Kurz gefasst
Außenminister Andrii Sibiga antwortete am 22. Oktober auf X, nachdem Witkoff Putin dafür gedankt hatte, einen vier Jahre in Russland festgehaltenen Amerikaner freigelassen zu haben, und ihn als humanitär bezeichnet hatte.
Bürgermeister Vitali Klitschko meldete mindestens 15 Verletzte in der Hauptstadt, acht davon im Krankenhaus, zwei der Verwundeten sind Minderjährige.
Die Zählung von EL MUNDO nennt unter Berufung auf Regionalverwaltungen und Polizei je einen Toten in Sumy und Charkiw, drei in Saporischschja und zwei in Donezk.
Bürgermeister Sergei Sobjanin sagte, mindestens 630 Drohnen seien auf die Region abgefeuert worden, 163 in Richtung Hauptstadt; in Moskau wurden zwei Menschen verletzt.
Kreml-Berater Juri Uschakow sagte, Russland sei grundsätzlich bereit, die trilateralen Gespräche Mitte November nach den US-Zwischenwahlen wieder aufzunehmen.
- 20.10.Selensky führt Gespräche in Oslo, bevor Witkoff nach Russland reist
- 21.10.Witkoff trifft Putin in Sankt Petersburg
- Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2026Salven ballistischer Raketen treffen Kiew, EL PAÍS meldet einen Toten
- 22.10.Sibiga verurteilt auf X Witkoffs Lob für Putin
Kiew rügt Witkoffs Lob für Putin
Der ukrainische Außenminister Andrii Sibiga verurteilte am Donnerstag, 22. Oktober, Äußerungen des Gesandten des Weißen Hauses, Steve Witkoff, der am Vortag Wladimir Putin als humanitär beschrieben und ihm dafür gedankt hatte, dass er einen amerikanischen Staatsbürger freigelassen habe, der von russischen Truppen in der Ukraine festgehalten worden war. RTVE berichtete, der Freigelassene sei vier Jahre lang in Russland festgehalten worden. Sibiga antwortete auf X, Beschwichtigung, Unterwürfigkeit und Schmeichelei würden den Krieg nicht beenden, nur Stärke könne das. Er fügte hinzu, die Bewohner Kiews hätten in der Nacht gehört, wie der russische „Humanismus“ tatsächlich klinge – eine Anspielung auf die Angriffe auf die Hauptstadt. Witkoff war nach einem Treffen mit Wolodymyr Selensky am Dienstag, 20. Oktober, in Oslo nach Russland gereist; die Gesprächsrunde sollte einen erbitterten Streit zwischen Donald Trump und dem ukrainischen Staatschef entschärfen. Am Mittwoch, 21. Oktober, traf er Putin in Sankt Petersburg.
Angriffe in der Nacht in der ganzen Ukraine
Sibiga sagte, Russland habe Dutzende ballistische Raketen gegen Energieinfrastruktur, medizinische Einrichtungen, Einkaufszentren und Wohngebiete eingesetzt, und auch andere ukrainische Städte seien am frühen Donnerstag angegriffen worden. In Kiew meldete Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 15 Verletzte, acht von ihnen wurden ins Krankenhaus gebracht, unter den Verwundeten seien zwei Minderjährige. EL PAÍS berichtete am Morgen von einem Toten im Kiewer Bezirk Dniprowskyj – ein Todesfall, der in der regionalen Zählung von EL MUNDO nicht aufgeführt wird. Zu den Schäden in der Hauptstadt zählten eine Metrostation auf der Südbrücke über den Dnipro, eine Rettungswagenfirma, bei der sechs Fahrzeuge beschädigt wurden, sowie ein Einkaufszentrum und ein Restaurant. EL MUNDO zählte nach Angaben der Regionalverwaltungen und der Polizei landesweit sieben Getötete: einen Mann in Sumy, eine Frau in Charkiw, drei Menschen in Saporischschja und zwei in Donezk. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten Hafeninfrastruktur in der Region Odessa und mehrere Boote der ukrainischen Armee getroffen, während RTVE berichtete, in Krementschuk in der Region Poltawa sei Energieinfrastruktur getroffen worden.
- Sumy
- 1 Tote
- Charkiw
- 1 Tote
- Saporischschja
- 3 Tote
- Donezk
- 2 Tote
Daten aus dem Artikeltext
Ukrainische Drohnen und Moskau
Auch die Ukraine startete Drohnenangriffe auf Russland und besetztes Gebiet. Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin sagte, mindestens 630 Drohnen seien auf die Region abgefeuert worden, 163 davon in Richtung Hauptstadt, und die meisten seien weit vor ihren Zielen zerstört worden. In Moskau wurden zwei Menschen verletzt. Die Regionalbehörden in Tula erklärten, dort seien 70 Drohnen abgeschossen worden. In Lipezk, rund 400 Kilometer südlich von Moskau, sagte der Regionalgouverneur, ein Mann sei verletzt worden, Drohnen hätten ein Wohnhaus und ein medizinisches Zentrum getroffen. RTVE berichtete zudem, ein Mitarbeiter des Kernkraftwerks Saporischschja sei bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden.
Diplomatie und die Gespräche im November
Trump sagte, er sei einer Beendigung des Konflikts nie so nahe gewesen. Kreml-Berater Juri Uschakow erklärte vor Journalisten, Russland sei grundsätzlich bereit, die trilateralen Gespräche Mitte November wieder aufzunehmen, nach den US-Zwischenwahlen. Jared Kushner nahm an den Gesprächen mit Putin aus der Ferne teil. Nach seiner Rückkehr aus Norwegen am späten Mittwoch schlug Selensky einen Waffenstillstand vor, der die aktuellen Frontlinien einfrieren würde, sowie ein trilaterales Gipfeltreffen mit Trump und Putin, an dem europäische Partner in irgendeiner Form beteiligt wären. RTVE berichtete, Putin sei bereit, im November einen trilateralen Gipfel mit Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping abzuhalten. EL MUNDO wies darauf hin, dass Putin den Einmarsch im Februar 2022 angeordnet hat und direkte Gespräche mit Selensky stets abgelehnt hat.