
Höchste Marienstatue Europas in polnischem Dorf Konotopie eingeweiht
Eine 55,6 Meter hohe Statue der Jungfrau Maria, finanziert vom Milliardär Roman Karkosik, wurde am 15. August in Konotopie eingeweiht und ist damit Europas höchstes Mariendenkmal – bei geteilter öffentlicher Meinung in Polen.
Höchste Marienstatue Europas in polnischem Dorf eingeweiht
Eine monumentale Statue der Jungfrau Maria, 55,6 Meter hoch, wurde am Samstag, dem 15. August 2026, im Dorf Konotopie in Zentral-Nordpolen eingeweiht. Die Zeremonie, die am katholischen Fest Mariä Himmelfahrt stattfand, zog Tausende von Pilgern und neugierigen Besuchern in eine Siedlung mit etwa 120 bis 150 Einwohnern, die zwischen 160 und 200 Kilometer nordwestlich von Warschau liegt. Obwohl die Bauarbeiten noch andauerten und das Gelände bewacht und eingezäunt war, kamen die Besucher bereits seit Wochen. Die Gesamthöhe umfasst eine 40,6 Meter hohe weiße Statue auf einem 15 Meter hohen kronenförmigen Sockel, der auch als Aussichtsplattform dienen wird.
Das Monument übertrifft sowohl die Christus-der-Erlöser-Statue in Rio de Janeiro, die mit Sockel 38 Meter misst, als auch Polens eigene Christus-König-Statue in Swiebodzin, die 2010 enthüllt wurde und mit ihrem Hügel 52 Meter über dem Boden aufragt. Eine höhere Marienstatue gibt es auf den Philippinen, die 98 Meter hohe Montemaria, aber die Figur in Konotopie gilt als die größte ihrer Art in Europa.
- Montemaria, Philippinen
- 98 m
- Maria, Konotopie
- 55.6 m
- Christus König, Swiebodzin
- 52 m
- Christus der Erlöser, Rio
- 38 m
Finanzier und Motivation
Die Statue wurde von Roman und Grażyna Karkosik in Auftrag gegeben, einem Paar, das in einem Schloss aus dem 18. Jahrhundert in Kikol, zwei Kilometer von Konotopie entfernt, lebt. Roman Karkosik, 75, ist einer der reichsten Polen mit einem geschätzten Vermögen von 1,9 Milliarden Złoty (etwa 442 Millionen Euro) und belegt Platz 44 der Wprost-Reichenliste. Er begann seine Karriere vor fast vier Jahrzehnten als Barkeeper, handelte dann mit Schrott, produzierte Erfrischungsgetränke und wurde Polens erster Hersteller von Plastikflaschen, bevor er sich an der Warschauer Börse einen Namen machte, wo einige Journalisten seine Rolle mit der von Warren Buffett an der Wall Street vergleichen.
Der Bau folgte auf eine Krankheit, an der Roman Karkosik litt und von der er sich Berichten zufolge erholte. Er sagte der Financial Times, er habe die Statue „aus Dankbarkeit gegenüber Maria“ errichten lassen. Das polnische Fachportal Architektura Murator schätzt die Baukosten auf 23 Millionen Euro.
Geteilte Reaktionen
Die lokalen Behörden hoffen, dass das Monument sowohl zu einem Wallfahrtsort als auch zu einem Touristenziel wird, und die Bewohner von Konotopie freuen sich auf einen Zustrom von Besuchern. Die öffentliche Meinung in Polen ist jedoch tief gespalten. Das Nachrichtenmagazin Newsweek zitierte einen Kritiker, der das Projekt als „Albtraum, eine große Null“ und „einen riesigen Betonberg“ bezeichnete, der durch sinnvolle Investitionen hätte ersetzt werden sollen. Das konservative Magazin Sieci zitierte einen gläubigen Besucher, der die Statue als „wunderbar“ und „eine fantastische Leistung“ lobte.
Der Dominikanermönch Paweł Gużyński beschrieb die Statue in einem Interview mit Radio Z als „King Kong auf einem Feld“.
Das ganze Unterfangen ist eine Form des Tanzes um das Goldene Kalb.
Er spielte damit auf die biblische Geschichte des Götzendienstes an.
Religion im polnischen öffentlichen Leben
Die überwältigende Mehrheit der Polen bezeichnet sich als katholisch, und die Kirche spielte nach dem Fall des Kommunismus 1989 eine mächtige Rolle im öffentlichen Leben, profitierte von dem Prestige, das sie sich durch ihre Unterstützung der antikommunistischen Opposition erworben hatte. Polen ist die Heimat des heiligen Johannes Paul II., der von 1978 bis zu seinem Tod 2005 Papst war; eine viel kleinere Statue von ihm als das Mariendenkmal wurde vor über einem Jahrzehnt in Czestochowa enthüllt. Der Einfluss der Religion im öffentlichen Leben ist in den letzten Jahren allmählich zurückgegangen, insbesondere bei jungen Menschen und in städtischen Gebieten, obwohl die katholische Kirche in ländlichen Gemeinden und bei älteren Generationen weiterhin einflussreich bleibt.


