Olmos und Simons Schachritual: Spaniens geheime taktische Waffe vor dem WM-Viertelfinale gegen Belgien
Dani Olmo spricht über Spaniens kollektiven Ansatz, seinen eigenen jahrelangen Kampf um einen Stammplatz und warum Pedri und Lamine Yamal weiterhin unverzichtbar sind, zwei Tage vor dem Duell mit Belgien um den Einzug ins WM-Halbfinale.
Ein Schachbrett als Weg zur Taktik
Vor jedem WM-Spiel spielen Dani Olmo und Torwart Unai Simón eine Partie Schach. Das Ritual ist mehr als nur eine Ablenkung: Es dient auch als taktische Sitzung.
Mittelfeldspieler Martín Zubimendi teilt ebenfalls diese Gewohnheit, und Verteidiger Dani Carvajal tat dies bis vor Kurzem.Wir spielen immer vor jedem Spiel. Mal gewinnt einer, mal verliert der andere, und wir werden ein bisschen konkurrenzbetont, aber wir reden auch über taktische Details des Spiels, wie wir das Pressing überwinden, wenn der Gegner mit einer höheren Kette spielt – Dinge, die auf dem Platz passieren können.
Die Denkweise eines Stammspielers
Olmo war als Einwechselspieler in die WM gestartet, steht nun aber dreimal in der Startelf und steuerte eine Vorlage gegen Saudi-Arabien bei. Er räumte ein, dass sein Karriereweg ständige Bestätigung erforderte.
Der 28-Jährige aus Tarrasa bezeichnete das Spiel am Freitag gegen Belgien als eines der drei wichtigsten seiner Karriere, neben dem EM-Finale 2024 und einem Champions-League-Halbfinale mit Barcelona.Meine Karriere drehte sich immer darum, zu zeigen, was ich bin. Das ist kein Problem. Ich habe diesen Anspruch an mich selbst, und falls jemand Zweifel hat, werde ich es erneut beweisen müssen.
Pedri und Lamine Yamal im Fokus
Olmo verteidigte zwei Teamkollegen, die in der Kritik standen. Er beschrieb Pedris tägliches Training als „Spektakel“ und wies die Vorstellung zurück, der Mittelfeldspieler müsse einen Schritt nach vorne machen.
Über Lamine Yamal, der bisher ein Tor und keine Vorlage beisteuerte, betonte Olmo, dass die Wirkung des Flügelspielers über die Statistik hinausgeht.Er ist ein Spieler, der uns mit und ohne Ball sehr viel gibt. Zu wissen, dass er spielt, gibt einem etwas Extra – er ist ein Fußballer, den man auf dem Platz braucht und den man haben muss.
Selbst wenn er nicht trifft oder vorbereitet, zieht er mit seinen Dribblings und seiner Präsenz mehrere Gegner an und schafft Räume für andere. Wir sind sicher, dass er am Ende treffen wird.
Die weiße Weste als Teamleistung
Unai Simón kassierte im Turnier seit 609 Minuten kein Gegentor – eine Bestleistung, die Olmo als „historischen Meilenstein“ bezeichnete. Er betonte jedoch, dass das Verdienst der gesamten Mannschaft gebührt.
Er fügte hinzu, dass der kollektive Geist auch die weniger eingesetzten Spieler umfasse, deren Bereitschaft von der Bank er als „Schlüssel zum Erfolg“ bezeichnete.Der Trainer sagt immer, dass der erste Verteidiger der Mittelstürmer ist. Wir greifen gemeinsam an und verteidigen gemeinsam. Eine weiße Weste zu behalten, bringt dich immer einen Schritt näher zum Sieg, und das ist das Ziel.
Jagd aufs erste Halbfinale seit 2010
Spanien stand zuletzt 2010 im WM-Halbfinale, als es das Turnier gewann. Olmo sagte, ihm sei die Lücke nicht bewusst gewesen, nannte sie aber „extra Motivation. Das Ziel ist nicht nur, das Viertelfinale zu überstehen, es ist, die Weltmeisterschaft zu gewinnen.“

