Kurz gefasst
Russland feuerte in der Nacht zum 22. Oktober 21 ballistische Raketen in drei Wellen auf Kiew ab, zusammen mit mehr als 200 Drohnen vom Typ Shahed. In der Hauptstadt wurden zwei Menschen getötet und 22 verletzt, vier davon Minderjährige.
In der Nacht starben mindestens sieben Menschen: zwei in Kiew, ein Mann in Sumy, eine Frau in Charkiw und drei in der Region Saporischschja, wie regionale Militärverwaltungen und die Polizei mitteilten.
Juri Uschakow sagte, Moskau sei bereit, die dreiseitigen Gespräche mit Kiew und Washington etwa am 10. November wieder aufzunehmen. Steve Witkoff hatte am 21. Oktober in Sankt Petersburg Putin getroffen.
- 20.10.Witkoff trifft Selenskyj und europäische Staats- und Regierungschefs in Oslo
- 21.10.Witkoff trifft Putin in Sankt Petersburg
- Nacht vom 21. auf den 22. OktoberRussland feuert 21 Raketen und mehr als 200 Drohnen auf die Ukraine ab, darunter auf Kiew
- 22.10.Die ukrainische Luftwaffe warnt vor neuen ballistischen Raketenangriffen auf Kiew
Nächtliche Angriffe auf Kiew
Russland feuerte in der Nacht zum Donnerstag, 22. Oktober, 21 ballistische Raketen in drei Wellen auf die ukrainische Hauptstadt ab, zusammen mit mehr als 200 Drohnen vom Typ Shahed. Berichten zufolge wurde keine der Raketen abgefangen, und vermutlich war eine Iskander-K5 darunter. Ein Berater des ukrainischen Präsidenten sagte, eine Rakete sei vor dem Einschlag in 58 Sprengteile zerfallen und habe Streumunition über ein weites Gebiet verteilt. Der Angriff traf den Bezirk Pechersk und beschädigte Berichten zufolge Dutzende, möglicherweise Hunderte Wohnungen sowie Banken, Restaurants, Geschäfte und Supermärkte. Einsatzkräfte vor Ort zogen einen Teil einer Rakete aus einem Krater.
Opfer in der ganzen Ukraine
In Kiew wurden zwei Menschen getötet und 22 verletzt, vier davon Minderjährige, nach Angriffen auf sechs Bezirke der Stadt. Andernorts starb ein Mann in Sumy, eine Frau in Charkiw und drei Menschen in der Region Saporischschja, wie regionale Militärverwaltungen und die Polizei mitteilten. Selenskyj bezifferte die Zahl der Verletzten in mehreren Regionen auf 34 und sagte, die Angriffe hätten Stromanlagen in der Hauptstadt beschädigt. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sagte, ein früherer Raketenangriff auf die Hauptstadt habe sechs Menschen verletzt. Ein Bericht schrieb fünf weitere Todesfälle dem Norden und der Mitte des Landes zu – eine Zahl, die nicht recht zur regionalen Aufschlüsselung passt.
- Kiew
- 2 Menschen
- Region Saporischschja
- 3 Menschen
- Sumy
- 1 Menschen
- Charkiw
- 1 Menschen
Daten aus dem Artikeltext
Moskau teilte mit, seine Luftabwehr habe in der Nacht 808 ukrainische Drohnen über 20 russischen Regionen und der Krim zerstört. Sergei Sobjanin sagte, 630 Drohnen seien in Richtung der Region Moskau gestartet worden, zwei Menschen seien verletzt worden, und 163 von ihnen seien der Stadt nahe gekommen.
Witkoffs Gespräche und der November-Zeitplan
Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter, traf am Dienstag, 20. Oktober, in Oslo mit Selenskyj und europäischen Staats- und Regierungschefs zusammen, am Mittwoch, 21. Oktober dann in Sankt Petersburg mit Wladimir Putin. Das Ende des Krieges habe nie so nahe gewirkt, sagte Trump laut Observador. Selenskyj forderte einen Stopp der Kämpfe entlang der aktuellen Frontlinien als ersten Schritt zu Verhandlungen. Nach einem dreistündigen Treffen sagte der diplomatische Berater des Kremls, Juri Uschakow, Moskau sei bereit, dreiseitige Gespräche mit Kiew und Washington wieder aufzunehmen, aber nicht sofort, sondern etwa am 10. November. Einem anderen Bericht zufolge nannte Moskau Mitte November als vorgeschlagenen Termin, während Kiew um einen möglichst baldigen Gesprächsbeginn gebeten hat. Diario de Noticias berichtete, die Gespräche seien seit Jahresbeginn ins Stocken geraten und die Kontakte nach dem Krieg im Nahen Osten ausgesetzt worden, den Washington und Israel gegen den Iran begonnen hätten.
Wie es weitergeht
Am Morgen des 22. Oktober warnte die ukrainische Luftwaffe vor möglichen neuen ballistischen Raketenangriffen auf Kiew und bat die Einwohner, in den Schutzräumen zu bleiben. Diario de Noticias berichtete zudem, Uschakow habe ein mögliches Treffen zwischen Putin, Trump und Xi Jinping am Rande des APEC-Gipfels im November in Shenzhen erwähnt, das jedoch nicht bestätigt sei. Sowohl die Ukraine als auch Russland haben sich bereit erklärt, direkte Gespräche unter US-Vermittlung wieder aufzunehmen. Ein Termin für diese Gespräche wurde nicht vereinbart.