
Saibari trifft nach 71 Sekunden – Marokko schlägt Schottland 1:0 in der WM-Gruppenphase
Ismael Saibari, der Berichten zufolge zu Bayern München wechseln soll, traf nach nur 70 Sekunden zum 1:0-Sieg Marokkos über Schottland und brachte sein Team damit an den Rand des Achtelfinales der WM.
Ismael Saibaris früher Donnerschuss war entscheidend: Marokko besiegte Schottland vor 64.146 Zuschauern in Foxborough mit 1:0 und hat nun vier Punkte in der Gruppe C. Der Stürmer der PSV Eindhoven, der bereits beim 1:1-Auftakt gegen Brasilien getroffen hatte, donnerte den Ball mit rechts kaum eine Minute nach Anpfiff an Angus Gunn vorbei – das schnellste Gegentor, das Schottland je bei einer WM kassiert hat.
Blitzstart, verhaltener Verlauf
Schottland, das nach 28 Jahren erstmals wieder bei einer WM dabei war, wurde durch das nach 70 Sekunden gefallene Tor aus dem Konzept gebracht. Brahim Diaz, Mittelfeldspieler von Real Madrid, schickte Saibari mit einem langen Ball hinter die zögernde schottische Abwehr. Der nahm den Ball an und hämmerte ihn hoch ins Netz. Der Treffer setzt ein bemerkenswertes Turnier des 25-Jährigen fort, der unter der Woche den Medizincheck bei Bayern München absolviert hat und voraussichtlich für rund 55 Millionen Euro wechseln wird.
Vergebene Chancen halten das Spiel offen
Marokko hätte die Führung ausbauen können, vergab aber mehrere gute Gelegenheiten. Bilal El Khannouss zirkelte den Ball aus vielversprechender Position über das Tor, Neil El Aynaoui schoss drüber, und auch Saibari selbst vergab eine weitere Chance zu Beginn der zweiten Halbzeit. Schottland, vor der Pause weitgehend unterlegen, steigerte sich nach der Pause und warf in der Schlussphase alles nach vorne; Scott McTominay traf in der 85. Minute das Außennetz.
Elfmetergesuche und Schiedsrichter-Beschwerden
Schottland fühlte sich bei zwei Szenen benachteiligt, die nicht vom VAR überprüft wurden. Neil El Aynaouis Einsteigen gegen John McGinn im Strafraum und ein Gerangel mit McTominay lösten laute Proteste aus, aber der usbekische Schiedsrichter Ilgiz Tantashev ließ sich nicht beeindrucken. Issa Diop kam mit einer gelben Karte davon, nachdem er Che Adams zurückgezogen hatte, als der Stürmer möglicherweise allein aufs Tor zusteuerte – was wütende Reaktionen der Tartan Army hervorrief.
Hakimi unter Buhrufen wegen juristischem Sturm
Abseits des Geschehens wurde Marokkos Kapitän Achraf Hakimi von Teilen des Publikums lautstark ausgepfiffen, wann immer er am Ball war. Stunden vor Anpfiff bestätigte ein französisches Gericht, dass sich der Verteidiger von Paris Saint-Germain wegen einer Vergewaltigungsvorwurfs aus dem Jahr 2023 vor Gericht verantworten muss – eine Anschuldigung, die er bestreitet. Die Kontroverse abseits des Platzes sorgte für zusätzliche Spannung an einem bereits aufgeheizten Abend.
Gruppenausblick
Mit vier Punkten ist Marokko so gut wie sicher für die Runde der letzten 32 qualifiziert. Im letzten Gruppenspiel treffen sie auf Haiti, während Schottland, das weiterhin drei Punkte hat, gegen Brasilien antreten muss. Ein Unentschieden gegen die Südamerikaner würde die Hoffnungen der Schotten, zum ersten Mal in ihrer Geschichte die K.o.-Runde zu erreichen, deutlich steigern.
- Anpfiff; 64.146 Fans im Boston Stadium in Foxborough.
- Saibari trifft nach 70 Sekunden nach Diaz' Steilpass.
- Schottland absolviert in den ersten 30 Minuten nur 12 erfolgreiche Pässe im letzten Drittel.
- Die zweite Halbzeit beginnt; El Aynaouis Foul an McGinn wird vom VAR nicht überprüft.
- McTominay trifft das Außennetz; ein weiterer Elfmeterappell wird abgewiesen.
- Abpfiff: Marokko gewinnt 1:0 und hat nun vier Punkte.
Wir sind schlecht gestartet; so früh ein Gegentor zu kassieren, war ein psychologischer Schlag, aber die Reaktion in der zweiten Halbzeit gibt uns etwas, worauf wir aufbauen können.

