
Robert Pattinson bringt Chris-Hansen-Film „Primetime“ bei den Filmfestspielen von Venedig zur Premiere
Robert Pattinson präsentierte Lance Oppenheims Doku-Fantasy „Primetime“ bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig und reagierte damit auf Kritik des ehemaligen Fernsehmoderators Chris Hansen.
Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig
Regisseur Lance Oppenheim präsentierte sein Spielfilmdebüt „Primetime“ im Wettbewerb der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig am 5. September 2026. Produziert von Robert Pattinson gemeinsam mit dem unabhängigen Studio A24, dramatisiert der Film die Fernseh-Ära der mittleren 2000er-Jahre um den NBC-Investigativjournalisten Chris Hansen und seine versteckte Kamera-Serie „To Catch a Predator“. Die Produktion lässt sich von dem Esquire-Artikel „Tonight on Dateline This Man Will Die“ aus dem Jahr 2007 inspirieren und verbindet dokumentarische Methoden mit Fiktion, was Oppenheim als Doku-Fantasy bezeichnet. Der Film soll am 15. Oktober mit dem Verleih I Wonder in die italienischen Kinos kommen.
- NBC startet die versteckte Kamera-Ermittlungsserie „To Catch a Predator“
- Esquire veröffentlicht den investigativen Artikel „Tonight on Dateline This Man Will Die“
- NBC beendet „To Catch a Predator“ nach Kontroversen um die Durchführung
- „Primetime“ feiert Premiere im Wettbewerb der 83. Filmfestspiele von Venedig
- I Wonder bringt „Primetime“ in italienische Kinos
Entwicklung und Besetzung
Pattinson spielt Hansen und führt ein Ensemble an, zu dem Merritt Wever als leitende Produzentin, Skyler Gisondo und die Singer-Songwriterin Phoebe Bridgers gehören. Pattinson plante zunächst nur als Produzent zu fungieren und einen anderen Schauspieler für die Rolle zu besetzen, entschied sich jedoch nach umfangreicher Drehbuchrecherche und einer achtstündigen Telefonberatung mit Oppenheim an Weihnachten dafür, Hansen selbst zu spielen. Die Produktion erforderte eine strenge Zeitplanung, da Pattinson kürzlich Vater geworden war und direkt von den Dreharbeiten zu „Primetime“ in die Produktion von Christopher Nolans „The Odyssey“ wechselte, in der er Antinous darstellt. Oppenheim verglich Pattinsons Vielseitigkeit und Leinwandpräsenz während der Dreharbeiten mit Jack Nicholson.
Chris Hansen war eine außergewöhnliche Figur: Er hatte ein ganzes Theater erschaffen, mit Schauspielern, die so taten, als wären sie Kinder, Häuser, die zu Kulissen wurden, und Requisiten, die fast mythisch wurden, aber all diese Künstlichkeit prallte auf eine unglaublich reale und gefährliche Situation.
Mechanik der Fernseh-Fallen
Die Erzählung untersucht die Produktionspraktiken hinter „To Catch a Predator“, das von 2004 bis 2008 bei NBC lief. Die Sendung platzierte erwachsene Schauspieler, die Minderjährige darstellten, in Online-Chatrooms, um Zielpersonen in eingerichtete Vorstadthäuser zu locken, konfrontierte Verdächtige mit versteckten Kameras, bevor die Polizei öffentlichkeitswirksame Festnahmen durchführte. Oppenheim merkte an, dass seine erste Bekanntschaft mit der Show durch Online-Memes und Parodien erfolgte, darunter eine Folge von „South Park“. Das Drehbuch zeichnet nach, wie Hansen die Show in die Hauptsendezeit drängte, während er persönlichem Druck ausgesetzt war, darunter Fotografen konkurrierender Publikationen, die Beweise für seine außereheliche Beziehung suchten, was ihn dazu trieb, eine riskante Falle gegen einen prominenten Täter zu inszenieren.
Hansens Reaktion und Festival-Resonanz
Der echte Chris Hansen war nicht an der Produktion beteiligt und weigerte sich, eine von A24 angeforderte Geheimhaltungsvereinbarung zu unterzeichnen. Ohne den fertigen Film gesehen zu haben, kritisierte Hansen Pattinsons Darstellung in den Werbetrailern und bezeichnete die schauspielerische Leistung als übermäßig dramatisch. Auf dem Lido reagierte Pattinson auf die Kritik mit der Erklärung, dass der Film nicht als konventionelles Biopic konzipiert sei, sondern als Untersuchung der Grenzen zwischen Journalismus, Unterhaltung und Voyeurismus.
Da ist etwas Elektrisierendes in ihm. Ich hoffe, dass die Inspiration, die seine Figur so vielen Menschen über Jahre gegeben hat, als Kompliment verstanden werden kann.


