
Portugal setzt rote Linien für Sines-Raffinerie-Deal und untersucht langsamen Rückgang der Kraftstoffpreise
Umweltministerin Maria da Graça Carvalho legte nicht verhandelbare Bedingungen für die Fusion von Galp und Moeve fest und ordnete eine Untersuchung an, warum die Zapfsäulenpreise dem starken Rückgang des Rohöls nicht gefolgt sind.
Regierung zieht rote Linien bei Raffinerie-Fusion
Portugal wird alle verfügbaren rechtlichen Instrumente nutzen, zusammen mit seinem 8,24%igen Anteil an Galp, um sicherzustellen, dass die Sines-Raffinerie auf nationalem Boden bleibt und Portugal bei jeder Energiekrise ihr prioritäres Versorgungsziel bleibt. Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho legte diese beiden 'roten Linien' während einer vom Portugiesischen Kommunistischen Partei (PCP) beantragten Anhörung im Parlament am 1. Juli 2026 dar. Da die Mehrheitsaktionäre der spanischen Gruppe Moeve (ehemals Cepsa) – der Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi und die US-amerikanische Carlyle Group – außerhalb der Europäischen Union tätig sind, ist die Regierung der Ansicht, dass besondere Gesetze für strategische Vermögenswerte angewendet werden können, um die Bedingungen durchzusetzen.
Galp hat uns nie im Stich gelassen.
Die Ministerin räumte ein, dass der ursprüngliche Zeitplan für den Abschluss des Deals, der ursprünglich für Ende Juli 2026 vorgesehen war, wahrscheinlich verzögert wird, da mehrere ministerielle und Aktionärsentscheidungen noch ausstehen. Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento koordiniert die rechtliche Arbeit mit mehreren Anwaltskanzleien, um verschiedene Szenarien zu entwerfen.
Arbeiterkommission warnt vor Kontrollverlust
Die Arbeiterkommission (CCT) von Galp argumentiert, dass die geplante neue Einheit, an der Galp nur 20 % und Moeve die Mehrheit halten würde, einem effektiven Verlust der nationalen Kontrolle über einen kritischen Vermögenswert gleichkommt. Sie warnt davor, dass die Operation Arbeitsplätze und die Treibstoffautonomie des Landes gefährdet, insbesondere in einem instabilen geopolitischen Umfeld. Die Kommission hat der Exekutive Untätigkeit vorgeworfen.
Von der Regierung geforderte Untersuchung der Kraftstoffpreise
Während derselben Anhörung kündigte Carvalho an, dass die Regierung die Nationale Energiebrancheneinheit (ENSE) gebeten habe, zu untersuchen, warum die Einzelhandelspreise für Kraftstoffe nicht im gleichen Tempo wie das Rohöl gefallen seien. Auslöser war das Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran, das die Befürchtungen um die Straße von Hormus zerstreute und dazu führte, dass Brent-Rohöl fast 30 Dollar pro Barrel verlor und am 1. Juli knapp über 70 Dollar gehandelt wurde. Dennoch bleiben die Zapfsäulenpreise deutlich höher: Diesel lag etwa 14 Cêntimos pro Liter über dem Niveau der ersten Märzwoche, und Benzin war 17 Cêntimos höher, selbst nach einem Steuernachlass (3,12 Cêntimos auf Benzin, 2,5 Cêntimos auf Diesel), der darauf abzielt, den Mehrwertsteuer-Windfall der Regierung bei steigenden Preisen zu neutralisieren.
Das ergibt keinen Sinn.
Die Ministerin argumentierte, dass die Abweichung keinen Sinn ergebe, und sagte, die Exekutive wolle genau verstehen, warum dies geschehe.
Branche wehrt sich gegen die Rohöl-zu-Zapfsäule-Erzählung
Der Portugiesische Verband der Kraftstoff- und Schmierstoffunternehmen (EPCOL) bestand darauf, dass es „nichts zu verbergen“ gebe. Generalsekretär António Comprido wies darauf hin, dass die täglichen Zapfsäulenpreise bereits auf der Plattform Balcão Único da Energia gemeldet werden, und betonte, dass die Zapfsäulenpreise den Märkten für raffinierte Produkte folgen, nicht direkt dem Rohölmarkt. Der Rohölpreis beeinflusse raffinierte Produkte nur mittelfristig, sagte er, und die beiden seien getrennte Märkte.
- Diesel
- 14 Cent/Liter
- Benzin
- 17 Cent/Liter
Timeline der wichtigsten Ereignisse
- US-amerikanische und israelische Streitkräfte greifen iranische Ziele an, was Befürchtungen über Schließungen der Straße von Hormus weckt und einen Anstieg der Kraftstoffpreise auslöst.
- Parlamentsanhörung: Ministerin Carvalho legt rote Linien für den Galp-Moeve-Deal fest und bittet ENSE, die Kraftstoffpreise zu untersuchen.
- Ursprüngliches Zieldatum für den Abschluss der Galp-Moeve-Fusion, das nun voraussichtlich Verzögerungen ausgesetzt ist.
Die Haltung der Regierung bedeutet eine Verschärfung gegenüber der Begeisterung, die Carvalho im Januar zeigte, als sie die Schaffung eines neuen iberischen Ölriesen begrüßte. Ihr Ton hat sich seither der vorsichtigeren Position des Wirtschaftsministeriums angeglichen. Das Ergebnis der Galp-Moeve-Verhandlungen wird nun voraussichtlich über die ursprüngliche Juli-Frist hinaus verzögert.


