
Susan Sarandon sagt, Hollywood-Agenturen blockieren ihre Filmrollen wegen Haltung zu Gaza
Die 79-jährige Schauspielerin sagte bei den Filmfestspielen von Venedig, dass Talentagenturen Produktionsfirmen weiterhin anweisen, sie nicht zu engagieren – aufgrund ihrer Kritik an Israel.
Äußerungen in Venedig zum Branchenausschluss
Auf einer Pressekonferenz während der Filmfestspiele von Venedig am 6. September 2026 erklärte die amerikanische Schauspielerin Susan Sarandon, dass prominente Hollywood-Agenturen ihre Karriere weiterhin behindern, weil sie sich gegen den Krieg in Gaza ausspricht. Die 79-jährige Oscar-Preisträgerin, bekannt für Filme wie „Thelma & Louise“, war zu dem italienischen Festival gereist, um für „The Echo Chamber“ zu werben. Die Produktion unter der Regie von Andrea Pallaoro läuft im offiziellen Wettbewerb des Festivals. Sarandon erläuterte, dass das internationale Publikum zwar weiterhin aufgeschlossen für ihre Arbeit sei, große Studios in den Vereinigten Staaten jedoch institutionellem Druck ausgesetzt seien, sie von Filmprojekten auszuschließen. Sie dankte Pallaoro dafür, dass er Warnungen von Branchenvertretern, sie nicht für sein Projekt zu besetzen, ignoriert habe. Sarandon stellte fest, dass sich das öffentliche Bewusstsein für die militärische und finanzielle Unterstützung der USA für Israel weiterentwickelt habe, während die Entscheidungsträger in der Filmindustrie weiterhin strafende Haltungen gegenüber kritischen Stimmen einnähmen.
Agenturdruck und Studio-Besetzung
Sarandon ging auf die Kluft zwischen der allgemeinen öffentlichen Meinung und der Führungskontrolle innerhalb des amerikanischen Kinos ein, als sie gefragt wurde, ob sich das Branchenklima in Bezug auf Gaza zu verändern begonnen habe. Sie merkte an, dass sich die öffentliche Darstellung des Konflikts und der US-Außenpolitik verändert habe, je mehr die Menschen über die Situation erführen. Trotz der sich wandelnden öffentlichen Perspektive schilderte Sarandon im Detail, wie der Einfluss von Agenturen die Besetzungsmöglichkeiten hinter verschlossenen Türen im gesamten Studiosystem einschränkt.
Was die Machtstruktur betrifft, so wurden mir auch in letzter Zeit noch Filme entzogen, weil es Agenturen gibt, die den Leuten immer noch sagen, sie sollten mich nicht einstellen. Aber das ist die Machtstruktur. Ich denke, beim Volk, sicherlich international, fühle ich mich willkommen. Es kommt also darauf an. Wenn es sich um ein großes Studio handelt, glaube ich, dass man – nicht nur mir, sondern auch anderen – gesagt hat, dass das unmöglich sei. Was die Möglichkeit betrifft, diesen Film zu machen, danke ich Andrea dafür, dass er nicht auf die Warnungen gehört hat.
Branchenkonflikte und persönliche Unterstützung
Die Schauspielerin wies darauf hin, dass politische Überzeugungen unter den Führungskräften der Studios weiterhin die Beschäftigungsentscheidungen im gesamten amerikanischen Unterhaltungssektor beeinflussen. Sarandon stellte fest, dass pro-israelische Persönlichkeiten in der Branche weiterhin feste Positionen gegen Künstler einnähmen, die Solidarität mit Palästinensern bekunden. Trotz dieser anhaltenden beruflichen Hindernisse erklärte sie, dass sie sich eine unterstützende Gemeinschaft unter Kollegen und unabhängigen Filmemachern aufgebaut habe.
Ich denke also, ja, es hat sich etwas geändert, was das Verständnis der Situation betrifft, und ich denke, die breite Öffentlichkeit, aber es gibt immer noch sehr starke Positionen in meiner Branche, die von Zionisten vertreten werden und die ihre Gefühle mir gegenüber nicht geändert haben. Aber ich habe meine Familie gefunden, ich habe meine Leute gefunden, und mir geht es gut.
Sarandon beendete ihre Antwort unter Applaus von Journalisten und Anwesenden auf der Konferenz in Venedig.
Nachwirkungen der Kundgebung von 2023 und Hollywood-Aktivismus
Sarandon steht neben Schauspielern wie Mark Ruffalo, Richard Gere und Joaquin Phoenix als prominente amerikanische Filmfiguren, die sich öffentlich gegen die Gaza-Militäroffensive aussprechen. Ihre beruflichen Schwierigkeiten verschärften sich nach einem Auftritt bei einer propalästinensischen Demonstration in New York City am Union Square im November 2023. Bei dieser Veranstaltung sagte sie den Anwesenden, dass amerikanische Juden, die Angst vor zunehmendem Antisemitismus hätten, ein Gefühl dafür bekämen, was Muslime im Land unter häufiger Feindseligkeit erlebten. Wenige Tage später trennte sich die United Talent Agency von Sarandon und beendete eine Klientenbeziehung, die seit 2014 bestanden hatte. Im Dezember 2023 entschuldigte sich Sarandon und erklärte, sie habe sich der Kundgebung angeschlossen, um Forderungen nach einer Waffenruhe und humanitärer Hilfe zu unterstützen; sie räumte ein, dass ihre unvorbereiteten Bemerkungen ein Fehler in der Wortwahl gewesen seien. Der Hintergrund ihrer Aussagen ist der Krieg in Gaza, bei dem das dortige Gesundheitsministerium seit Oktober 2023 73.500 Tote und 174.000 Verletzte meldete.
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