
Spaniens PP beantragt Anklage gegen Guardia-Civil-Chefin und Spitzenkommandeure im Einflussnahme-Fall Leire Díez
Die Partido Popular (PP) hat den Nationalen Gerichtshof aufgefordert, die Generaldirektorin der Guardia Civil, ihren Vorgänger und den stellvertretenden Einsatzleiter anzuklagen, wegen ihrer angeblichen Rolle in einem Plan, Ermittlungen gegen die regierende sozialistische Partei zu behindern.
Rechtlicher Vorstoß der PP
Die Partido Popular, die die Privatklage im sogenannten Leire-Díez-Fall führt, reichte am Mittwoch beim Richter Santiago Pedraz am Audiencia Nacional einen Antrag auf Anklage ein gegen Mercedes González, Generaldirektorin der Guardia Civil, ihren Vorgänger Leonardo Marcos und den stellvertretenden Einsatzleiter (DAO) Manuel Llamas. Die PP argumentiert, die drei Beamten hätten mit einem Netzwerk zusammengearbeitet, das darauf abzielte, gerichtliche und polizeiliche Ermittlungen, die die PSOE und Regierungsmitglieder bedrohten, zu destabilisieren, zu diskreditieren und zu behindern.
Leire Díez gab an, 'absolute Kontrolle' über die Generaldirektorin zu haben.
Die angebliche Verbindung González-Díez
Die Ermittler behaupten, dass Mercedes González und Leire Díez, eine ehemalige PSOE-Aktivistin, die beschuldigt wird, die Operation koordiniert zu haben, eine persönliche Beziehung unterhielten, die vor González' Ernennung bestand und nach ihrem Amtsantritt am 17. September 2024 fortgeführt wurde. UCO-Berichte dokumentieren mindestens drei persönliche Treffen der beiden Frauen am 30. September und 20. Dezember 2024 sowie am 2. April 2025, plus mehrere Kontakte über Instant-Messaging. Der Schriftsatz der PP behauptet, dass Díez ihren Zugang zur Generaldirektorin nutzte, um interne Verwaltungsmaßnahmen gegen die UCO auszulösen.
Ich habe niemals, nie an irgendeiner Verschwörung oder Verschwörung gegen die Zentrale Operative Einheit oder ein Mitglied der Truppe teilgenommen, weder unter dem Einfluss von Frau Leire Díez noch von irgendjemandem anderen.
- Mercedes González tritt ihr Amt als Generaldirektorin der Guardia Civil an.
- Erstes dokumentiertes Treffen zwischen González und Leire Díez.
- Zweites Treffen zwischen González und Leire Díez.
- Drittes Treffen zwischen González und Leire Díez.
- Interne Ermittlung gegen die UCO wird angeordnet; González und Díez tauschen WhatsApp-Nachrichten aus.
- González sagt vor dem Senat aus und bestreitet Beteiligung an einem Komplott gegen die UCO.
- PP reicht Anklageantrag ein; Richter Pedraz stimmt der Vorladung von Staatsanwälten als Zeugen zu.
Druck auf die UCO
Der Antrag stützt sich auf die Aussage des ehemaligen UCO-Chefs Rafael Yuste, der dem Gericht mitteilte, dass DAO Llamas den Kommandeuren angewiesen habe, "sich bedeckt zu halten" und "in Fällen mit politischen Implikationen nicht proaktiv zu sein", wobei er sich ausdrücklich auf die Untersuchung bezog, die den Bruder von Premierminister Pedro Sánchez betrifft. Yuste fügte hinzu, dass die Beamten keinen persönlichen Druck verspürten. Die PP wirft Leonardo Marcos zudem vor, zehn Tage lang eine Note des Informationshauptquartiers absichtlich verheimlicht zu haben, die vor einer aggressiven Desinformationskampagne des PSOE-Netzwerks zur Vernichtung laufender Ermittlungen warnte.
Am 11. Mai 2025, dem Tag, an dem die interne UCO-Untersuchung angeordnet wurde, nachdem EL MUNDO WhatsApp-Nachrichten zwischen dem ehemaligen Minister José Luis Ábalos und Premierminister Sánchez veröffentlicht hatte, zeigen WhatsApp-Protokolle zwei Kontakte zwischen González und Leire Díez. Laut einem UCO-Bericht ist die erste Nachricht mit einer gelöschten Unterhaltung vereinbar, während die zweite darauf hindeutet, dass die Generaldirektorin eine 24-Stunden-Automatiklöschung für Nachrichten aktiviert hat.
Weitere gerichtliche Entwicklungen
Am selben Tag, an dem die PP ihren Anklageantrag einreichte, erklärte sich Richter Pedraz bereit, die Staatsanwälte Diego Villafañe und Beatriz López Pesquera als Zeugen vorzuladen. Auch sie hatten sich mit dem PSOE-Kontaktmann im Hauptquartier der Generalstaatsanwaltschaft getroffen. González war bereits am 16. Juni 2026 vor dem Justizausschuss des Senats erschienen, wo sie jede Beteiligung an dem angeblichen Komplott bestritt.


