
Französische Grüne starten Petition für fünftägigen Klimaurlaub während Hitzewelle
Les Écologistes haben am Sonntag eine Petition für einen bezahlten ‚congé climatique‘ von bis zu fünf Tagen pro Jahr gestartet, inspiriert vom spanischen Modell, um Arbeitnehmer vor Extremwetter und Schulschließungen zu schützen.
Der Vorschlag
Les Écologistes (die französische Grünen-Partei) haben am Sonntag, den 21. Juni, eine Petition für einen „congé climatique“ gestartet – einen bezahlten Klimaurlaub von bis zu fünf Tagen pro Jahr. Der Urlaub soll Arbeitnehmer abdecken, die aufgrund von Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Überschwemmungen oder Bränden nicht an ihren Arbeitsplatz gelangen können, sowie Eltern, deren Kinder wegen hoher Temperaturen nicht zur Schule gehen können. Die Partei argumentiert, dass niemand seine Gesundheit oder die seiner Angehörigen riskieren sollte, nur um zur Arbeit zu gehen.
Niemand sollte seine Gesundheit oder die seiner Angehörigen riskieren, nur um zur Arbeit zu gehen.
Spanisches Vorbild
Die Maßnahme ist direkt vom spanischen „permiso climático“ inspiriert, das im November 2024 per Dekret nach den tödlichen Überschwemmungen in der Region Valencia verabschiedet wurde. Dieses Gesetz gewährt bis zu vier Tage bezahlten Urlaub, wenn Wetterwarnungen das Reisen unmöglich machen. Die französischen Grünen wollen weiter gehen und den Urlaub auf fünf Tage ausweiten sowie ein breiteres Spektrum klimabedingter Störungen abdecken, einschließlich der Kinderbetreuung bei Schulschließungen.
Petitionsstart und frühe Unterstützung
Bis 17:30 Uhr am Sonntag hatte die Petition mit dem Titel „40°C bei der Arbeit? Schützen wir die am stärksten gefährdeten Arbeitnehmer“ 4.023 Unterschriften gesammelt. Marine Tondelier, die nationale Sekretärin der Partei, sagte gegenüber LCI, dass der Urlaub gelten solle, „wenn die klimatischen Bedingungen Sie daran hindern, zur Arbeit zu gehen, wirklich in extremen Situationen“, und betonte, dass er die Arbeitnehmer nicht zwingen dürfe, ihre regulären Urlaubstage zu nehmen. David Belliard, der grüne Bürgermeister des 11. Arrondissements von Paris, bezeichnete den Urlaub als eine Möglichkeit, ein „Recht auf Kühle“ für die am stärksten Betroffenen zu garantieren.
Der Klimaurlaub bedeutet: Wenn die klimatischen Bedingungen Sie daran hindern, zur Arbeit zu gehen, wirklich in extremen Situationen, dann sollte weder das Unternehmen zahlen noch die Arbeitnehmer leiden, weil ihnen gesagt wird: ‚Nehmen Sie Ihren Urlaub‘.
Dieser Klimaurlaub dient dazu, diejenigen zu schützen, die extremen Bedingungen ausgesetzt sind, die ihr Leben gefährden.
Breiterer politischer Kontext
Der Vorschlag erhielt auch Unterstützung von Manuel Bompard, dem Koordinator der linken La France insoumise, der forderte, das Arbeitsrecht an die klimatischen Realitäten anzupassen. Gleichzeitig widersprach Tondelier dem Aufruf von Marine Le Pen nach einem „massiven Plan“ zur Installation von Klimaanlagen in Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen. Tondelier sagte, Klimaanlagen sollten „weder ein Tabu noch eine Antwort auf alles sein“, und argumentierte, dass die Kühlung ungedämmter Gebäude ineffektiv sei und die Klimabilanz des Rassemblement National nicht glaubwürdig sei.


