
Lena Schätte gewinnt 50. Ingeborg-Bachmann-Preis mit Geschichte über Außenseiterinnen
Bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt erhielt Lena Schätte den mit 30.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis für ihren Text „Was wir tragen“, ein Porträt zweier übergewichtiger Mädchen, die mit sozialer Ausgrenzung kämpfen.
Der Siegertext
Lena Schätte, eine 32-jährige Autorin aus Nordrhein-Westfalen, gewann am Sonntag den 50. Ingeborg-Bachmann-Preis mit ihrer Geschichte „Was wir tragen“. Der Text folgt zwei übergewichtigen Hauptschülerinnen und ihrer Freundschaft, während sie gegen gesellschaftliche Marginalisierung kämpfen. Schätte setzte sich gegen 13 andere Teilnehmer im jährlichen Wettbewerbslesen durch.
Der Text hat eine existenzielle Wucht.
Der Juror Thomas Strässle lobte Schätte dafür, dass sie das Thema Ausgrenzung ohne Anklage oder Didaktik behandle. Die Autorin selbst bezeichnete den Sieg in ihrer ersten Reaktion als „Fiebertraum“.
Preisgeld und Publikumspreis
Die Stadt Klagenfurt stattete den Hauptpreis mit 30.000 Euro aus. Schätte erhielt zudem den BKS-Publikumspreis, der mit weiteren 10.000 Euro dotiert ist und per Online-Abstimmung ermittelt wurde.
Weitere Auszeichnungen
Der mit 15.000 Euro dotierte Kelag-Preis ging an die ungarische Dichterin und Performancekünstlerin Kinga Tóth für „OstblockMädl“, einen musikalisch geprägten Text, der Arbeitsmigration, Identität und Sprache im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet erkundet. Die gebürtige Österreicherin Magdalena Schrefel erhielt den 3sat-Preis (7.500 Euro) für eine Geschichte über eine 40-jährige Frau, die mit einer Brustkrebsdiagnose konfrontiert wird.
- Bachmann-Preis
- 30000 EUR
- Kelag-Preis
- 15000 EUR
- Publikumspreis
- 10000 EUR
- 3sat-Preis
- 7500 EUR
Ein goldenes Jubiläum und ein Jahrhundert
Die Tage der deutschsprachigen Literatur finden seit 1977 statt. Zu den früheren Bachmann-Preisträgern gehören Sten Nadolny, Sibylle Lewitscharoff, Uwe Tellkamp und Helga Schubert. Im vergangenen Jahr gewann Natascha Gangl mit dem poetischen Text „DA STA“. Die Ausgabe 2026 fiel zudem nur wenige Tage nach dem 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25. Juni.
Schättes Hintergrund
Schätte wurde 1993 in Lüdenscheid geboren und lebt heute in Altena. Sie arbeitete als Psychiatriekrankenschwester, bevor sie 2020 ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig begann. Ihr Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ stand im vergangenen Jahr auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

