
Schottland hält sich nach 1:0-Niederlage gegen Marokko die Hoffnung auf das Achtelfinale, während die Tartan Army Boston verlässt und nach Miami zum Showdown gegen Brasilien reist
Schottland hat trotz einer 1:0-Niederlage gegen Marokko am 20. Juni das eigene WM-Schicksal weiter in der Hand. Das letzte Gruppenspiel der Gruppe C gegen Brasilien in Miami entscheidet, ob die Mannschaft von Steve Clarke erstmals eine K.o.-Runde erreicht.
Eine knappe Niederlage in Foxborough
Schottland unterlag Marokko am Freitag, den 20. Juni, im Boston Stadium mit 1:0, nachdem Ismael Saibari bereits nach 70 Sekunden getroffen hatte. Es war das schnellste Gegentor, das Schottland je bei einer WM kassiert hatte, und erwischte Verteidiger Grant Hanley auf dem falschen Fuß. Trotz des frühen Rückschlags fand Schottland ins Spiel, kontrollierte Phasen in der zweiten Halbzeit und drängte auf den Ausgleich. Zwei Strafstoßforderungen nach Fouls an John McGinn und Scott McTominay wurden vom usbekischen Schiedsrichter Ilgiz Tantashev abgewiesen.
Qualifikation auf der Kippe
Das Ergebnis lässt Schottland nach zwei Spielen in Gruppe C bei drei Punkten, punktgleich mit Brasilien und Marokko, die nach Siegen gegen Haiti jeweils vier Punkte haben. Brasilien besiegte Haiti am Freitag später mit 3:0, während Marokko Schottland nach einem früheren 1:0-Sieg gegen denselben Gegner knapp bezwang. Ein Punkt gegen Brasilien in Miami am Mittwoch, den 24. Juni, würde Schottland eine 99-prozentige Chance geben, als einer der besten Gruppendritten im erweiterten 48-Nationen-Format weiterzukommen. Eine hohe Niederlage könnte jedoch anderen Gruppen die Tür öffnen, sie aufgrund der Tordifferenz zu überholen.
- Brasilien
- 4 Punkte
- Marokko
- 4 Punkte
- Schottland
- 3 Punkte
- Haiti
- 0 Punkte
Boston verabschiedet sich von der Tartan Army
Zehntausende schottische Fans füllten Boston für den ersten WM-Auftritt der Mannschaft seit 28 Jahren und tauchten die Stadt in Dunkelblau und Saltire-Kreuze. Nach der Niederlage gegen Marokko strömten die Fans am Samstag aus der Stadt, um mit Bussen, Zügen und Flugzeugen nach Miami im Süden zu reisen. Die Partystimmung hielt an; verschlafene Bostoner wachten auf und sahen Statuen historischer Persönlichkeiten mit Verkehrskegeln auf dem Kopf – ein Markenzeichen der Tartan Army. Gouverneurin Maura Healey unterzeichnete ein Gesetz, das Städten erlaubt, ausgewiesene öffentliche Trinkbereiche einzurichten – eine Anerkennung der Besucherkultur.
Ich war mir nicht sicher, ob die USA die WM ausrichten sollten, aber sie haben uns wirklich stolz gemacht. Von der Polizei über die Barkeeper bis hin zu den Einheimischen – es war eine wirklich schöne Erfahrung.
Lokale Unternehmen kassieren ab
Der schottische Zustrom bescherte Bostons Gastgewerbe einen kräftigen Schub. Castle Island Brewing Co. berichtete, dass die Umsätze in der ikonischen Cheers-Bar im Juni um 75 Prozent höher lagen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Adam Romanow, Gründer und Geschäftsführer der Brauerei, bemerkte, dass die Stadt mit so viel Trinken nicht gerechnet habe. Die Trinkgelder für Barkeeper erreichten fast 1.000 Dollar pro Tag, so Martha Sheridan, Geschäftsführerin der Tourismusorganisation Meet Boston, während die Steuereinnahmen für die Stadt und den Bundesstaat Massachusetts voraussichtlich steigen würden.
Wir wussten, dass die Stadt voll werden würde, aber wir hatten nicht damit gerechnet, dass sie so viel trinken würden.
McGinn fordert Persönlichkeit gegen Brasilien
Mittelfeldspieler John McGinn forderte sein Team auf, im Spiel gegen den fünfmaligen Weltmeister mehr von ihrer eigenen Identität zu zeigen. Er räumte die Qualität Marokkos ein, bestand aber darauf, dass Schottland selbst Spitzenspieler habe. Der Kapitän bezeichnete die Reaktion in der zweiten Halbzeit als Zeichen von Charakter und sagte, die Mannschaft freue sich auf die bevorstehende Herausforderung. Trainer Steve Clarke ließ sich nicht auf Rechenspiele ein und erklärte lediglich, seine Spieler würden auf Sieg spielen und, falls das nicht klappt, nicht verlieren. Das Spiel in Florida bietet Schottland die Chance, erstmals in der Vereinsgeschichte die K.o.-Runde zu erreichen, sofern sie eine hohe Niederlage vermeiden.


