
RCB versendet Mitternachtswarnung vor Kohlenmonoxid bei Hitzewelle – öffentliche Wut und Debatte
Eine landesweite SMS-Warnung vor einer Kohlenmonoxidvergiftung während der anhaltenden Hitzewelle wurde um Mitternacht an Millionen von Polen gesendet und zog Kritik an ihrem Zeitpunkt auf sich, während die Feuerwehr von Hunderten CO-bedingten Einsätzen berichtete.
Mitternachtswarnung löst Verwirrung und Wut aus
In den späten Stunden des Sonntags, 28. Juni, summten Mobiltelefone in ganz Polen mit einer RCB-Warnung, die davor warnte, dass die anhaltende Hitzewelle das Risiko einer Kohlenmonoxidvergiftung erhöht. Die zwischen 23:00 und 1:00 Uhr versendete Nachricht riet Anwohnern, die Gasdurchlauferhitzer oder Öfen verwenden, ihre Wohnungen zu lüften und bei Unwohlsein Hilfe zu rufen. Viele Empfänger, die aus dem Schlaf gerissen wurden, wandten sich in den sozialen Medien gegen den Zeitpunkt. Ein Leser schrieb an eine Zeitung: „Ist das eine kluge Idee? Meiner Meinung nach ist jemand, der diese Warnungen verschickt, sehr realitätsfern.“ Die offizielle FAQ des RCB besagt, dass Warnungen zu jeder Stunde gesendet werden können, da Bedrohungen nicht auf den Morgen warten. Kritiker verwiesen jedoch auf einen Vorfall im September 2025, bei dem eine Warnung vor in den polnischen Luftraum eindringenden Drohnen bis zum Morgen verzögert wurde, um Panik zu vermeiden, was Fragen nach der Widersprüchlichkeit aufwirft.
Die Wissenschaft des sommerlichen Kohlenmonoxid-Risikos
Obwohl Kohlenmonoxid typischerweise mit dem Heizen im Winter in Verbindung gebracht wird, betont die Feuerwehr, dass die Gefahr auch bei heißem Wetter besteht. Hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung erwärmen die Kaminzüge und erzeugen ein „Polster“ aus warmer Luft, das den Aufwärtsstrom der Abgase blockiert. Dies kann dazu führen, dass Dämpfe von Gasgeräten in Badezimmer und Küchen zurückgedrängt werden. Oberbrandrat Karol Kroć, Sprecher der Feuerwehr, erklärte: „Diese Vorfälle treten aufgrund der recht hohen Temperaturen auf. Kamine funktionieren wegen der warmen Luftpolster, die sich in den Zügen bilden, nicht effektiv, sodass Belüftung und Kaminzug erheblich schwächer sind.“ Er fügte hinzu, dass selbst das Kochen mit einem kohle- oder holzbefeuerten Ofen Kohlenmonoxid ausstoßen kann, wenn die Belüftung schlecht ist.
Einsatzzahlen steigen
Die Feuerwehr im ganzen Land hat auf einen starken Anstieg der Kohlenmonoxid-Einsätze reagiert. Allein am Sonntag verzeichnete die Region Kleinpolen bis 21:00 Uhr 103 Vorfälle, wobei die städtische Einheit in Krakau 43 und Oświęcim 30 Einsätze bewältigte. In Schlesien wurden über das Wochenende rund 300 Einsätze registriert. Landesweit erreichten die täglichen Zahlen am Spitzenwert etwa 580, und an einem kürzlichen Tag gingen fast 500 Anrufe ein. Zum Vergleich: Im Juni und Juli 2025 intervenierte die Staatliche Feuerwehr 1.499 Mal wegen festgestelltem Kohlenmonoxid in Wohngebäuden. Beamte schätzen, dass 10–20 Prozent aller CO-Vergiftungen außerhalb der Heizperiode auftreten.
- Juni–Juli 2025 (landesweit)
- 1499 Einsätze
- Spitzentag (Juni 2026)
- 580 Einsätze
- Schlesien Wochenende (28.–29. Juni)
- 300 Einsätze
- Kleinpolen Sonntag (28. Juni)
- 103 Einsätze
Was die Behörden raten
Die RCB-Warnung und die Mitteilungen der Feuerwehr raten den Bewohnern, Räume regelmäßig zu lüften, insbesondere Badezimmer mit Gasdurchlauferhitzern, und Lüftungsgitter niemals zu blockieren. Die Installation zertifizierter Kohlenmonoxidmelder wird dringend empfohlen. Zu den Vergiftungssymptomen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Verwirrung; wer sie verspürt, sollte sofort frische Luft suchen und den Notruf wählen. Es wird erwartet, dass die Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 37–39°C am Montag anhält, sodass das Risiko erhöht bleibt.


