
Pogacar bricht Tourmalet-Rekord, fährt mit über 100 km/h bergab und übernimmt Tour-Führung auf der 6. Etappe
Der slowenische Fahrer gewann die 6. Etappe in Gavarnie-Gèdre, absolvierte den Tourmalet-Anstieg in 43:12 und erreichte auf der Abfahrt 100 km/h, wodurch er einen Vorsprung von 2:42 Minuten auf Jonas Vingegaard herausfuhr.
Pogacars Meisterleistung auf der 6. Etappe
Tadej Pogacar griff früh am Anstieg zum Tourmalet an, 43 Kilometer vor dem Ziel. Der Leader von UAE Team Emirates setzte sich ab und schaute nie zurück. Er beendete den Anstieg in 43 Minuten und 12 Sekunden, ganze 2 Minuten und 20 Sekunden schneller als die bisherige Bestzeit, die er und Jonas Vingegaard 2023 aufgestellt hatten. Auf der Abfahrt überstieg seine Geschwindigkeit 100 Kilometer pro Stunde, wie das offizielle Rennkonto später bestätigte. Pogacar durchfuhr den letzten sanften Anstieg nach Gavarnie-Gèdre und holte seinen 23. Etappensieg bei der Tour de France sowie das Gelbe Trikot zurück.
- Pogacar greift 43 km vor dem Ziel an und setzt sich vom Peloton ab.
- Er erreicht den Gipfel in 43:12 und unterbietet den bisherigen Rekord um 2:20.
- Die Geschwindigkeiten übersteigen 100 km/h auf der Abfahrt.
- Pogacar gewinnt die 6. Etappe mit großem Vorsprung und übernimmt das Gelbe Trikot.
Tourmalet-Rekord zertrümmert
Die neue Marke löschte die gemeinsame Bestzeit von 45:37 von Tony Rominger und Zenon Jaskula aus dem Jahr 1993 sowie die von Pogacar und Vingegaard aus dem Jahr 2023 aus. El Mundo berichtete, dass der Slowene den Rekord von 2023 um 2 Minuten 20 Sekunden unterboten habe. Diese Verbesserung ist der größte Tagesgewinn in der modernen Ära des am meisten mythisierten Anstiegs der Tour. Pogacars Pace auf dem Anstieg betrug im Schnitt 23,61 km/h, aber der rekordverdächtige Teil war die konstante Leistungsabgabe in den letzten Kilometern, mit der er Vingegaard auf dem Gipfel um 30 Sekunden distanzierte.
- 1993 (Rominger & Jaskula)
- 2737 Sekunden
- 2023 (Pogacar & Vingegaard)
- 2737 Sekunden
- 2026 (Pogacar)
- 2592 Sekunden
Gesamtwertung durcheinandergewirbelt
Nach der Etappe schnappte sich Pogacar das Gelbe Trikot mit einem Vorsprung von 2 Minuten 42 Sekunden auf Vingegaard. Isaac del Toro, sein Teamkollege bei UAE, schob sich mit 3:27 auf den dritten Platz und holte sich auch das Weiße Trikot des besten Jungprofis. Remco Evenepoel lag mit 3:30 auf Rang vier, gefolgt von Juan Ayuso (+3:34, vier Sekunden hinter dem Belgier), dem französischen Talent Paul Seixas mit 3:55 und Florian Lipowitz mit 4:00. Der bisherige Führende, Torstein Traen aus Norwegen, stürzte auf der Tourmalet-Abfahrt und fiel aus den Spitzenpositionen heraus.
- Jonas Vingegaard
- 162 Sekunden
- Isaac del Toro
- 207 Sekunden
- Remco Evenepoel
- 210 Sekunden
- Juan Ayuso
- 214 Sekunden
- Paul Seixas
- 235 Sekunden
- Florian Lipowitz
- 240 Sekunden
Reaktionen aus dem Peloton
Pogacar beschrieb später eine nervöse Morgenstimmung.
Ich bin um sieben aufgewacht, sehr nervös, und habe meiner Mutter gesagt, dass wir das Rennen sprengen würden. Wir haben nicht mit solchen Abständen gerechnet, und der Führende ist gestürzt, was ihn das Trikot gekostet hat. Ich hätte gewünscht, dass er es behält. Der Plan war, alles zu geben, egal was passiert. Wir hätten platzen können, aber es lief gut.
Vingegaard war bedrückt.
Es war nicht der Tag, den ich mir gewünscht habe. Er griff am Tourmalet hart an, ich war 30 Sekunden zurück auf dem Gipfel, aber so eine Abfahrt liegt mir nicht.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der das Rennen besuchte, rief Berichten zufolge aus: „Unglaublich!“.
Historische Vergleiche und Ausblick
Die spanische Presse zog sofort Parallelen zu Eddy Merckx, Jacques Anquetil und Miguel Induráin. Pogacar, nun 27, steht vor seinem fünften Tour-de-France-Sieg, eine Leistung, die nur diese vier Legenden vollbracht haben. Ein Kolumnist schrieb, der Slowene habe „seine fünfte Tour abgesegnet“ und wies darauf hin, dass seine frühe Aggressivität an den kannibalischen Stil von Merckx erinnere. Pogacar selbst winkte die Vergleiche ab und sagte, er lasse sich von der mentalen Stärke von Usain Bolt und Novak Djokovic inspirieren. Angesichts weiterer Bergetappen wirkt die Strategie seines Teams, das Rennen zu kontrollieren, noch beeindruckender. Aber die Tour ist lang, und Pogacar erinnerte an seinen Sturz 2023 in Lüttich als Mahnung, vorsichtig zu bleiben, selbst wenn alles perfekt erscheint.


