
Curaçao holt ersten WM-Punkt: Eloy Room stellt mit 15 Paraden Rekord auf
Torhüter Eloy Room parierte 15 Schüsse – die meisten in einem 90-minütigen WM-Spiel, seit 1966 detaillierte Aufzeichnungen geführt werden – und sicherte Curaçao im Arrowhead Stadium ein 0:0 gegen Ecuador, den ersten Punkt bei einer Weltmeisterschaft.
Curaçao holte sich am 20. Juni im Arrowhead Stadium in Kansas City mit einem 0:0 gegen Ecuador den ersten WM-Punkt. Die Karibikinsel, das von der Einwohnerzahl her kleinste Land, das je bei einer WM antrat, wehrte einen unerbittlichen ecuadorianischen Angriff ab, angeführt von Torhüter Eloy Room.
Torhüter-Heldentaten
Room, ein 37-Jähriger, geboren in den Niederlanden, der aber seit 2015 für Curaçao spielt, zeigte 15 Paraden in 90 Minuten und stellte damit einen Rekord für die reguläre Spielzeit auf, seit 1966 umfassende Statistiken geführt werden. Der WM-Gesamtrekord von 16 Paraden gehört Tim Howard, der 2014 für die USA im Achtelfinale gegen Belgien 120 Minuten brauchte. Room wurde zum Spieler des Spiels gekürt und scherzte später, er erwarte eine Statue auf der Insel.
Für uns ist das wie ein Sieg, der erste Punkt bei der WM. Es ist unglaublich, wenn man bedenkt, welchen Weg wir zurückgelegt haben und wie wir hierhergekommen sind. Wir haben gezeigt, dass wir einen echten Teamgeist haben, es ist ein unglaubliches Gefühl.
Ich habe alles gegeben, was ich hatte. Und wie ich die Mannschaft. Es ist unglaublich, dass die kleinste Nation jemals ein solches Ergebnis erzielt hat. Ich erwarte allerdings, dass sie mir in Curaçao eine Statue bauen.
Ecuadors Frustration
Ecuador war als Zweitplatzierter der südamerikanischen Qualifikation angereist, konnte aber seine überwältigende Dominanz nicht in Tore ummünzen. Der Ballbesitz lag bei 75 Prozent, die Torschüsse summierten sich auf 28, und die erwarteten Tore erreichten 2,84. Doch auch das Aluminium half Curaçao, als eine Flanke von Ángelo Preciado spät an die Latte abgefälscht wurde. Ecuadors Trainer Sebastián Beccacece übernahm die Verantwortung.
Es gibt Dinge, die man im Fußball nicht erklären kann. Wir wollten gewinnen, aber wir haben es nicht geschafft. Die Verantwortung liegt bei mir. Die Spieler haben alles gegeben.
Königlicher Besuch und Feierlichkeiten
König Willem-Alexander und Königin Máxima der Niederlande verfolgten das Spiel von den Rängen aus und besuchten anschließend die Umkleidekabine von Curaçao, wo sie mit den Spielern zu karibischer Musik tanzten. Ein Video der Szene verbreitete sich im Internet. Curaçao ist ein autonomes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande, und 25 der 26 Teammitglieder wurden in den Niederlanden geboren; trainiert wird die Mannschaft vom erfahrenen Dick Advocaat.
Curaçaos WM-Reise
Der Punkt folgte auf eine 1:7-Auftaktniederlage gegen Deutschland. Room widmete die Leistung seinem im November verstorbenen Vater. Curaçao, mit weniger als 200.000 Einwohnern, hat nun Hoffnung, die Gruppe E zu überstehen, auch wenn es im dritten Gruppenspiel noch auf die Elfenbeinküste trifft.
- 3. Minute: Valencias Schuss erzwingt erste Parade von Room.
- Zweite Hälfte: Room pariert einen Kopfball aus kurzer Distanz von Plata.
- Späte zweite Hälfte: Preciados Flanke trifft die Latte, verschont Curaçao.
- Abpfiff: 0:0-Unentschieden; Room verbucht 15 Paraden, ein WM-Rekord in der regulären Spielzeit.


