
Schießerei in Barcelona: Streit im Bon-Pastor-Viertel – ein oder zwei Verletzte, Täter flüchtig
Ein Streit am Samstagnachmittag im Bon-Pastor-Viertel eskalierte zu einer Schießerei, bei der mindestens eine Person verletzt wurde. Die Polizei fahndet nach dem Angreifer, der vom Tatort floh.
Vorfall in Bon Pastor
Gegen 15:30 Uhr eskalierte am Samstag ein Streit zwischen Personen auf der Carrer de Sas im Bon-Pastor-Viertel von Barcelona zu einer Schießerei. Den meisten Berichten zufolge wurde ein Mann verletzt; die Zeitung 20 minutos hingegen berichtete von zwei Verletzten, einer davon schwer, aber nicht lebensgefährlich. Der Schütze floh zu Fuß, die Mossos d'Esquadra haben eine Fahndung eingeleitet.
Zustand der Opfer und Rettungsmaßnahmen
Rettungsdienste brachten die Verletzten in ein Krankenhaus, einigen Quellen zufolge in das Vall d'Hebron. Der Zustand des schwer verletzten Mannes wurde als nicht lebensbedrohlich beschrieben. Eine zweite Person erlitt Berichten zufolge leichte Verletzungen und wurde ebenfalls behandelt.
Jüngste Serie von Schießereien
Der Vorfall ist die zweite Schießerei in Barcelona innerhalb von vier Tagen. Am Vorabend des Sant-Joan-Festes ereignete sich eine weitere Schießerei im Bezirk Born; niemand wurde verletzt, aber die Polizei nahm zwei Personen fest, die im Verdacht stehen, in drogenbezogene Racheakte verwickelt zu sein. Das damalige Opfer wurde am Bein angeschossen und suchte Behandlung im Krankenhaus Bellvitge.
Zunehmende Gewalt und politische Reaktion
Die Schießerei am Samstag reiht sich in ein besorgniserregendes Muster ein: Nach Angaben des katalanischen Innenministeriums gab es in Katalonien in diesem Jahr bereits mehr als 30 Schusswaffenvorfälle. Zwischen Januar und Juni wurden sechs Tötungsdelikte registriert, die alle mit organisierter Kriminalität in Verbindung stehen. Der jüngste Vorfall ereignete sich am 10. Juni in der Nähe einer Polizeistation in der Calle Balmes, zeitgleich mit dem Papstbesuch; das Opfer war ein serbischer Staatsangehöriger, der wegen Kokainschmuggels gesucht wurde. Die Behörden führen die meisten Schießereien auf Drogenhandelsstreitigkeiten zurück, insbesondere zwischen Balkan-Clans, die seit 2014 um die Vorherrschaft kämpfen. Als Reaktion schlägt das Innenministerium Gesetzesänderungen vor, um die Strafen für illegalen Waffenbesitz und groß angelegten Marihuanaanbau zu verschärfen.
Ermittlungen laufen
Die katalanische Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Schießerei aus einem persönlichen Konflikt entstand, prüfen aber auch mögliche Verbindungen zum Drogenhandel. Die Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen läuft.


