, Basel und Zug. Die Organisatoren planen, die Aktionen bis zum 2. Oktober in mehreren Städten auszudehnen, um die Klimapolitik als oberste politische Priorität zu erhalten. Sieben Jahre nach den eidgenössischen Wahlen 2019, die eine Welle der Unterstützung für Umweltparteien auslösten, versuchen Klimabefürworter, eine breite Volksbasis sprachübergreifend neu zu mobilisieren.
- Auftaktkundgebung in St. Gallen
- Tausende demonstrieren in Lausanne und Genf
- Kundgebungen in Zürich, Bern, Basel und Zug geplant
- Koordinierte Demonstrationen in Schweizer Städten geplant


