
Portugal passt Kraftstoffsteuern an: Diesel steigt um vier Cent, Benzin fällt um fünf Cent
Die Kraftstoffpreise in Portugal werden am Montag auseinandergehen: Diesel steigt um knapp vier Cent pro Liter, während Benzin nach einer außerordentlichen Steueranpassung um fünf Cent fällt.
Gegenläufige Preispfade für Diesel und Benzin
Portugiesische Autofahrer müssen sich ab Montag, dem 14. September 2026, auf unterschiedliche Preise an den Zapfsäulen einstellen. Prognosen des Automóvel Club de Portugal deuteten zunächst auf einen Rückgang von sechs Cent pro Liter für 95-Oktan-Benzin und einen Anstieg von vier Cent für einfachen Diesel hin. Eine am Freitagnachmittag im Diário da República veröffentlichte Verordnung der Regierung änderte jedoch die außerordentlichen Steuersätze auf Mineralölprodukte (ISP) und milderte die Marktbewegungen ab. Unter den revidierten fiskalischen Bedingungen wird Benzin um etwa fünf Cent pro Liter sinken, während Diesel um rund 3,9 Cent pro Liter steigt.
- Benzin 95 (11. September)
- 2.1 €/l
- Benzin 95 (Prognose 14. September)
- 2.05 €/l
- Diesel (11. September)
- 2.112 €/l
- Diesel (Prognose 14. September)
- 2.151 €/l
Fiskalische Intervention und Steuermechanik
Der Mechanismus der Regierung passt die ISP-Sätze an, um Schwankungen der Mehrwertsteuereinnahmen aufgrund von Preisänderungen auszugleichen. Bei 95-Oktan-Benzin senkte der Staat den außerordentlichen ISP-Nachlass um 0,956 Cent pro Liter und absorbierte damit effektiv knapp einen Cent der erwarteten Entlastung, sodass der durchschnittlich prognostizierte Preis bei etwa 2,050 Euro pro Liter liegt. Umgekehrt wurde der ISP-Nachlass für Diesel um 0,109 Cent pro Liter erhöht, sodass der Preisanstieg an der Zapfsäule mit einem erwarteten Durchschnitt von 2,151 Euro pro Liter praktisch unberührt bleibt. Die Divergenz wird die Preisschere zwischen Diesel und Benzin an den heimischen Tankstellen weiter öffnen.
Globale Ölmärkte und Schifffahrtsstörungen
Die gegenläufige Entwicklung spiegelt unterschiedliche internationale Markttreiber wider. Die Benzinpreise sinken nach dem Ende der US-amerikanischen Sommerfahrsaison, die traditionell die Großhandelsnachfrage entlastet. Im Gegensatz dazu stehen Rohöl und Diesel aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und des Krieges mit dem Iran weiterhin unter starkem Druck. Der Tankerverkehr in der Straße von Hormus, einem Korridor für rund 20 % des weltweiten Öls und Flüssigerdgases, ist schwer beeinträchtigt. Darüber hinaus bedrohen Vorstöße der Huthi entlang der Küste des Roten Meeres im Jemen und der Meerenge von Bab al-Mandeb weiterhin wichtige Schifffahrtswege nach Saudi-Arabien.
Wenn sich die Prognosen für die nächste Woche bestätigen, wird der durchschnittliche Dieselpreis auf 2,15 Euro pro Liter steigen, während Benzin auf 2,04 Euro pro Liter fällt.
- 2026-09-04
- 95 $/bbl
- 2026-09-10
- 107 $/bbl
- 2026-09-11
- 104 $/bbl
Fiskalische Abfederung und staatliche Unterstützungspakete
Die internationalen Rohöl-Benchmarks erlebten im Laufe der Woche starke Volatilität: Der europäische Benchmark Brent-Rohöl stieg über 100 Dollar pro Barrel und erreichte am Donnerstag fast 107 Dollar, bevor er am Freitag bei rund 104 Dollar gehandelt wurde. In Portugal belaufen sich die fiskalischen Kosten des außerordentlichen ISP-Abfederungsrahmens nach Angaben des Conselho das Finanças Públicas auf schätzungsweise 777 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Um die Versorgung weiter zu puffern, genehmigte die Exekutive zuvor die Freigabe von bis zu 10 % der nationalen strategischen Kraftstoffreserven und führte eine Abgabe von 33 % auf außerordentliche Unternehmensgewinne aus dem Energiesektor ein. Die Regierung gewährt derzeit einen Rabatt von 10 Cent pro Liter auf Agrardiesel und hat für nächste Woche zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen für Taxis, Transportunternehmen, freiwillige Feuerwehrvereine und private Einrichtungen der sozialen Solidarität angekündigt.


