Umfrage zeigt: Polnische Wähler uneins über Schuld an ins Stocken geratenen Präsidentenversprechen
Eine Umfrage von United Surveys im Auftrag von Wirtualna Polska ergab, dass 32,9 % der Befragten Präsident Karol Nawrocki für unerfüllte Versprechen verantwortlich machen, während 31,3 % die Regierungskoalition in der Pflicht sehen.
Uneinigkeit über unerfüllte Präsidentenversprechen
Eine landesweite Meinungsumfrage von United Surveys by IBRiS im Auftrag von Wirtualna Polska zeigt, dass die polnische Öffentlichkeit bei der Beurteilung der Umsetzung des politischen Programms von Präsident Karol Nawrocki stark gespalten ist. Auf die Frage, wer die Hauptverantwortung dafür trägt, dass ein Teil der Versprechen und Ankündigungen des Präsidenten unerfüllt bleibt, verwiesen 32,9 % der Befragten direkt auf Nawrocki und führten dies auf mangelnde Effektivität des Präsidenten und fehlende geeignete Gesetzesinitiativen zurück. Ein fast ebenso großer Anteil der Teilnehmer, 31,3 %, machte die regierende Parlamentskoalition verantwortlich und argumentierte, das Kabinett blockiere und lehne Vorschläge des Staatsoberhaupts bewusst ab. Eine dritte Gruppe von Befragten schrieb die Blockade weder dem einen noch dem anderen Amt zu: 24,3 % gaben an, dass beide Seiten gleichermaßen Verantwortung tragen, aufgrund des anhaltenden politischen Konflikts in ganz Polen. Nur 6,8 % der befragten Bürger erklärten, Nawrocki setze seine angekündigte Agenda effektiv um, während 4,7 % die Antwort „Weiß nicht / schwer zu sagen“ wählten.
- Präsident Karol Nawrocki
- 32.9 %
- Regierungskoalition
- 31.3 %
- Beide Seiten gleichermaßen
- 24.3 %
- Versprechen werden erfüllt
- 6.8 %
- Weiß nicht / schwer zu sagen
- 4.7 %
Unterschiedliche Ansichten in Regierungs- und Oppositionswählerschaft
Die Umfrageergebnisse zeigen eine deutliche Spaltung, wenn man sie mit den Parteipräferenzen der Befragten kreuzt. Unter den Anhängern der Regierungskoalition machten 72 % der Befragten ausschließlich Präsident Nawrocki und seine vermeintliche Unfähigkeit, Gesetze zu verabschieden, für unerfüllte Wahlversprechen verantwortlich. Weitere 25 % der Regierungswähler antworteten, dass sowohl die Regierung als auch die Präsidentschaft gleichermaßen Verantwortung tragen. Im Gegensatz dazu äußerten Wähler der parlamentarischen Oppositionsfraktionen eine gegenteilige Einschätzung der institutionellen Blockade. Innerhalb der breiteren Oppositionswählerschaft, die die Forschung als umfassend für PiS (Recht und Gerechtigkeit), beide Konföderationsgruppen und die Partei Razem einstufte, machten 68 % die Regierungskoalition für die bewusste Blockade von Präsidentenvorlagen verantwortlich. Darüber hinaus hielten 17 % der Oppositionswähler beide Seiten für verantwortlich, 11 % vertraten die Ansicht, Nawrocki setze seine Agenda effektiv um, und 2 % verwiesen ausschließlich auf den Präsidenten.
- Regierungskoalition
- 68 %
- Beide Seiten gleichermaßen
- 17 %
- Versprechen werden erfüllt
- 11 %
- Präsident Karol Nawrocki
- 2 %
Detaillierte Antwortmuster bei Konföderations- und parteilosen Wählern
Die Umfrage identifizierte spezifische Trends, wenn man die Wähler der beiden Konföderationsformationen und Bürger ohne formelle Parteibindung isoliert betrachtet. Unter den Konföderationsanhängern gaben 63 % an, dass die Regierungskoalition hauptverantwortlich für die fehlende Umsetzung sei, während 29 % sowohl die Regierung als auch den Präsidenten für den anhaltenden Streit verantwortlich machten. Weitere 8 % der Konföderationsbefragten bewerteten Nawrockis Handeln als effektiv, während 0 % den Präsidenten als alleinige Ursache für die unerfüllten Versprechen identifizierten. Unter den übrigen und parteilosen Wählern, der größten Gruppe mit 34 % der Befragten, stellte man fest, dass beide Seiten gleichermaßen Schuld an der Blockade tragen. Innerhalb dieses parteilosen Segments verwiesen 27 % auf den Präsidenten, 16 % machten die Regierungskoalition verantwortlich, 9 % bestätigten, dass Nawrocki seine Ankündigungen effektiv umsetze, und 14 % äußerten keine Meinung zu dieser Frage.
Umfragemethodik und Studiendetails
Die soziologische Forschung wurde in ganz Polen vom 7. bis 9. August 2026 vom Forschungsinstitut United Surveys by IBRiS im Auftrag von Wirtualna Polska durchgeführt. Die Befragung umfasste eine repräsentative landesweite Stichprobe von 1.000 erwachsenen Bürgern. Das Meinungsforschungsinstitut verwendete eine gemischte Datenerhebungsmethode, die computergestützte Web-Interviews (CAWI) mit computergestützten Telefoninterviews (CATI) kombinierte. Die Umfrage sollte die öffentliche Wahrnehmung der politischen Verantwortung in Polen in einer Zeit des institutionellen Zusammenspiels zwischen der Präsidialverwaltung und der Parlamentsmehrheit messen.


