
Édouard Philippe verteidigt Idee der Präsidentschaftsübergabe nach Gegenwind von Rivalen
Der Horizons-Präsidentschaftskandidat Édouard Philippe verteidigte Äußerungen, in denen er eine Zeitspanne von vier Monaten zwischen Präsidentschaftswahl und Amtseinführung vorschlug, nachdem politische Gegner, darunter Gabriel Attal, ihm vorgeworfen hatten, eine verlängerte Urlaubszeit anzustreben.
Vorschlag für eine verzögerte Amtseinführung
In einem Auftritt in einem Podcast der Unternehmerin Pauline Laigneau, veröffentlicht am 7. September, schlug der Horizons-Präsidentschaftskandidat und Bürgermeister von Le Havre, Édouard Philippe, eine Umstrukturierung des französischen Präsidentschaftsübergangskalenders vor. Philippe sprach sich für einen Zeitraum zwischen dem Wahltag im Mai und der offiziellen Amtsübernahme im September aus und zog einen Vergleich zum Übergangsrahmen in den Vereinigten Staaten. Er erklärte, dass der derzeitige französische Zeitplan neu gewählte Führungskräfte dazu zwinge, ein Kabinett unter Zeitdruck innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu bilden. Philippe argumentierte, dass ein mehrmonatiger Zeitraum es einem neuen Staatsoberhaupt ermöglichen würde, sich ein oder zwei Wochen zu erholen, detaillierte Konsultationen mit ausländischen Führungskräften und Sozialpartnern zu führen und sorgfältig Verwaltungsteams zusammenzustellen.
Ehrlich gesagt, wenn wir die Dinge heute neu gestalten würden, würde ich ein System begrüßen, in dem der Präsident im Mai gewählt und im September vereidigt wird.
Gegenwind von politischen Rivalen
Ein kurzer Ausschnitt des Podcasts verbreitete sich schnell in den sozialen Medien, unter anderem durch einen Beitrag des Kontos Alerteinfos, der bei 840.000 Followern 1,6 Millionen Aufrufe erzielte. Gegner aus rivalisierenden politischen Parteien verurteilten die Äußerungen und warfen dem ehemaligen Premierminister vor, nach einem Wahlsieg vier Monate Urlaub anzustreben. Der Abgeordnete des Rassemblement National, Jean-Philippe Tanguy, behauptete, Philippe bitte nach vier Wochen Wahlkampf um Monate der Auszeit, während die Parteikollegen Hélène Laporte und Sébastien Chenu die Kommentare ebenfalls kritisierten. Von La France Insoumise forderte der Abgeordnete Hadrien Clouet den Kandidaten öffentlich auf, unbezahlten Urlaub zu nehmen, anstatt ein Amt anzustreben.
Am 11. September reagierte der Renaissance-Präsidentschaftskandidat Gabriel Attal während eines Besuchs der Landwirtschaftsveranstaltung Terre de Jim in Metz auf den Vorschlag. Attal argumentierte, dass Frankreich mit Stagnation konfrontiert sei und sich keine Verzögerungen leisten könne, während globale Wettbewerber wie die Vereinigten Staaten und China Reformen umsetzten.
Wenn das französische Volk mir sein Vertrauen schenkt und ich Präsident der Republik werde, werde ich ab der ersten Minute selbstverständlich in Aktion sein, um Maßnahmen zu ergreifen, die ich bereits in Bezug auf die Wirtschaft, die Schulen und die Landwirtschaft angedeutet habe. Es gibt keine Minute zu verlieren. Es wird keine Ruhepause geben, und wir werden sofort beginnen.
Philippe verteidigt Äußerungen und Übergangsmechanik
Philippe reagierte auf die Kritik, indem er die vollständige Videoaufzeichnung der Podcast-Diskussion veröffentlichte. Er argumentierte, dass Kritiker ein kurzes Segment isoliert hätten, um seinen übergreifenden Punkt zur Exekutivführung und institutionellen Vorbereitung zu verzerren. Philippe räumte im ursprünglichen Interview ein, dass das französische Verfassungssystem nicht nach diesem Zeitplan funktioniere und dass eine Änderung der bestehenden Praxis schwierig wäre. Er hielt daran fest, dass die vorbereitende Ausarbeitung von Gesetzesentwürfen und Regierungsapparaten notwendig bleibe, da die ersten 100 Tage eines Präsidentschaftsmandats ein hohes symbolisches und politisches Gewicht hätten.
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Vergleichender Kontext zu Exekutivübergängen
Die Debatte lenkte die Aufmerksamkeit erneut darauf, wie moderne Demokratien die Übergabe von Präsidentschaftsbefugnissen handhaben. Der Politikwissenschaftler Bruno Cautrès, Forscher am Centre de recherches politiques de Sciences Po (Cevipof), stellte fest, dass die Vereinigten Staaten ein zweieinhalbmonatiges Übergangsfenster zwischen der Novemberwahl und der Amtseinführung im Januar unterhalten. In einem gemeinsam mit dem Institut Montaigne erstellten Bericht zur Bürgerreform wiesen Forscher auf die schnelle Abfolge von Wahlsiegen und Amtsübernahme als strukturelle Herausforderung hin. Cautrès merkte an, dass solche zeitlichen Abstände eher der administrativen Planung als der Erholung dienten und es gewählten Amtsträgern ermöglichten, Personal zusammenzustellen und Wahlmandate zu prüfen.


