
Portugiesische Polizei verhaftet acht Personen bei landesweiter Aktion gegen Online-Kleinanzeigen-Betrugsring
Die portugiesischen Behörden haben acht Verdächtige festgenommen, nachdem eine zweijährige Ermittlung gegen ein organisiertes Betrugsnetzwerk ergab, das etwa 80.000 Euro von Online-Marktplatzverkäufern erbeutet hatte.
Landesweite Operation zerschlägt betrügerisches Netzwerk
Die portugiesische Polícia Judiciária hat am Montag im Rahmen einer koordinierten Aktion mit der Bezeichnung Operation ScamWay acht Festnahmen in mehreren Gemeinden vollzogen. Die Operation richtete sich gegen einen organisierten kriminellen Ring, der verdächtigt wird, innerhalb von zwei Jahren Dutzende Online-Verkäufer um rund 80.000 Euro betrogen zu haben. Die Ermittlungen begannen 2024 nach zahlreichen Beschwerden von Opfern und wurden von der Staatsanwaltschaft über die DIAP von Viana do Castelo geleitet. Sieben der Verdächtigen müssen sich unter anderem wegen schweren Betrugs, Missbrauchs von Zahlungsinstrumenten, Geldwäsche und krimineller Vereinigung verantworten. Ein achter Verdächtiger, ein Mann, wurde während der Hausdurchsuchungen wegen des Besitzes einer verbotenen Schusswaffe separat festgenommen. Die festgenommenen Personen, vier Frauen und vier Männer im Alter zwischen 24 und 48 Jahren, wurden am Montag den Justizbehörden zur ersten Vernehmung überstellt.
- Schwerer Betrug und Geldwäsche
- 7
- Verbotener Waffenbesitz
- 1
Vorgehensweise und Betrug bei Fahrzeugverkäufen
Das kriminelle Netzwerk ortete seine Ziele, indem es aktiv Online-Verkaufsanzeigen auf Internetplattformen in Portugal durchsuchte. Kernmitglieder nahmen Kontakt zu potenziellen Verkäufern auf und gaben sich als echte Käufer für verschiedene Waren und Kraftfahrzeuge aus. Während die Mehrheit der betroffenen Opfer in Nordportugal, insbesondere in der Region Minho, lebte, agierten die Täter aus den zentralen und südlichen Bezirken des Landes. Durch den Einsatz digitaler Mittel zur Durchführung betrügerischer Zahlungsschemata stahl die Gruppe unterschiedliche Beträge von einzelnen Verkäufern. Der Direktor der PJ Braga, José Monteiro, beschrieb das finanzielle Ausmaß während einer Pressekonferenz am Montagnachmittag.
Das Opfer, das den höchsten Betrag verloren hat, büßte rund 16.000 Euro beim Verkauf eines Autos ein.
- Bekannte Gesamtbetrugssumme
- 80000 €
- Höchster Einzelfahrzeugverlust
- 16000 €
Interne Hierarchie und Einsatz von Geldmulen
Die Ermittler enthüllten, dass die sieben Hauptverdächtigen enge freundschaftliche oder familiäre Bindungen unterhielten, was ihre Koordination trotz der über mehrere Regionen verstreuten Wohnorte erklärte. Der kriminelle Ring operierte mit einer klaren internen Hierarchie und wies den Mitgliedern unterschiedliche Aufgaben zu: Katalogsuchen, Erstkontakt mit Verkäufern und detaillierte Verhandlungen. Um die Geldspur zu verschleiern, rekrutierte die Organisation Dutzende von Mittelsmännern, sogenannte Geldmulen. Diese Personen stellten ihre persönlichen Bankkonten zur Verfügung, um gestohlene Überweisungen zu empfangen, und verhinderten so, dass illegale Gelder direkt auf die Konten der Kernmitglieder gelangten.
Damit die von den Opfern erpressten Beträge nicht direkt in das Vermögen der Haupttäter fließen.
Durchsuchungsbefehle und polizeiübergreifender Einsatz
Die koordinierten Polizeimaßnahmen umfassten sechs Durchsuchungsbefehle für Wohnungen in den Gemeinden Nazaré, Tondela, Évora, Vila Viçosa und Setúbal. Eine Truppe von 51 Beamten der Justizpolizei nahm teil, wobei Personal aus der Kriminalpolizei Braga, den regionalen Direktionen Nord, Mitte und Süd sowie den örtlichen Einheiten in Setúbal und Évora eingesetzt wurde. Die Operation mobilisierte auch Experten der IT- und Technologieforensik-Einheit sowie Beamte der öffentlichen Sicherheitspolizei Setúbal und der Spezialeinheit der Polizei. Bei den Razzien beschlagnahmten die Behörden Computerhardware, Dokumentation, Wertgegenstände, Schusswaffen und Munition. Die Justizpolizei erklärte, dass die Ermittlungen noch andauern, um das volle Ausmaß des Systems aufzudecken und weitere Mittäter zu identifizieren.


