
Polnischer Gastronom in Brüssel nach falscher Rassismus-Beschuldigung bei Bildungsprotest verprügelt
Michał Mytkowski, der mit seiner taiwanesischen Frau das vegane Restaurant Lil Bao betreibt, wurde umzingelt, getreten und geschlagen, nachdem er zwei Männern hinterherlief, die einen Stuhl von seiner Terrasse genommen hatten.
Ein Stuhl genommen, eine Menge dreht durch
Am 7. Juni, als Proteste gegen Bildungskürzungen durch das Brüsseler Zentrum fegten, bereitete Michał Mytkowski sein Restaurant Lil Bao für den Mittagsservice vor. Von der Terrasse in der Rue Haute aus sah er zwei Männer einen Stuhl nehmen. Aus Angst, sie würden ihn auf die Polizei werfen, rannte er ihnen hinterher. Die Männer, so erzählte er später RMF FM, waren von nordafrikanischem Aussehen. Sofort wurde der Vorwurf des Rassismus laut. Eine Menge versammelte sich und wurde feindselig.
Sie sahen einen weißen Mann, und sofort ging der Ruf los, ich sei ein Rassist. Rufe nach einem Boykott meines Restaurants begannen sofort.
Der Angriff
Mytkowski wurde schnell umzingelt. Mehrere Personen schlugen und traten auf ihn ein. Ein Angreifer warf einen Tisch durch die Fensterscheibe des Restaurants. Zuschauer griffen nicht ein; einige, so Mytkowski, hetzten die Angreifer noch auf. Hilfe kam nur von Besitzern und Angestellten benachbarter Geschäfte, darunter eine Polin namens Angelika.
Es gab absolut keine Möglichkeit zu reden. Sie riefen 'Rassist' und 'Boykott' und stellten mich als den Bösen in dieser Geschichte dar, obwohl ich der Angegriffene war.
Multikulturelle Referenzen
Mytkowski, der mit seinen Eltern im Alter von drei Jahren von Polen nach Belgien zog, führt ein multiethnisches Team. Seine Frau, Hsuan-Jia Lin, ist Taiwanerin. Das Restaurant ist auf vegane taiwanesische Bao spezialisiert und genießt hervorragende Online-Bewertungen. Die falsche Rassismus-Beschuldigung, glaubt er, war ein Vorwand, um die Aggression der Menge zu rechtfertigen und den Mob aufzuhetzen.
Die Beschuldigung des Rassismus war völlig absurd. Ich habe ein multikulturelles Team. Noch nie zuvor war ich mit einer so unbegründeten Anschuldigung konfrontiert worden.
Polizeireaktion und Nachwirkungen
Die Polizei traf ein, nachdem sich die Angreifer bereits zerstreut hatten. Beamte warnten Mytkowski, dass die Gruppe möglicherweise zurückkehren könnte. In den folgenden Tagen griffen lokale Medien wie Sudinfo, Nieuwsblad und Bruzz die Geschichte auf. Mytkowski sagt, er sei mit dem Rat seines Vaters aufgewachsen, Vorurteilen gegen Polen niemals mit Aggression zu begegnen – eine Lektion, auf die er sich nun stützen müsse.
Gewalttätiger Hintergrund
In jener Woche gab es in Brüssel große Proteste gegen Budgetkürzungen im französischsprachigen Bildungswesen. Das wallonische Parlament hatte das Paket bereits verabschiedet, von dem die Gewerkschaften sagten, es werde die Jugendschutzdienste ausbluten lassen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein; Jugendliche wurden festgenommen, die Molotow-Cocktails bei sich trugen. Eine separate Kontroverse entbrannte, nachdem ein Polizist mit einem „Deus Vult“-Patch auf seiner Uniform gesehen wurde, der in Belgien als rechtsextremes Symbol gilt.


