
Hervé Renard tritt als Tunesien-Trainer zurück – sieglose WM-Kampagne mit Rekord von 12 Gegentoren
Hervé Renard ist nach nur zwei Spielen als tunesischer Cheftrainer zurückgetreten. Seine Mannschaft kassierte in der WM-Vorrunde zwölf Gegentore – ein neuer Negativrekord.
Eine kurzlebige Rettungsmission
Hervé Renard gab seinen Rücktritt am Samstag, den 4. Juli, bekannt – weniger als drei Wochen, nachdem er das tunesische Team während des Turniers übernommen hatte. Er ersetzte Sabri Lamouchi, der nach der 1:5-Auftaktniederlage gegen Schweden in Gruppe B gegangen war. Renard übernahm für die verbleibenden beiden Partien, konnte das Blatt aber nicht wenden.
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In einem Social-Media-Beitrag dankte Renard dem Tunesischen Fußballverband für die Gelegenheit und erklärte, es sei eine „Ehre“ gewesen, Tunesien zu vertreten. Die kurze Amtszeit des Franzosen endete mit zwei Niederlagen – Tunesien schied punktlos aus.
Rekordverdächtiges Vorrunden-Aus
Tunesien war mit großen Erwartungen ins Turnier gestartet, nachdem die Mannschaft in der Qualifikation ohne Gegentor die Tabellenspitze ihrer Gruppe erobert hatte. Diese Hoffnungen waren schnell zunichtegemacht. Auf die 1:5-Niederlage gegen Schweden folgten unter Renard ein 0:4 gegen Japan und zum Abschluss der Vorrunde ein 1:3 gegen die Niederlande.
Mit insgesamt zwölf Gegentoren in der Gruppenphase stellte Tunesien einen neuen WM-Rekord auf. Die bisherige Bestmarke von elf Treffern hielt Costa Rica (2022). Noch nie hatte ein Team in der Vorrunde mehr Gegentore kassiert.
- Tunesien beendet die WM-Qualifikation ohne Gegentor an der Tabellenspitze.
- Tunesien scheidet im Achtelfinale aus; Trainer Sami Trabelsi wird entlassen.
- Sabri Lamouchi wird ernannt und nominiert den WM-Kader.
- Tunesien verliert 1:5 gegen Schweden; Lamouchi verlässt den Posten.
- Hervé Renard wird Cheftrainer.
- Tunesien verliert 0:4 gegen Japan.
- Tunesien verliert 1:3 gegen die Niederlande und scheidet mit zwölf Gegentoren aus.
- Renard gibt seinen Rücktritt auf Instagram bekannt.
Renards glanzvolle Karriere
Renard hat sich einen Namen im afrikanischen Fußball gemacht. Er war Assistent von Claude Le Roy bei Ghanas Teilnahme am Afrika-Cup 2008, ehe er Sambia 2012 zum Titel führte. Drei Jahre später wiederholte er diesen Erfolg mit der Elfenbeinküste und wurde zum ersten Trainer, der die Afrikameisterschaft mit zwei verschiedenen Nationen gewann.
Bei der WM 2022 in Katar coachte Renard Saudi-Arabien und inszenierte einen 2:1-Auftaktsieg gegen den späteren Weltmeister Argentinien. Seine Zeit in Tunesien fügt seinem Lebenslauf nun ein ganz anderes Kapitel hinzu.


