
Iran feuert ballistische Raketen auf jordanischen Luftwaffenstützpunkt mit US-Truppen – fragiler Waffenstillstand auf dem Prüfstand
Der Iran hat am Donnerstag zehn ballistische Raketen auf den jordanischen Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti abgefeuert; Jordanien fing acht davon ab. Der Angriff war Teil einer breiteren Eskalationswelle im Golf, bei der auch Kuwait und Bahrain ins Visier genommen wurden.
Der Angriff
Die iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben der Staatsmedien am Donnerstag, dem 9. Juli, zehn ballistische Raketen auf den jordanischen Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti (auch bekannt als Militärstützpunkt Azraq) abgefeuert. Der Angriff galt einer Einrichtung, in der sowohl jordanische Streitkräfte als auch knapp 4.000 US-Soldaten stationiert sind. Der Angriff erfolgte im Anschluss an US-Luftangriffe auf die südlichen Küsten- und Ostprovinzen des Iran, die ein erst drei Wochen altes Waffenstillstandsabkommen bereits untergraben hatten.
Abfang und Schäden
Das jordanische Militär fing acht der anfliegenden Raketen ab und schoss sie ab. Es wurden keine Verletzten oder Schäden durch herabstürzende Trümmer gemeldet. Die Differenz zwischen zehn abgefeuerten und acht abgefangenen Raketen lässt zwei Raketen unberücksichtigt; zu ihrem Verbleib wurden keine weiteren Angaben gemacht.
US-Stützpunkte in der Region würden ins Visier genommen, falls sich US-Aggressionen wiederholen.
Regionale Eskalation
Der Abschuss am Donnerstag war Teil einer breiter angelegten iranischen Operation. Kuwait und Bahrain meldeten beide, am selben Tag angegriffen worden zu sein, wie die New York Times berichtete. Die iranischen Streitkräfte erklärten, sie hätten die US-Militärinfrastruktur in den Golfstaaten angegriffen und stellten ihre Aktionen damit in einen direkten Zusammenhang mit den früheren US-Bombardements der iranischen Küsten- und Ostprovinzen.
Waffenstillstand in Gefahr
Die USA und der Iran hatten sich Ende Juni auf eine Vereinbarung zur Wiederherstellung der Ruhe nach wochenlangen Feindseligkeiten geeinigt. Die Gewalt dieser Woche hat das Abkommen jedoch an den Rand des Bruchs gebracht. Reuters zufolge setzen die jüngsten Angriffe „ein erst drei Wochen altes Waffenstillstandsabkommen weiter unter Druck“. Der Kreislauf der Vergeltung droht nun, die Waffenruhe vollständig zu zerstören.
Jordaniens Balanceakt
Die Angriffe verdeutlichen Jordaniens prekäre Lage. Das Königreich ist ein enger Partner der USA, besteht aber offiziell darauf, keine unabhängigen ausländischen Stützpunkte zu beherbergen. Dennoch bleibt es aufgrund der Verteidigungsbeziehungen ein Ziel. Vizepremierminister und Außenminister Aiman Safadi hat betont, dass ausländische Streitkräfte auf jordanischem Boden im Rahmen von Abkommen operieren, die die alleinige Entscheidungsgewalt Ammans sicherstellen. Kritiker argumentieren jedoch, dass diese Unterscheidung kaum Schutz biete, da das Königreich zunehmend regionalen Übergriffen ausgesetzt sei.


