
Paraguay besiegt Türkei 1:0; Almiron nach Mundbedecken als Erster vom Platz gestellt – WM-Premiere
Paraguays Mittelfeldspieler Miguel Almiron wurde als erster Spieler unter einer neuen FIFA-Regel des Feldes verwiesen, die das Bedecken des Mundes in Konfrontationen verbietet. Dennoch hielt das dezimierte Paraguay mit einem 1:0-Sieg gegen die Türkei stand und schied diese aus der Weltmeisterschaft aus.
Historische Rote Karte
Paraguays Miguel Almiron sah in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit des Gruppenspiels gegen die Türkei in Santa Clara, Kalifornien, die Rote Karte, nachdem er sich beim Gespräch mit dem türkischen Spieler Mert Muldur die Hand vor den Mund gehalten hatte. Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador konsultierte den VAR-Monitor und wandte eine Regel an, die speziell für diese WM eingeführt wurde: Jegliches Bedecken des Mundes in einer konfrontativen Situation führt automatisch zum Platzverweis, unabhängig vom Gesagten.
Die Regel, die den Spitznamen „Vini-Gesetz“ trägt, entstand, nachdem Benficas Gianluca Prestianni in einem Champions-League-Spiel im Februar bei einer Auseinandersetzung mit Real Madrids Vinícius Júnior den Mund mit seinem Trikot bedeckt hatte. Prestianni gab später homophobe Äußerungen zu und erhielt eine Sperre von sechs Spielen. FIFA-Präsident Gianni Infantino drängte auf die Änderung und sagte im März gegenüber Sky News: „Wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt und etwas sagt, und dies hat rassistische Konsequenzen, dann muss er natürlich vom Platz gestellt werden. Es muss die Vermutung bestehen, dass er etwas gesagt hat, was er nicht hätte sagen sollen.“
Auf dem Spielfeld appellierte Muldur sofort an die Offiziellen, nachdem Almiron seinen Mund verdeckt hatte. Die VAR-Überprüfung war kurz, und Barton verkündete den Ausschluss vor der Menge. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Almiron etwas Beleidigendes gesagt hat.
Paraguays früher Treffer
Paraguay hatte bereits nach nur 63 Sekunden die Führung übernommen. Matías Galarza fing den Ball im türkischen Spielaufbau ab und feuerte einen 20-Meter-Schuss in die Ecke, der die Menge im Levi’s Stadium verblüffte. Das frühe Tor zwang die Türkei von Beginn an zur Aufholjagd, doch selbst gegen elf Männer taten sie sich schwer, Ballbesitz in klare Chancen umzumünzen.
Zweite-Halbzeit-Belagerung
Die Türkei, die mit 1:0 in die Pause ging, hatte über die gesamte Partie 80 Prozent Ballbesitz und für die gesamte zweite Halbzeit einen Mann mehr. Arda Güler, Kenan Yıldız und Hakan Çalhanoğlu führten Welle um Welle von Angriffen an. Mert Muldurs Kopfball traf sowohl die Latte als auch den Pfosten, bevor er ins Aus sprang. Torhüter Orlando Gill und die paraguayische Abwehr wehrten alles ab, was die Türkei auf sie warf, oft mit letzten Rettungsaktionen.
Trotz sieben Minuten Nachspielzeit fand die Türkei keinen Ausgleich. Der deutsche Sender SRF beschrieb ihre Herangehensweise als „zu einfallslos und unkreativ“.
- 2. Minute: Matías Galarza trifft aus der Distanz und bringt Paraguay mit 1:0 in Führung.
- Nachspielzeit erste Halbzeit: Miguel Almiron sieht nach VAR-Überprüfung die Rote Karte, weil er sich beim Gespräch mit Mert Muldur den Mund bedeckt hat.
- Zweite Halbzeit: Die Türkei dominiert den Ballbesitz und erspielt sich mehrere Chancen, kann die paraguayische Abwehr aber nicht überwinden.
- 90.+7 Minute: Abpfiff. Paraguay gewinnt 1:0, die Türkei ist aus der WM ausgeschieden.
Auswirkungen in Gruppe D
Das Ergebnis eliminiert die Türkei, die auch ihr Auftaktspiel mit 0:2 gegen Australien verloren hatte. Paraguay steht nun bei drei Punkten und kann durch einen Sieg gegen Australien im letzten Gruppenspiel die K.o.-Runde erreichen. Die US-amerikanische Nationalmannschaft hat bereits den ersten Platz in Gruppe D sicher. Die Türkei trifft in der letzten Runde auf die Co-Gastgeber USA, wobei es nur noch um die Ehre geht.
Wenn man die Regeln kennt, sollte man es nicht tun. Man muss dem Schiedsrichter und dem VAR Anerkennung zollen, dass sie diese Entscheidung getroffen haben. Nicht jeder würde damit einverstanden sein, aber wenn das die Regeln sind, muss man sich daran halten.


