
Rumänien leitet Notmaßnahmen zur Kühlung des Kernkraftwerks Cernavodă ein
Rumänien hat angesichts historisch niedriger Donauwasserstände dringende Flussbaggerungen, Stauseeabgaben und militärische Unterstützung genehmigt, um die Kühlwasserversorgung des Kernkraftwerks Cernavodă zu sichern.
Notmaßnahmen zur Reaktorkühlung
Das Nationale Komitee für Notlagen Rumäniens (CNSU) verabschiedete am Freitag, den 21. August 2026, ein Paket technischer Notmaßnahmen zur Sicherung der Wasserversorgung für die Kühlung des Kernkraftwerks Cernavodă. Der Beschluss reagiert auf den niedrigsten je gemessenen Durchfluss der Donau in der jüngeren Geschichte, der die für den Reaktorbetrieb erforderlichen Einlaufmengen gefährdet. Rumänien befindet sich seit dem 1. August 2026 im Energiealarmzustand, nachdem Block 1 (700 Megawatt) in Cernavodă aufgrund kritisch niedriger Wasserstände abgeschaltet wurde – ein Ausfall, der die Stromproduktion des Kraftwerks halbierte. Der neu verabschiedete Plan kombiniert aktive Baggerungen, den Bau von Wasserumlenkungsbauwerken, kontrollierte Stauseeabgaben und militärische Unterstützung, um die verbleibende Erzeugungskapazität zu schützen.
- Block 1 wird abgeschaltet und Energiealarm ausgerufen wegen niedriger Wasserstände der Donau
- CNSU genehmigt Notbaggerungen, Dammbau und Stauseeabgaben
- Hidroelectrica beginnt fünftägige Abgabe von 50 Kubikmetern pro Sekunde aus den Olt-Stauseen
Flussbautechnik und militärische Unterstützung
Die hydrotechnischen Arbeiten konzentrieren sich direkt auf die Donau bei Cernavodă. Die Verwaltung der Unteren Donau (AFDJ) führt gemeinsam mit der Nationalen Verwaltung Rumänische Gewässer (Apele Romane) Notbaggerungen durch, um die Fließwege freizumachen. Gleichzeitig baut Apele Romane eine Buhne entlang der Alten Donau (Dunarea Veche). Dieses Umleitungsbauwerk wird einen Teil des Flusslaufs direkt in den Donau-Schwarzmeer-Kanal und zum Kühlwassereinlauf des Kernkraftwerks leiten.
Spezialisten des Verteidigungsministeriums (MApN) sind vor Ort im Einsatz, um präzise topobathymetrische und geodätische Messungen durchzuführen. Militärtaucher der Streitkräfte unterstützen zudem die Unterwasserbau- und Inspektionsarbeiten, die für die hydrotechnischen Anlagen erforderlich sind.
Wasserabgaben aus dem Olt
Um die Wassermenge oberhalb der Anlage zu erhöhen, begannen das Energieministerium und der staatliche Wasserkraftproduzent Hidroelectrica am Samstag, den 22. August 2026, mit kontrollierten Abgaben aus den Stauseen am Olt. Die koordinierten Abgaben gewährleisten über einen Zeitraum von fünf Tagen eine durchschnittliche zusätzliche Durchflussmenge von 50 Kubikmetern pro Sekunde. Beamte merkten an, dass das zusätzlich abgegebene Wasser gleichzeitig vor der Einspeisung in die Donau zusätzlichen Strom im Wasserkraftsystem erzeuge.
Zur Ergänzung des Donauabflusses werden das Energieministerium und die Gesellschaft Hidroelectrica ab heute, dem 22. August 2026, Wasser aus den Stauseen am Olt mit einer durchschnittlichen täglichen zusätzlichen Menge von 50 Kubikmetern pro Sekunde für fünf Tage freigeben. Diese zusätzliche Wassermenge wird auch zur Erzeugung einer zusätzlichen Menge an Strom genutzt. Wasser aus dem Donau-Schwarzmeer-Kanal bildet eine Betriebsreserve, und die Verwaltung der Schifffahrtskanäle wird auf Antrag des KKW Cernavodă die Freigabe einer Wassermenge zum Wassereinlauf des KKW Cernavodă sicherstellen.
Reservepumpen und Kanalreserven
Der Interventionsrahmen legt den Donau-Schwarzmeer-Kanal als dedizierte Betriebsreserve fest. Auf Antrag der Betreiber des Kraftwerks Cernavodă wird die Verwaltung der Schifffahrtskanäle festgelegte Wassermengen direkt in das Einlaufsystem des Kraftwerks ableiten. Zudem mobilisiert die Abteilung für Notfallsituationen (DSU) leistungsstarke Motorpumpen, die von mehreren öffentlichen Einrichtungen zusammengezogen wurden, um bei Unterschreitung sicherer Wasserstände direkt Wasser zu pumpen. Die Maßnahmen wurden auf der Grundlage technischer Bewertungen des interministeriellen Ausschusses zur Entblockung des Projekts Bala 2 entwickelt.


