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Regierung·14. Aug.

Bürgerbeauftragter von Rheinland-Pfalz verzeichnet Petitionsanstieg aufgrund von Hitze und Bürokratie

Martin Haller, der neue Bürgerbeauftragte von Rheinland-Pfalz, rechnet in diesem Jahr mit rund 2.500 Petitionen, gegenüber 2.252 im Vorjahr, da Hitze, Klimafolgen und bürokratische Verzögerungen die Beschwerden im deutschen Bundesland antreiben.

Steigende Petitionen durch Hitze und Klima

Hitzeschutz an Schulen, Flächenversiegelung durch Neubauten, Renaturierung von Bächen und Überschwemmungen gehören zu den Anliegen, die die Bewohner von Rheinland-Pfalz beschäftigen. Martin Haller, der neue Bürgerbeauftragte des Landes, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Mainz, dass die Zahl der eingereichten Petitionen deutlich steige, da Hitze und die Folgen des Klimawandels die Menschen im deutschen Bundesland beschäftigen. Er erwarte, dass die Gesamtzahl bis Jahresende etwa 2.500 erreichen werde, verglichen mit 2.252 im Vorjahr. Der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete wurde Ende April vom Landtag für eine achtjährige Amtszeit gewählt und ist auch Polizeibeauftragter des Landes.

Petitionen an den Bürgerbeauftragten von Rheinland-Pfalz
Vorjahr
2.252
2026 (Prognose)
2.500
Vorjahr
2252
2026 (Prognose)
2500

Haller sagte, die Bürger nähmen regen Anteil an lokalen Angelegenheiten und versprach, dass jedes Anliegen ernst genommen werde.

Die Bürgerschaft hat großes Interesse daran, was in ihrer Gemeinde passiert. Jedes Anliegen wird hier ernst genommen.

— Martin Haller

Bürokratische Verzögerungen dominieren Beschwerden

Lange Bearbeitungszeiten bei öffentlichen Behörden seien eine häufige Frustrationsquelle, so Haller. Ausländerbehörden und die für Führerscheine und Fahrzeugzulassungen zuständigen Stellen stünden besonders unter Druck, merkte er an. Senioren, deren Führerschein entzogen wurde, wendeten sich wiederholt an sein Büro, um ihn zurückzubekommen. Wiederkehrende Petitionsthemen sind Straßenbaubeiträge, Grundsteuerbescheide, Wasser- und Abwassergebühren sowie Schwerbehindertenausweise. Manche Anfragen sind ungewöhnlich, etwa ob ein erschlossenes Grundstück tatsächlich an die Kanalisation angeschlossen werden müsse.

Viele Petitionen drehen sich um Bearbeitungszeiten.

— Martin Haller

Die Leute beschweren sich nicht nur, sie spenden auch Lob, zum Beispiel über die Polizei.

— Martin Haller

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Pragmatische Lösungen und Anliegen von Gefangenen

Haller beschrieb die Behörden als lösungsorientiert und pragmatisch. Er nannte einen umgestalteten Spielplatz in Mainz, bei dem Metallrohre für ein Glockenspiel durch Holz ersetzt wurden, nachdem Anwohner sich beschwert hatten, die Musik sei zu laut. Sein Büro hilft Bürgern auch dabei, technisch formulierte Verwaltungsentscheidungen zu verstehen, und übersetzt manchmal bürokratische Sprache in verständliche Begriffe.

Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Behörden etwas Gutes für die Bürger erreichen. Manchmal übersetzen wir auch Verwaltungsentscheidungen, die sehr technisch daherkommen.

— Martin Haller

Als Bürgerbeauftragter ist Haller auch für Gefangene im Land zuständig. Eine Petition von Insassen zeigte, dass auch Häftlinge unter den anhaltend hohen Temperaturen leiden. Die Petition thematisierte, wie schwarze Gitterstäbe nachts Hitze in die Zellen abstrahlen und die Bedingungen für Insassen während der anhaltenden Hitzeperiode erschweren. Dies verdeutlicht, dass die Folgen langanhaltender Hitze über die Allgemeinheit hinaus auch die Inhaftierten betreffen.

Fokus auf Ahrtal und erweiterte Erreichbarkeit

Haller möchte die Sichtbarkeit und Erreichbarkeit seines Büros deutlich ausbauen. Er hat bereits 25 Beratungstage für Bürger organisiert, darunter samstags und online, bis Jahresende sind 19 weitere geplant. Die Beratungstage sind Teil seines Bemühens, das Büro für Bürger in ganz Rheinland-Pfalz zugänglicher zu machen. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist das Ahrtal, wo er den Landtags-Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe leitet. Das Thema liege ihm besonders am Herzen, sagte er, angesichts seiner fortlaufenden Rolle als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses.

Hallers Amtszeit und Öffentlichkeitsarbeit-Meilensteine
  1. 2026-04Vom Landtag für eine achtjährige Amtszeit zum Bürgerbeauftragten gewählt
  2. 14. Aug. 2026Berichtet über steigende Petitionen, 25 Beratungstage bereits organisiert
  3. 2026-1219 weitere Beratungstage geplant, Petitionen werden auf etwa 2.500 erwartet
Mainz
Martin Haller
Mainz

4 Quellen

  • Hitze und Behörden-Ärger: Der Bürgerbeauftragte ist gefragt
    DIE WELT·14. Aug.
  • Hitze und Behörden-Ärger: Der Bürgerbeauftragte ist gefragt
    Süddeutsche Zeitung·14. Aug.
  • Nerv mit Behörden: Hitze und Behörden-Ärger: Der Bürgerbeauftragte ist gefragt
    ZEIT ONLINE·14. Aug.
  • Rheinland-Pfalz & Saarland: Hitze und Behörden-Ärger: Der Bürgerbeauftragte ist gefragt
    N-tv·14. Aug.

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