
Olympia-Kanute Ronald Rauhe bei Merz' Kabinettsumbildung zum deutschen Sportminister ernannt
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den zweifachen Olympiasieger Ronald Rauhe zum Leiter des Ressorts für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt ernannt und damit eine Kabinettsumbildung abgeschlossen.
Ernennung im Kanzleramt
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den zweifachen Olympiasieger im Kanusport, Ronald Rauhe, zum neuen Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt ernannt. Merz gab die Entscheidung am 3. September 2026 über ein auf Instagram veröffentlichtes Video bekannt, das Rauhe zunächst im Kanu auf dem Wasser und dann im Anzug beim Betreten des Kanzleramts zeigte. Der 44-jährige Sportler übernimmt ein 2025 eingerichtetes Ressort, das für die Bundesförderung des Sports, die internationale Sportpolitik und die Vorbereitung großer Sportveranstaltungen zuständig ist. Merz erklärte, die Auswahl eines Spitzensportlers zeige, dass die Bundesregierung den Sport als wichtigen Verantwortungsbereich betrachte.
Herr Staatsminister, willkommen. Ich freue mich sehr, willkommen im Team.
Unterstützung für Ehrenamtliche und institutionelle Reformen
Rauhe, gebürtig aus Potsdam und spezialisiert auf die Sprintstrecken 200 und 500 Meter, bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung im Spitzensport in die Regierung ein. Er gewann 2004 in Athen olympisches Gold im Zweier-Kajak über 500 Meter, sicherte sich 2021 in Tokio eine zweite Goldmedaille im Vierer-Kajak und errang 16 Weltmeistertitel, bevor er seine Karriere beendete. Als ehemaliger Sportsoldat mit einem Abschluss in Sportmarketing arbeitete er zudem als Kanu-Experte für den Sender ZDF und war Mitglied der Athletenkommission der Europäischen Olympischen Komitees. Im Januar 2026 erhielt Rauhe von seiner Vorgängerin Christiane Schenderlein das Silberne Lorbeerblatt. Nach seiner Ernennung erklärte Rauhe, die Nominierung habe ihn tief berührt, und versprach, sich für die ehrenamtlichen Helfer in den deutschen Sportvereinen einzusetzen.
Sie verdienen weniger Hürden, mehr Unterstützung und vor allem unsere volle Wertschätzung.
Zeitplan der deutschen Olympiabewerbung
Über die Ehrenamtsinitiativen hinaus muss Rauhe die Bundesbemühungen zur Umsetzung von Reformen im deutschen Spitzensport koordinieren. Seine wichtigste administrative Aufgabe ist die Förderung der geplanten nationalen Spitzensport-Agentur mit Sitz in Leipzig. Das Kanzleramt muss zudem die Vorbereitungen für eine mögliche deutsche Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele steuern. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat bereits formelle Interessenbekundungen beim Internationalen Olympischen Komitee für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 eingereicht. Am 26. September 2026 wird der DOSB in Baden-Baden eine außerordentliche Mitgliederversammlung abhalten, um eine Kandidatenstadt aus Berlin, München und der Rhein-Ruhr-Region mit Zentrum Köln auszuwählen.
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Abschluss der Kabinettsumbildung
Die Ernennung Rauhes beendet eine Personalumbildung auf Bundesebene, die Ende Juli 2026 begann. Der Sportposten wurde frei, als die CDU-Politikerin Christiane Schenderlein nach 14 Monaten im Amt als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesministerium für Gesundheit wechselte. Diese Umsetzung war Teil einer größeren Umstrukturierung, die durch den Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU nach einer Kontroverse um Leihmutterschaft ausgelöst wurde. Merz entschied sich gegen die Benennung eines weiteren ostdeutschen CDU-Politikers als Nachfolger Schenderleins und beendete damit wochenlange regionale Debatten innerhalb der Partei. Inzwischen ist Spahn zu seinen parlamentarischen Aufgaben im Haushaltsausschuss des Bundestages zurückgekehrt, wo er nach Bestätigung einer Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion als Berichterstatter für den Haushalt des Auswärtigen Amtes fungieren wird.


