
Nächtlicher Brand in Thusis: Fünf Vermisste und acht Verletzte in den Schweizer Alpen
Ein Feuer zerstörte in der Nacht zum Freitag ein Wohn- und Restaurantgebäude in Thusis in der Schweiz. Fünf Menschen werden vermisst, acht der 27 Bewohner wurden verletzt.
Nächtlicher Brand in Thusis
Kurz nach Mitternacht am frühen Morgen des Freitags, 21. August 2026, brach in dem Alpenstädtchen Thusis im Kanton Graubünden ein Feuer aus. In dem Gebäude befand sich im Erdgeschoss das Restaurant Beverin, darüber lagen Mietzimmer und Studio-Apartments. Die Rettungskräfte meldeten, dass sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs 27 Personen im Gebäude aufhielten. Erste Berichte der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-ATS deuten darauf hin, dass die Flammen zunächst im zweiten Stock sichtbar wurden, bevor sie den Rest des Gebäudes erfassten. Der Brand führte zur vollständigen Zerstörung des Hauses: Das Treppenhaus stürzte ein, das Dach wurde zerstört.
Suchaktionen und Opfer
Vierzehn Bewohner konnten sich aus dem brennenden Gebäude retten, fünf Personen gelten weiterhin als vermisst. Acht Menschen erlitten Verletzungen, darunter zwei Schwerverletzte, zwei mittelschwer Verletzte und vier Leichtverletzte. Rettungskräfte des Rettungsdienstes aus Mittelbünden, Chur, Schiers und Surselva sowie eine Besatzung eines Rega-Hubschraubers leisteten vor Ort Erste Hilfe. Die Verletzten wurden in regionale Krankenhäuser in Chur, Thusis und Ilanz sowie die Schwerstverletzten in ein Spital nach Zürich gebracht. Fast 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz und führten ihre Löscharbeiten am Freitagmorgen fort. Die einsturzgefährdete Bausubstanz stellte eine große Gefahr dar, sodass Suchtrupps nicht ungehindert eindringen konnten und die Feuerwehr das Dach demontieren musste, um die oberen Stockwerke zu erreichen.
- Schwer
- 2 Personen
- Mäßig
- 2 Personen
- Leicht
- 4 Personen
Bewohner und Vermisste
Bei den Bewohnern handelte es sich überwiegend um regionale Angestellte und Saisonarbeiter, die hauptsächlich aus Portugal und Rumänien stammten. Augenzeugen berichteten, dass einige Bewohner dem Unglück entgehen konnten, weil sie sich im Urlaub in Portugal befanden. Unter den fünf Vermissten ist eine junge Portugiesin, die als Reinigungskraft im Restaurant Beverin arbeitete. Ein weiterer Vermisster ist ein 57-jähriger nordmazedonischer Staatsbürger, der während des Brandes seinen 35-jährigen Neffen Kire anrief, um ihn zu warnen, dass die Wohnung brenne. Kire eilte zum Gebäude und drang ins Erdgeschoss ein, wurde aber durch dichten Rauch und Hitze im ersten Stock aufgehalten.
Es ist eine schwierige Situation für uns.
Offizielle Reaktion und Ermittlungen
Die Eigentümer des Restaurants Beverin konnten sich unverletzt retten. Das portugiesische Staatssekretariat für die portugiesischen Gemeinden bestätigte, dass sich zwei Portugiesen unter den Verletzten befänden, einer davon in kritischem Zustand, der andere leicht verletzt. Das portugiesische Außenministerium erklärte, man verfolge die Entwicklungen und warte auf die offizielle Identifizierung aller betroffenen Opfer. Die Gemeinde Thusis organisierte Notverpflegung und Unterkünfte für die obdachlosen Mieter, während das vierköpfige Care Team Grischun psychologische Unterstützung für Opfer, Angehörige und Rettungskräfte bereitstellte. Die Kantonspolizei Graubünden und die Staatsanwaltschaft leiteten Ermittlungen zur Brandursache ein. In einem separaten Vorfall am Donnerstagabend gegen 22:30 Uhr verletzte ein Küchenbrand in Schaffhausen 11 Menschen, von denen neun ins Krankenhaus eingeliefert wurden, darunter ein Polizist.
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