
Erdbeben in Venezuela fordern 188 Tote – Internationale Rettungsteams eilen zu Hilfe
Zwei Erdbeben erschütterten am Mittwochabend den Norden Venezuelas und forderten mindestens 188 Todesopfer sowie über 1.500 Verletzte. Internationale Rettungsteams mit Suchhunden eilen nun zu den etwa 200 noch unter Trümmern verschütteten Menschen.
Die Erdbeben
Zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten am Mittwochabend, dem 24. Juni, den Norden Venezuelas innerhalb von 39 Sekunden. Die Erschütterungen verursachten weitreichende Zerstörungen, ließen Gebäude einstürzen und beschädigten kritische Infrastruktur in der gesamten Region.
Opfer und Schäden
Nationalversammlungspräsident Jorge Rodríguez bestätigte am Donnerstag, dass die Zahl der Todesopfer auf 188 gestiegen sei, mehr als 1.500 Menschen seien verletzt. Rund 200 Menschen seien noch unter Trümmern eingeschlossen, sagte er. Rodríguez bezeichnete die Katastrophe als die schlimmste Naturkatastrophe, die Venezuela seit 30 Jahren erlebt hat. Mindestens 250 Gebäude wurden vollständig zerstört oder beschädigt, darunter acht Krankenhäuser, 20 Einkaufszentren und 68 öffentliche Infrastruktureinrichtungen.
Es ist die schlimmste Naturkatastrophe, die Venezuela in den letzten 30 Jahren erlebt hat.
Internationale Rettungsaktion
Deutschland, die USA und Mexiko entsandten umgehend Rettungsteams und Hilfsgüter. Das Technische Hilfswerk (THW) schickte eine Schnelleinsatzeinheit mit fast 50 Kräften, darunter vier Hundeführer mit Suchhunden, die am Freitagmorgen von Wunstorf aus an Bord einer A400M-Maschine der Bundeswehr startete. Sechs deutsche Militärflugzeuge wurden bereitgestellt, eines für die medizinische Evakuierung ausgerüstet. Hilfsgüter wie Wasserfilter, Feldbetten, Zelte und Generatoren wurden ebenfalls vorbereitet.
Die 72 Stunden nach einem Erdbeben sind in der Regel die entscheidenden Stunden. In diesem Zeitfenster können wir noch viele Menschen lebend retten.
Die USA sagten 150 Millionen US-Dollar Nothilfe zu, davon 100 Millionen US-Dollar für das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten und 50 Millionen US-Dollar für NGOs, die in Venezuela tätig sind. Washington kündigte auch die Entsendung von zwei Kriegsschiffen, Transportflugzeugen und eines 80-köpfigen Such- und Rettungsteams mit sechs Hunden an. Mexiko entsandte 250 Rettungskräfte und Sanitäter an Bord von vier Flugzeugen, begleitet von fünf Suchhunden und einer Drohne. Präsidentin Claudia Sheinbaum sagte, das Team werde nach der Ankunft mit den venezolanischen Behörden koordinieren. In US-Städten begannen Freiwillige, Hilfsgüter für Venezuela zu sammeln.
Sobald sie ankommen und gemeinsam mit den venezolanischen Behörden eine Lagebeurteilung durchgeführt haben, werden wir sehen, welche zusätzliche Hilfe benötigt wird.
- Zwei Erdbeben (M7,2 und M7,5) erschüttern den Norden Venezuelas im Abstand von 39 Sekunden.
- Die Zahl der Todesopfer erreicht 188; über 1.500 Verletzte und 200 noch Verschüttete.
- Deutschland, die USA und Mexiko kündigen Rettungsmissionen und Hilfspakete an.
- Das deutsche THW-Team fliegt ab; US- und mexikanische Teams bereiten den Einsatz vor.
Vor Ort
Die deutsche Botschaft in Caracas wurde beschädigt, das Personal musste in die Residenz des Botschafters umziehen. Der stellvertretende Botschafter Stephan Wendt sagte, einige Kollegen hätten die Nacht auf Feldbetten verbracht und könnten nicht in ihre Häuser zurückkehren. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich tief betroffen über den Verlust von Menschenleben und sagte zu, dass UN-Teams in Venezuela Hilfe mobilisieren. Venezuela aktivierte das EU-Katastrophenschutzverfahren, was koordinierte europäische Unterstützung auslöste.
Wir können derzeit nicht im klassischen Botschaftsgebäude arbeiten. Wir sind jetzt in der deutschen Residenz und arbeiten von dort aus.
Ausblick
Die Rettungsarbeiten befinden sich nun in einer kritischen Phase, da die Teams gegen die Zeit rennen, um Überlebende zu finden, bevor das 72-Stunden-Fenster schließt. Das volle Ausmaß der Schäden ist noch unklar, und die Behörden erwarten, dass die Opferzahlen mit fortschreitender Suche steigen werden.


