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Klima·10. Aug.

Sachsen steht vor generationenübergreifender Herausforderung bei der Wasserversorgung, da die Elbe Niedrigwasser führt und die Reservoirs schrumpfen

Das kontinentale Klima Ostdeutschlands und jahrzehntelanger Braunkohleabbau haben Sachsen mit sinkendem Grundwasser und halbleeren Talsperren konfrontiert, was ein Investitionsprogramm von 1,6 Milliarden Euro ausgelöst hat.

Niedrigwasser steht im Kontrast zu Hochwassererinnerungen

Die Elbe in Dresden zeigt derzeit knapp über einen halben Meter Wasserstand, ein krasser Gegensatz zum August 2002, als der Fluss mit damals 9,40 Metern einen Rekord erreichte und Teile der Stadt überflutete. Ein weiteres Jahrhundert-Hochwasser ereignete sich 2013, und der Fluss ist seither gelegentlich über die Ufer getreten, doch heute dominieren Dürre und Hitze den Eindruck. Einige Talsperren in Sachsen sind im Sommer nicht mehr voll, und die Grundwasserstände sinken. Das Gefühl, zu viel Wasser zu haben, ist seit dem Hochwasser 2002 verblasst. Der Wandel hat Fragen zur zukünftigen Wasserversorgung in ganz Sachsen und Ostdeutschland aufgeworfen: Was passiert, wenn der Klimawandel auf seinem derzeitigen Pfad fortschreitet, und woher soll das Wasser kommen?

Extreme des Elbwasserstands in Dresden
  1. 2002-08Elbe erreicht Rekord von 9,40 m in Dresden, überschwemmt Teile der Stadt
  2. 2013Ein weiteres Jahrhundert-Hochwasser an der Elbe
  3. 2026-08Elbe in Dresden bei knapp über einem halben Meter angesichts von Dürre und Hitze

Ostdeutschlands trockeneres Klima

In Sachsen werden diese Fragen vor allem im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie verfolgt, wo die Wasserexperten des Landes ansässig sind. Die Behörde beherbergt auch die Landeshochwasserzentrale, die nicht nur für Hochwasser, sondern für die gesamte Landeshydrologie zuständig ist. Der Klimatologe Daniel Hertel verweist auf das kontinentale Klima Ostdeutschlands, das selbst ohne Klimawandel weniger Niederschlag erhält als der Westen. Er erklärt die sogenannte Westwindzirkulation: Wolken vom Atlantik regnen sich ab, während sie ostwärts über die deutschen Mittelgebirge ziehen, und können über Landflächen zusätzlich an Feuchtigkeit verlieren. Innerhalb Sachsens selbst schwankt der Niederschlag merklich. Das Erzgebirge erhält mehr Regen als Ostsachsen. Die Lausitz steht vor einer zusätzlichen wasserbezogenen Belastung, da jahrzehntelanger Braunkohleabbau die Landschaft praktisch von Wasser entleert hat, was sie zu einem besonderen Schwerpunkt der Wasserwirtschaft macht.

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Sachsens Wasserprogramm und Investitionsbedarf

Vor etwa zweieinhalb Jahren startete die damalige sächsische Landesregierung das Programm „Zukunft Wasser für Sachsen“. Es umfasst Anforderungen von der öffentlichen Wasserversorgung und Talsperrenanpassung über den Wasserrückhalt in der Landschaft bis zum Niedrigwassermanagement. Der Investitionsbedarf wurde damals auf 1,6 Milliarden Euro geschätzt. Der Wasserexperte Andy Philipp sagt, dass der Bedarf angesichts der Dimension der Aufgaben langfristig noch weiter steigen könnte. Ob alle Maßnahmen umgesetzt werden können, ist angesichts der angespannten Haushaltslage des Landes fraglich. Die Sicherung der Wasserversorgung wird als eine generationenübergreifende Aufgabe beschrieben, in die noch viele weitere Milliarden Euro fließen müssen. Das zuständige Landesamt ist weit davon entfernt, Panik zu verbreiten, aber Philipp räumt ein, dass sich die Bevölkerung angesichts des wachsenden Versorgungsdrucks auf Veränderungen einstellen muss.

Sachsen sind bundesweit Spitze beim Wassersparen

Die Sachsen sind im bundesweiten Vergleich bereits die größten Wassersparer. Während der nationale Durchschnittsverbrauch bei etwa 125 Litern pro Tag liegt, sind es in Sachsen weniger als 100 Liter, so Philipp. Dies wird vor allem auf Investitionen in die Wasserinfrastruktur nach der deutschen Wiedervereinigung zurückgeführt, als im gesamten Osten neue Leitungen und Technik installiert wurden, die die Verluste auf dem Weg zu den Verbrauchern reduzierten. Etwa 40 Prozent der sächsischen Bevölkerung beziehen ihr Trinkwasser aus Talsperren, ein im Vergleich zum Bundesdurchschnitt hoher Wert. Philipp hält es für einen Luxus, dass Wasser von ausgezeichneter Qualität mehr oder weniger zum Selbstkostenpreis in die Haushalte geliefert wird. Die Investitionen in die Infrastruktur nach der Wiedervereinigung haben Ostdeutschland einen Effizienzvorsprung bei der Lieferung verschafft, den der Westen nicht in gleichem Maße teilt.

Dresden
Dresden

4 Quellen

  • Generationenaufgabe Wasser: Reicht der Vorrat noch?
    DIE WELT·10. Aug.
  • Wasserversorgung: Generationenaufgabe Wasser: Reicht der Vorrat noch?
    ZEIT ONLINE·10. Aug.
  • Sachsen: Generationenaufgabe Wasser: Reicht der Vorrat noch?
    N-tv·10. Aug.
  • Generationenaufgabe Wasser: Reicht der Vorrat noch?
    Süddeutsche Zeitung·10. Aug.

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