
Patrick Bruel sagt 35 Konzerte umfassende Frankreich-Tournee nach Anklagen wegen sexueller Gewalt ab
Der französische Sänger gab die Absage seiner 35 Konzerte umfassenden Herbsttournee auf Instagram bekannt, nachdem gegen ihn mehrere Anklagen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung erhoben wurden.
Absage der Tournee und Stellungnahme
Der französische Sänger und Schauspieler Patrick Bruel gab am Dienstag, den 1. September 2026, bekannt, dass er seine bevorstehende Herbsttournee durch Frankreich absagt. Die 35 Konzerte umfassende Arenatournee sollte am 2. Oktober 2026 beginnen und am 21. November 2026 enden, um das 35-jährige Jubiläum seines Albums Alors regarde zu feiern. Mehr als 150.000 Ticketinhaber wurden landesweit erwartet, und rund 100 Produktionsmitarbeiter hatten monatelang die Bühnenbilder vorbereitet. Bruel verkündete die Entscheidung in einer öffentlichen Stellungnahme auf Instagram und erklärte, dass die Tournee unter den gegenwärtigen Umständen nicht fortgesetzt werden könne.
Wenn ich sie bis jetzt aufrechterhalten wollte, war das weder eine Herausforderung noch eine Provokation. Aber ich sehe, dass diese Tour heute etwas anderes geworden ist. Sie ist zur Verkörperung einer Debatte geworden, die über sie hinausgeht.
- Bruel sagt Sommer-Festivaltermine bis September nach ersten Beschwerden ab
- Gleichstellungsministerin Aurore Bergé sagt, Voraussetzungen für Konzerte nicht gegeben
- Bruel gibt Absage seiner gesamten 35 Konzerte umfassenden Herbsttournee auf Instagram bekannt
- Geplanter Starttermin der abgesagten 35 Konzerte umfassenden Herbsttournee
Gerichtsverfahren und frühere Absagen
Die Absage erfolgt im Anschluss an formelle gerichtliche Ermittlungen zu mehreren Vorwürfen sexueller Gewalt und Vergewaltigung gegen den Künstler. Bruel ist derzeit in vier separaten Fällen sexueller Gewalt angeklagt und hat in vier weiteren Ermittlungen den Status eines assistierten Zeugen. Der Sänger hat während der laufenden Gerichtsverfahren seine Unschuld beteuert. Ende Mai 2026 hatte Bruel bereits seine für den Sommer geplanten Festivaltermine bis September nach einer Häufung von Zeugenaussagen und Beschwerden abgesagt. Die Herbsttournee sollte seine Rückkehr auf die Bühne markieren, bevor rechtliche Prüfungen und öffentliche Kontroversen die vollständige Einstellung erzwangen.
- Angeklagt (mis en examen)
- 4 Fälle
- Assistierter Zeuge (témoin assisté)
- 4 Fälle
Wachsender Druck von lokalen und nationalen Amtsträgern
Gewählte Amtsträger in ganz Frankreich verstärkten in den Wochen vor der September-Ankündigung ihre Forderungen nach einer Absage der Tournee. Am 26. August 2026 erklärte die französische Ministerin für Gleichstellung der Geschlechter, Aurore Bergé, dass die Voraussetzungen für die Durchführung der Konzerte nicht gegeben seien, wobei sie darauf hinwies, dass diese Position die Unschuldsvermutung respektiere. Bürgermeister mehrerer Gastgeberstädte hatten sich ebenfalls gegen die geplanten Auftritte ausgesprochen, unter Berufung auf Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ordnung und der Schwere der gerichtlichen Ermittlungen. Ende August 2026 forderte der Bürgermeister von Caen, Aristide Olivier, den Sänger auf, freiwillig zurückzutreten.
Ich respektiere die Unschuldsvermutung voll und ganz und ohne Vorbehalt, die für jeden gilt, solange keine rechtskräftige Verurteilung erfolgt ist. Angesichts der Anzahl der gegen Herrn Bruel eingereichten Beschwerden wegen sexueller Gewalt, die Gegenstand von Gerichtsverfahren sind, hätte er jedoch aus eigener Initiative und verantwortungsbewusst entscheiden sollen, seine Tournee bis zum Urteil auszusetzen oder abzusagen.
Auswirkungen auf regionale Konzerthallen
Die Entscheidung sagt ausverkaufte Termine in mehreren Veranstaltungsorten ab, darunter die Zéniths von Rouen am 18. Oktober, Caen am 19. Oktober und Nantes am 7. November 2026. Bruel sollte auch am 12. November 2026 in der Arena Loire in Trélazé auftreten. Die Bürgermeister von Dijon und Montpellier hatten zuvor Widerstand gegen die Aufnahme des Sängers geäußert, während der Bürgermeister von Rouen, Nicolas Mayer-Rossignol, bereits im Mai 2026 argumentiert hatte, dass die Tournee ausgesetzt werden sollte, um der Justiz eine ruhige Aufklärung zu ermöglichen. Nach der Ankündigung begrüßte der Bürgermeister von Trélazé, Lamine Naham, den Schritt als notwendige Maßnahme, um mögliche Störungen in den Gastgeberstädten zu vermeiden.
Es ist eine weise Entscheidung von Patrick Bruel und seiner Produktion.


