
Papst Leo XIV. betet an Migrantengräbern und benennt Lampedusa-Pier nach Franziskus um – Botschaft gegen Remigration
Papst Leo XIV. betete an den Gräbern von Migranten, die auf See starben, und benannte den wichtigsten Anlegepier der Insel nach seinem Vorgänger Franziskus um – ein Besuch, der als Zurückweisung der EU-Remigrationspolitik gewertet wird.
Eine Pilgerreise zum Friedhof
Papst Leo XIV. begann seinen Besuch auf Lampedusa auf dem Friedhof von Cala Pisana, wo er Blumen niederlegte und an den Gräbern von Migranten betete, die beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, starben. Die Gräber sind mit Kreuzen aus dem Holz gesunkener Boote markiert. Der Halt war ein stiller Tribut an die auf See Umgekommenen.
Symbolische Gesten am Tor zu Europa
Vom Friedhof aus reiste der Papst zur Porta d'Europa, einem Keramik- und Eisendenkmal, das die Ankunft von Migranten in Europa symbolisiert. Er begrüßte eine Migrantenfamilie und durchschritt dann in einem höchst symbolischen Akt das Tor, legte seine Hand auf dessen rechte Seite und blickte aufs Meer hinaus, wo ein Militärschiff zu sehen war. Später stieg er allein zum felsigen Ufer hinab, sein Zucchetto vom Wind davongetragen, und stand lange da, auf das Wasser blickend – eine stille Aufforderung, das Mittelmeer eher als Chance denn als Grab zu sehen.
Umbenennung des Piers nach Franziskus
Am Molo Favarolo, dem wichtigsten Ankunftsort für Migranten auf der Insel, enthüllte und segnete Papst Leo XIV. eine Gedenktafel, die den Pier auf den Namen Molo Papa Francesco tauft. Die 150 Meter lange Anlegestelle ist seit Jahren der erste europäische Boden für Überlebende der gefährlichen Seereise. Die Umbenennung ehrt den verstorbenen Papst Franziskus, der Lampedusa 2013 besuchte und die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ anprangerte.
Eine Botschaft gegen Remigration
Erzbischof Alessandro Damiano von Agrigent erklärte, der Besuch sende „eine klare Botschaft“ gegen Remigration und dass „Menschenleben auf See stets gerettet werden müssen.“ Er betonte, die Reise des Papstes folge auf jüngste Stationen auf den Kanarischen Inseln und einer Gedenkstätte für Mutter Cabrini und zeige eine konsequente Verteidigung der Würde von Migranten. Der Besuch erfolgt zu einer Zeit, in der die Europäische Union ihre Migrationspolitik verschärft.
Menschenleben auf See müssen stets gerettet werden.
Begegnung mit Überlebenden und Feier der Messe
Nach der Zeremonie am Pier traf der Papst eine Gruppe von 15 Migranten, die aus dem Rotkreuz-Hotspot der Insel gebracht worden waren, und schüttelte jedem die Hand. Anschließend fuhr er im Papamobil durch die Straßen Lampedusas, segnete Kinder und feierte die Messe im örtlichen Stadion, wo sich Tausende versammelt hatten.
- Papst besucht Friedhof und betet an Migrantengräbern
- Halt an der Porta d'Europa, Begrüßung einer Migrantenfamilie, Durchschreiten des Tores
- Enthüllung der Gedenktafel zur Umbenennung des Molo Favarolo in Molo Papa Francesco
- Treffen mit 15 Migranten aus dem Rotkreuz-Hotspot
- Papamobil-Fahrt durch die Straßen Lampedusas, Segnung von Kindern
- Feier der Messe im Stadion


