
Venezuelas Delcy Rodríguez verklagt Aldama wegen PDVSA-Umschlag-Aussagen und engagiert Ex-Richter Garzón
Die Interimspräsidentin Venezuelas hat in Madrid einen außergerichtlichen Schlichtungsantrag eingereicht und wirft dem Geschäftsmann Víctor de Aldama Verleumdung vor, weil er behauptet habe, sie habe ihm einen PDVSA-Umschlag übergeben, der mit angeblicher illegaler PSOE-Finanzierung in Verbindung stehe.
Der Schlichtungstermin
Ein Madrider Gericht hat den 16. Juli 2026 um 10:00 Uhr für einen Schlichtungstermin zwischen Delcy Rodríguez und Víctor de Aldama angesetzt. Der Termin ist ein Verfahrensschritt, bevor Rodríguez eine strafrechtliche Verleumdungsklage einreichen kann. Keine der Parteien muss persönlich erscheinen; Anwälte können sie vertreten. Rodríguez' Anwaltsteam von der Kanzlei des ehemaligen Richters Baltasar Garzón reichte den Antrag ein, nachdem Aldama in Fernsehsendungen und vor Gericht Aussagen gemacht hatte, die sie als falsch bezeichnet.
Die Behauptung, dass Frau Delcy Eloína Rodríguez Gómez dem Antragsgegner den besagten Umschlag übergeben habe, ist unwahr, falsch oder entspricht nicht der Realität.
Aldamas Anschuldigungen und der Umschlag
Aldama behauptete in zwei Fernsehsendungen am 4. und 5. Februar 2026 und später in einer Aussage vor dem Richter der Nationalen Gerichtsbarkeit, Ismael Moreno, dass Rodríguez ihm persönlich einen Umschlag des venezolanischen Staatsölunternehmens PDVSA übergeben habe. Er sagte, der Umschlag habe eine millionenschwere Ölquote und Dokumente enthalten, die auf eine unregelmäßige Finanzierung der Sozialistischen Internationale und der Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) hindeuten. Im März 2026 übergab Aldama den Umschlag Richter Moreno als Teil der geheimen Ermittlungen zu Barzahlungen in der Madrider PSOE-Zentrale.
Mein Mandant hat einen bestimmten Umschlag übergeben, dessen Inhalt Material, Dokumentation oder Informationen im Zusammenhang mit Beweisen für Aktivitäten wäre, die Straftaten von Personen und Einrichtungen darstellen könnten, die Gegenstand einer oder mehrerer gerichtlicher Ermittlungen in Spanien sind oder sein könnten.
Die rechtliche Strategie
Rodríguez hat Ilocad, die Anwaltskanzlei von Baltasar Garzón, dem ehemaligen Richter, der vom Obersten Gerichtshof Spaniens ausgeschlossen wurde, beauftragt. Aldama nahestehende Quellen interpretieren den Schritt als politisches Manöver. Aldamas Verteidigung erhielt die Vorladung letzte Woche und muss nun entscheiden, wie sie reagieren soll, ohne seine Zusammenarbeit mit dem Gericht von Richter Moreno zu gefährden. Aldama, der bereits im Maskenbeschaffungsfall verurteilt wurde, hat erklärt, dass er weiterhin mit der Justiz zusammenarbeiten werde.
Die breiteren Ermittlungen
Der Umschlag ist Teil von zwei weitreichenden Ermittlungen der Nationalen Gerichtsbarkeit: dem 'Koldo-Fall', der angebliche Schmiergelder bei Maskenverträgen untersucht, und dem 'Kohlenwasserstoff-Fall', der sich auf PDVSA konzentriert. Ein Bericht der Guardia Civil hatte zuvor einen braunen Umschlag mit den Namen des ehemaligen PDVSA-Präsidenten Manuel Quevedo und der damaligen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez beschrieben, der sich im Besitz von Aldamas Mitarbeiter Luis Alberto Escolano befand. Aldama hat den Inhalt des Umschlags mit der Finanzierung der Sozialistischen Internationale in Verbindung gebracht, deren Vorsitzender Premierminister Pedro Sánchez seit 2022 ist.
- Aldama erwähnt den Umschlag erstmals während einer Aussage im 'Kohlenwasserstoff-Fall' vor der Nationalen Gerichtsbarkeit.
- Aldama erklärt im Fernsehen, dass Rodríguez ihm den PDVSA-Umschlag übergeben habe.
- Aldama wiederholt die Behauptung in einem zweiten TV-Interview.
- Aldama übergibt den Umschlag Richter Ismael Moreno im Rahmen der geheimen Ermittlungen zu PSOE-Zahlungen.
- Bekanntgabe, dass Rodríguez einen Schlichtungsantrag gestellt und Garzóns Kanzlei beauftragt hat.
- Schlichtungstermin vor einem Madrider Gericht angesetzt.
Politische Folgen
Der Rechtsstreit rückt die Beziehungen zwischen der venezolanischen Führung und der spanischen Regierungspartei erneut ins Rampenlicht. Aldama hat ausgesagt, dass er Rodríguez' Besuch in Madrid im Januar 2020 organisiert habe, einschließlich eines Abendessens mit mehreren Ministern. Der Schlichtungstermin wird zeigen, ob der Geschäftsmann seine Aussagen widerruft oder sich einer formellen Strafanzeige wegen Verleumdung stellen muss.


